Was zu Zeiten von Boris Becker undenkbar war, ist heute bittere Realität: Tennis und TV - das gehört nicht mehr unbedingt zusammen. Und so konnten an diesem Wochenende beim Davis-Cup-Auftritt von Tommy Haas und Co. die Fernsehzuschauer bei der Niederlage gegen Argentinien nicht mitleiden. Es hatte sich einfach kein Sender finden lassen, der die Erstrundenpartie live zeigen wollte. "Wir hatten an diesem Wochenende zu kämpfen mit Wintersport", erläuterte Karl-Georg Altenburg, seit dem 13. November 2011 Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB).
Und so machte die neue Verbandsspitze aus der Not eine Tugend. Ab ins Internet, hieß die Devise. Beim Livestream konnten die unverdrossenen Tennis-Fans das Bamberger Sandplatz-Duell verfolgen - sofern die Internetverbindung gut genug war. "Wir sehen das vom Zuschauerzuspruch als Erfolg an", sagte DTB-Geschäftsführer Stephan Brune - ohne aber genaue Zuschauerzahlen zu nennen. Es sei das Ziel gewesen, sich über das Internet an ein junges Publikum zu wenden.
Eines ist aber klar: Beim Bemühen, das deutsche Tennis als "Marke" aufzubauen, wäre ein TV-Partner sicher von Vorteil. Andernfalls könnte es gut sein, dass künftig nicht nur die älteren, eventuell nicht ganz internetaffinen Tennis-Fans in die Röhre schauen. (Text: dpa; Foto: Youtube)