Azarenka und Sharapova im 
Finale der Australian Open: 
Kreisch-Duell um 
Nummer eins 



Es wird das lauteste Finale in der Turniergeschichte der Australian Open werden. Mit Victoria Azarenka und Maria Sharapova haben die zwei Schreiköniginnen des Damentennis das Endspiel in Melbourne erreicht und spielen gleichzeitig die neue Nummer eins aus. Azarenka entthronte Titelverteidigerin Kim Clijsters (WTA 14) mit 6:4, 1:6, 6:3 und steht zum ersten Mal im Finale eines Grand-Slam-Turniers. Sharapova schlug die Weltranglisten-Zweite Petra Kvitova mit 6:2, 3:6, 6:4, revanchierte sich für das verlorene Wimbledon-Finale vom Vorjahr und verbaute der Tschechin die Chance zur Nummer eins.

 

Viele Fehler auf beiden Seiten

 

Azarenka und Clijsters zeigten beide eine nervöse Vorstellung. Azarenka leistete sich sieben Doppelfehler und 40 vermeidbare Fehler. Clijsters stand mit fünf Doppelfehlern und 44 unerzwungenen Fehlern in nichts nach. Während in den ersten beiden Sätzen die Aufschläger dominierten, schlug im dritten und entscheidenden Satz die Stunde der Returnspiele. Dreimal nahm die Weißrussin Clijsters den Aufschlag ab und sorgte mit dem Break zum 5:3 für die Vorentscheidung.

 

Nach 2:12 Stunden sank die Weltranglisten-Dritte in die Knie, nachdem sie ihren zweiten Matchball verwandelt hatte. "Ich hatte das Gefühl, meine Hände sind 200 Kilogramm schwer und mein Körper wiegt 1000 Kilogramm. Ich konnte nicht fassen, dass es vorbei ist. Ich wollte einfach nur weinen", freute sich Azarenka, die sich einen Punkt weniger als Clijsters erspielte, über ihren größten Karriere-Erfolg.

 

Sharapova nutzt jede Breakchance

 

Im zweiten Halbfinale entwickelte sich ebenfalls ein offener Schlagabtausch (Sharapova 86 Punkte, Kvitova 84 Punkte) zwischen der Weltranglisten-Vierten Sharapova und der zwei Plätze besser notierten Kvitova. Sharapova zeigte sich dabei extrem nervenstark und nutzte jede ihrer fünf Breakchancen. Im zweiten Satz reichte Kvitova ein Break zum Satzausgleich. Auch im dritten Satz war die Tschechin die dominierende Spielerin, scheiterte aber immer wieder an ihrer schlechten Chancenauswertung. Nur drei von 14 Breakchancen münzte Kvitova in ein Break um und konnte aus den zehn Doppelfehlern von Sharapova nur wenig Kapital schlagen.

 

Mit einem schwachen Aufschlagspiel im dritten Satz gab Kvitova mit leichten Fehlern das entscheidende Break zum Matchverlust ab. Nach der gleichen Spielzeit wie bei Azarenka gegen Clijsters (2:12 Stunden) durfte sich Sharapova über den Finaleinzug freuen. "Sie hatte bei ihrem Aufschlag immer Vorteile und es leichter gehabt. Aber ich bin irgendwie immer drangeblieben", sagte Sharapova im On-Court-Interview. Die Russin steht zum sechsten Mal im Finale eines Grand-Slam-Turniers und kann mit dem zweiten Titelgewinn in Melbourne die Weltranglistenspitze wieder übernehmen, die sie bislang 17 Wochen innehatte.

 

Wer stöhnt sich zur Nummer eins?

 

Die Zuschauer bekommen am Samstag (09:30 Uhr deutscher Zeit) nun den ultimativen Final-Showdown zwischen Azarenka und Sharapova geboten. Es wird nicht nur die Frage beantwortet, wer mit dem Turniersieg in Melbourne die neue Nummer eins im Damentennis wird, sondern auch wer von den beiden die lautere und erfolgreichere Stöhnerin ist. Im direkten Duell zwischen Azarenka und Sharapova steht es bisher ausgeglichen 3:3. (Text: cab; Foto: GEPA pictures)

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