Sie nennen sich „The Courooons“, machen Straßen, Hinterhöfe und Hochhäuser zum Tennisplatz und zielen auf Mülleimer, Regenrinnen und Balldosen. „The Courooons“, das sind Fabian Narkus (21), Vincent Brandes (21) und Ivan Petrovic (19). Das Trio begeistert im Internet mit ihren Tennistricks und will im wahrsten Sinne des Wortes „hoch“ hinaus. Im Interview stellte sich der Projektverantwortliche Fabian Narkus unseren Fragen.
Fabian, wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Videos mit Tennistricks zu kreieren?
Das Projekt „The Courooons“ ist im Juni 2010 entstanden. Die Idee dazu entstand auf einem deutschen Tennisturnier, wo Vincent und ich als Zuschauer vor Ort waren. Tennistricks gehörten schon immer zu unserem Tennisspiel dazu. Nach Matches wetten wir eigentlich jedes Mal um das nächste Mittagessen. Ziel bei der Wette: Wer trifft den Mülleimer? Auf Grund dieser Faktoren entschlossen wir uns, nach weiteren Tests mit dem Ball, ein Tennistrickshot-Video zu drehen.
Hat der Name „The Courooons“ eine spezielle Bedeutung?
Klar! Wie jeder Name ist auch dieser nicht einfach daher gegriffen. Ein Tennisball, der auf die gegnerische Seite gespielt wird und wieder zurückkommt, nennt man einen Curooon. Das dieser Schlag auch eine Art Tennistrick ist und wir im ersten Video vieler solcher Bälle spielen, haben wir uns für den Namen „The Courooons“ entschieden. Die drei „O´s“ in „Courooons“ stehen für unsere drei Mitglieder.
Wer und welche Ziele stecken hinter dem Projekt „The Courooons“?
Das Courooons-Team besteht aus einer Drei-Mann-Truppe. Fabian Narkus (Actor/Managing Director), Ivan Petrovic (Video-Producer) sowie Vincent Brandes (Actor). Diese drei Jungs sind für alles verantwortlich. Das größte Ziel ist es, ein Video auf die Beine zu stellen, welches eine Million Klicks erreicht. Dazu wünschen wir uns in die TV-Show von TV total eingeladen zu werden.
Wie viele Versuche braucht Ihr, damit die Szenen schließlich im Kasten sind, z.B. beim Shot vom Hochhaus?
Wie bei jedem Trickshot, bedarf es an Konzentration und Geduld. Einige Tricks sind schnell im Kasten, andere jedoch sind manchmal sehr nervenraubend. Im zweiten Video haben wir, obwohl die Tricks anspruchsvoller waren, weniger Versuche gebraucht als beim Ersten. Beim Houserunning waren es genau 24 Versuche. Vincent: „Ich kann mich noch gut an die Situation erinnern. Ivan meinte zu mir, dass ich schon 23 Versuche hinter mir habe und jetzt mal treffen solle, naja was soll ich sagen...dann hat es geklappt.“
Gab es während und nach den Drehs Reaktionen auf eure Videos?
Wie immer gab es gute wie auch schlechte Reaktionen. Auf der einen Seite gab es viele Leute, die das Video echt klasse fanden, doch es gab leider auch Neider und misstrauische Leute, die unser Video als „Fake“ abgestempelt haben. Eins können wir hundertprozentig bestätigen: Dieses Video wurde ohne jegliche Hilfsmittel gedreht! Aus diesem Grund haben wir auch beim zweiten Video mit mehreren Kameras gedreht, um genau zu filmen, wie der Ball in sein Ziel gespielt wird. Während der Drehs wurden wir auch des Öfteren angesprochen. Diverse Male mussten wir Fragen beantworten und erzählen, wer wir sind und was wir machen.
Haben sich schon Werbefirmen bei euch gemeldet, um eure Videos zu vermarkten?
Mittlerweile ist dieses Projekt richtig groß geworden. Wir arbeiten mit Firmen wie Panasonic (die uns die Kameras zur Verfügung stellen), Head (die für das Tennisequipment zuständig sind), Pacific (die uns Tennissaiten zur Verfügung stellen), Monstercable/Beats by Dr. Dre (deren Kopfhörer wir tragen) und Jochen Schweitzer (die für die Actiontricks verantwortlich sind) zusammen. Diese Partner statten uns nicht nur aus, sondern werben auf ihren Plattformen (wie Facebook) für uns.
