tennisnet.com hat die Präsidenten der deutschen Landesverbände zu einer kleinen Umfrage über die Situation im deutschen Tennis eingeladen. Einige Präsidenten standen uns Rede und Antwort. Heute: Dirk Hordorff, der Präsident des Tennisverband Hessen (HTV).
1. Was war Ihr persönliches Tennishighlight 2011?
Hordorff: Aus Sicht des Hessischen Tennisverbandes und meiner Funktion als Präsident dieses Landesverbandes mit Sicherheit die Wahl eines neuen Präsidiums im DTB und das Scheitern des bisherigen Amtsinhabers Georg von Waldenfels
2. Wie sehen Sie die Entwicklung des deutschen Tennis allgemein?
Hordorff: Nach den schlimmen Jahren der Präsidentschaft von Waldenfels erwarte ich jetzt einen Aufschwung mit einem neuen engagierten und fähigen Präsidenten
3. Was könnte Ihrer Meinung nach verbessert werden, um das deutsche Tennis zu stärken?
Hordorff: Sicher müssen wir erstmals wieder Tennis populärer machen, müssen uns den Herausforderungen einer sich ändernden Gesellschaft und insbesondere Schullandschaft stellen, müssen alle Altersgruppen wieder begeistern für unseren Tennissport.
4. Von welchem Spieler erwarten bzw. erhoffen Sie sich 2012 das Meiste - deutscher Spieler/internationale Spieler?
Hordorff: Da soll man keinen unter Druck setzen. Sicher steckt in Philipp Petzschner noch sehr viel Potential, was ich ihm zutraue im kommenden Jahr abzurufen. International wird es spannend sein, ob Novak Djokovic seine herausragende Saison 2011 auch 2012 bestätigen kann.
5. Von welcher Spielerin erwarten bzw. erhoffen Sie sich 2012 das Meiste - deutsche Spielerin/internationale Spielerin?
Hordorff: Die deutschen Damen haben allesamt 2011 hervorragende Leistungen gezeigt. Das sie dort weitermachen können wünsche ich Ihnen. 2012 gehe ich davon aus, dass wir eine neue Nummer eins im Damentennis bekommen, und eine oder auch zwei deutsche Spielerinnen in die Top 10 kommen könnten.
6. Braucht Tennis Regeländerungen, um noch attraktiver zu werden?
Hordorff: Es sollte überlegt werden, ob die Pausen zwischen den Ballwechseln verkürzt werden können. Da wird einfach zu viel Zeit gelassen, da muss man sich etwas einfallen lassen, ob eine Uhr, ob Änderungen an der Verletzungsregel, man muss die Pausen in den Matchen verkürzen. Auch muss man einfach realisieren, dass heute die Anforderung an die Spieler immer größer werden, sei es durch den engen Turnierplan, sei es durch das Material, sei es durch die Turnierbestimmungen.
7. Wie könnte der Tennissport seine mediale Präsenz steigern? Woher beziehen Sie Informationen zum Tennissport?
Hordorff: Ich bin bei vielen Turnieren, da bekommt man die Informationen live mit. Ansonsten ist das Internet für mich das beste Medium. Und wenn die Matche spannender durch kürzere Pausen werden, dann wird Tennis seine mediale Präsenz im Fernsehen wieder steigern. Wir in Deutschland sind allerdings doch sehr hinten dran, was die Übertragung von Top Tennisereignissen betrifft. So ein Highlight wie das ATP Masters müsste im öffentlichen Fernsehen übertragen werden.
8. Was kann das deutsche Fed-Cup-Team 2012 erreichen?
Hordorff: Da ist alles drin, aber die erste Runde ist schon eine echte Hürde. Ein Vorteil ist sicher, gegen Tschechien zu Hause antreten zu können.
9. Was kann das deutsche Davis-Cup-Team 2012 erreichen?
Hordorff: Wir haben ein starkes Team, aber die Konkurrenz ist sehr groß. Die erste Runde wird auch hier eine Standortbestimmung sein. Argentinien zu Hause ist schlagbar, wenn der richtige Bodenbelag gewählt wird.
10. Haben Sie einen Wunsch für den Turnierkalender - in Deutschland und/oder international?
Hordorff: Sicher wäre es wünschenswert wenn wieder ein Premium-Event in Deutschland stattfinden würde, sowohl bei den Damen wie bei den Herren. Aber das alte Präsidium hat halt nur Scherben hinterlassen, sowie sportlich, wie finanziell, da wird es lange dauern, bis das wieder in Deutschland möglich sein wird.
Die Fragen stellten Harald Buchheister und Christian Albrecht Barschel