David Nalbandian vor dem 
Davis Cup: "Mir egal, ob 
sie gegen uns sind!" 



Von Petra Philippsen aus Bamberg

 

Plan A hatte schon mal perfekt geklappt. Dass sich die deutsche Mannschaft Sand als Belag auswählte, vergraulte den argentinischen Topstar Juan Martin del Potro, der mitten in der Hartplatzserie wenig Lust auf einen Trip ins eiskalte Deutschland hatte.

 

Doch ob mit oder ohne den "Turm von Tandil" gehen die "Gauchos" einfach mit ihrem Plan B ganz entspannt in die Erstrundenpartie. Denn sie wissen, dass sie in den letzten 75 Jahren nur einmal gegen die Deutschen verloren haben – im Viertelfinale 1991. Ansonsten stehen fünf Siege für die Mannschaft des neuen Trainers Martin Jaite zu Buche. Im Finale der letzten Saison unterlagen die Argentinier nur knapp den Spaniern in Sevilla mit 1:3. Wieder einmal reichte es nicht zum ersehnten Titel – vier Mal im Endspiel, mehr war für die stets so starke Tennisnation bisher nicht drin.

 

Chela wird zum Doppel degradiert

 

In Bamberg nun, da präsentieren sich die "Gauchos" die ganze Woche schon gut gelaunt und selbstbewusst. Mit dicken Pudelmützen trotzten sie den fränkischen Minusgraden und genossen die gute deutsche Küche. Höflich und gastfreundlich sagte Jaite daher: "Es wird relativ ausgeglichen an diesem Wochenende, alle Matches können eng verlaufen. Die Chancen stehen bei 50:50." Dabei verschweigt der Teamchef jedoch, dass die Argentinier seit zehn Jahren nicht mehr in der ersten Davis-Cup-Runde gescheitert sind. Und dass er zwei Top-25-Spieler dabei hat, dazu noch seine Geheimwaffe David Nalbandian. Die Gruppe ist eine Einheit, Hierarchiegerangel gibt es momentan nicht.

 

So störte es Juan Ignacio Chela auch nicht, dass er als eigentlicher Nummer-eins-Spieler kurzerhand fürs Doppel degradiert wurde. Juan Monaco hat derzeit einen Lauf, tritt mit dem frischen Turniersieg aus Vina del Mar an. Erst am Dienstagabend traf der Weltranglisten-25. in Bamberg ein, ging sofort auf den Trainingsplatz. Geradezu furchterregend selbstbewusst stand Monaco auf dem Platz, von Jetlag keine Spur. Innerhalb von 45 Minuten verschlug er gerade einmal zwei Bälle. "Ich fühle mich sehr, sehr gut", sagte Monaco, "ich bin zwar etwas müde, aber ich habe jetzt so viel Selbstvertrauen getankt. Ich werde bereit sein am Freitag."

 

Nalbandian mag es laut

 

Genauso heiß auf den Beginn ist auch Nalbandian. Es spielt gar keine Rolle, dass er momentan nur die Nummer 84 der Welt ist. Er wird immer zu den gefährlichsten Gegnern der Tour zählen und gilt als einer der besten Spieler, die nie einen Grand-Slam-Titel gewannen. Im Davis Cup wird er gleichsam noch mehr zum bedingungslosen Terrier, der auch nach fünf Stunden Spielzeit nicht aufgibt. Seit zehn Jahren spielt er für sein Land, hat eine beeindruckende Bilanz von 34:10.

 

Dass es in der 4800 Plätze fassenden Bamberger Halle, die sonst den deutschen Basketball-Meister beherbergt, ordentlich zur Sache geht und die Stadt nicht umsonst "Freak City" genannt wird, stört Nalbandian herzlich wenig. Er hat schon alles gesehen, alles erlebt. "Ich hoffe, dass es richtig laut wird", sagte Nalbandian, "von mir aus sollen sie doch alle gegen uns sein, das ist mir völlig egal." (Foto: GEPA pictures)

 

 

Jetzt bei Ladbrokes live wetten! Bis zu 50€ gratis!

Diesen Artikel teilen
Rating
Rating
0 gefällt das 0 gefällt das nicht

Sie müssen eingeloggt sein, um bewerten zu können.