Was sind die nächsten Projekte von „The Courooons“?
In erster Linie wird es natürlich ein drittes Video geben, welches noch spektakulärer werden wird. Dazu kann ich nur verraten, dass es einen Trick in 125 Metern Höhe geben wird (doppelt so hoch wie beim Houserunning). Dieses wird aber erst Anfang 2012 fertig sein. Bis dahin müssen wir eine Menge an Terminen abarbeiten. Wir haben vier TV-Anfragen, welche wir alle angenommen haben. Dazu noch ein paar Berichte in Zeitungen.
In einem Video von euch spielt der Kasache Andrey Golubev mit. Ist für die Zukunft das Einbinden von weiteren Profis geplant?
Warum nicht? Der Dreh mit Andrey war einfach klasse. Andrey ist ein super Typ. Wir hatten eine Menge Spaß und haben viel gelacht. Dazu hat er eine super sympathische Freundin, die auch gleich alles auf dem privaten Fotoapparat festgehalten hat. Ich denke, dass jedes Video attraktiver werden kann, wenn man sich ein paar Stars dazu holt. Wie man sieht, gefällt es diesen auch. In unserem Video „my favorite site is...“ konnten wir zum Beispiel Patrik Kühnen sowie Oliver Marach und Alex Peya (welche das Turnier in Hamburg gewonnen haben) von uns überzeugen.
Kann man von solch einem Projekt leben oder ist es die pure Freude an der Sportart Tennis?
Die Chancen, mit solch einem Projekt leben zu können, bestehen. Jetzt liegt es nur daran, wie es weiter geht. Klar wäre es ein Riesentraum für uns, mit dieser coolen Idee, den Rest seines Lebens zu verbringen, doch müssen dafür alle Punkte stimmen. Und das wird das Ziel in den nächsten Monaten und Jahren werden, alles perfekt werden zu lassen. Was wir auf alle Fälle sagen können, ist, dass wir eine Menge an Spaß haben. Dieses Projekt gehört schon zu unserer Familie dazu. Unser größter Vorteil ist, dass wir weltweit die ersten sind, die versuchen so etwas professionell aufzuziehen. Dazu kommen wir noch aus Deutschland, was auch höchst selten ist, da meistens solche Projekte nur aus den USA kommen (siehe Basketball). Vielleicht schaffen wir es ja wieder, ein bisschen Spaß an das Tennis zu bringen, denn für so eine Nation mit so einem großen Verband wird einfach viel zu wenig Tennis im TV gezeigt.
Im Internet kursieren viele Trickshot-Videos von Stars wie Roger Federer und Andy Murray. Glaubt Ihr als Tennistrick-Experten, dass diese echt sind oder wurde dabei nachgeholfen?
Nicht so wie bei uns, wurde dort leider nachgeholfen. Trotzdem sind die Videos sehr cool gemacht. Dort steckt aber ein großes Budget dahinter, welches es überhaupt möglich macht, so etwas auf die Beine zu stellen. Das Video von Andy Murray, in dem er durch die Straßen läuft, ist echt klasse. Ich denke, dass circa die Hälfte echt ist. Gerade der Trick mit der Regenrinne ist möglich – siehe unser zweites Video. Die zwei Tricks von Roger Federer sind natürlich ebenso der Hammer. Gerade das Video von Gilette ist echt gut gemacht. Die Postproduktion muss dort aber sehr gut gearbeitet haben. Ich gehe davon aus, dass dort eine große Plexiglasscheibe vor den Herrn gestellt wurde, da Roger Federer das Risiko nicht in Kauf nehmen würde, einen Menschen zu verletzen. (Dennoch ist dieser Trick machbar). Das zweite Video, in dem er Tennisbälle ins Auto schlägt, ist ebenfalls nicht echt, aber möglich. Es sind viel zu viele Cuts im Video. Trotzdem denke ich, dass er es einige Male geschafft hat.
Die Fragen stellte Christian Albrecht Barschel; Foto: The Courooons
Hier geht es zur Webseite von „The Courooons“