Hallo zusammen!
Das war wirklich eine ganz besondere Woche für mich. Ich war schon ziemlich überrascht, dass ich plötzlich als vierter Mann im deutschen Team dabei war. Aber es ist ein Super-Gefühl, obwohl für mich alles ganz neu war. Ich kannte das ganze Davis-Cup-Drumherum bisher ja überhaupt gar nicht. Aber jetzt habe ich gesehen, wie alles abläuft - mit den vielen Zuschauern, der Organisation und allem. Für zukünftige Einsätze ist es gut, dass ich alles schon ein bisschen kenne. Dann bin ich nicht mehr so nervös. Und ich hoffe natürlich, dass ich noch öfter für Deutschland spielen darf!
Ich muss schon sagen, es ist nochmal eine ganz andere Liga beim Davis Cup. Es ist alles irgendwie größer und mit mehr Aufwand betrieben, der dahinter steht. So viele Leute organisieren alles, es gibt Fahrdienst und Catering, und das Team besteht auch aus weit mehr Personen als nur den Spielern. Das ist ganz anders, als wenn man selber auf der Tour unterwegs ist. Als fünfter Mann gehörte ich auch schon zur Mannschaft dazu, aber offiziell nominiert zu sein, das ist natürlich schon noch etwas anderes. Schließlich besteht die Chance, dass man plötzlich spielt. Man muss allzeit bereit sein, falls etwas passiert. Als fünfter Mann war ich noch etwas entspannter, ich habe mir gar nicht so viele Gedanken gemacht. Aber mit der Nominierung ist die Anspannung doch da, es fühlt sich einfach anders an, für sein Land zu spielen. Den Druck spürt man schon.
Und das Kribbeln natürlich auch. Als wir am Freitag eingelaufen sind in der Halle, da merkte ich es schon. Die Stimmung auf den Rängen war super, eine unglaubliche Atmosphäre. Das Kribbeln im Bauch, diese Gänsehautatmosphäre – die nehme ich von dieser Woche auf jeden Fall mit! Ich habe aber auch gemerkt, dass es mir schwer fällt, nur auf der Bank zu sitzen. Ich war trotzdem nervös und das Mitfiebern ist ziemlich anstrengend, aber man kann von der Bank einfach nichts machen. Das ist ein richtig blödes Gefühl.
Ein komisches Gefühl hatte ich dann noch beim Teamabend am Mittwoch. Da hieß es dann auf einmal, dass der Neue eine Rede halten müsste. Als Aufnahmeritual. Ich war völlig überrascht, ich wusste davon gar nichts. Florian hat mich nachher gefragt, ob mich Alex Waske denn nicht vorher eingeweiht hätte, denn der war ja jahrelang beim Davis Cup dabei. Aber das hatte Alex natürlich nicht. Da musste ich dann also durch - ich habe halt gesagt, dass ich mich über die Chance freue, dabei zu sein und das Team unterstützen möchte. Das war's. Keine Witze, sonst auch nichts. Kurz und schmerzlos.
Ich konnte aber auf den Gegner noch etwas Eindruck machen, als ich den Coach Martin Jaite auf Spanisch angesprochen habe. Er hat mich auch verstanden, ich ihn zum Glück auch. Wenn Argentinier so schnell loslegen, versteht man sonst wenig. Er hatte auch nicht damit gerechnet, aber sie freuen sich immer, wenn sie kein Englisch sprechen müssen. Er hat mich gefragt, warum ich Spanisch spreche, und wie ich in Australien gespielt habe. Etwas Smalltalk also. Das war ganz nett, und ich freue mich, wenn ich mein Spanisch auffrischen kann. Ich versuche immer, es aufrecht zu erhalten und mir Grammatik und Vokabeln beizubringen. Auch im Italienischen und Französischen. Überall, wo ich länger trainiert habe, habe ich auch die Sprache gelernt. Zuletzt war ich ein Jahr lang in Kroatien, da habe ich auch viel aufgeschnappt. Jetzt verstehe ich sogar etwas Russisch, das ist dem Kroatischen ähnlich. Ich bin also auf die nächsten Länderduelle im Davis Cup sprachlich bestens vorbereitet – und sportlich klappt's dann hoffentlich auch wieder besser!
Vielen Dank für die Unterstützung!
Cedrik