
Die Siegerin des Damen-Bewerbs der French Open 2011 heißt Na Li. Die Chinesin besiegte im Endspiel Vorjahressiegerin Francesca Schiavone mit 6:4 7:6 (0) und ist damit die erste Grand-Slam-Siegerin der Geschichte aus China.
Mit aggressivem Spiel zum Erfolg
Die Nummer fünf gegen die Nummer sechs des Turniers, die Titelverteidigerin gegen die erste Chinesin in einem French-Open-Finale, beide sehr routiniert und mit herausragenden Siegen in den Runden zuvor. Und auch die Wettanbieter waren sich im Vorfeld einig: Das Damen-Finale von Roland Garros sollte eine vollkommen offene Partie werden.
War es zu Beginn auch, allerdings nur vier Spiele lang. Dann gelang Na Li das erste Break zum 3:2, was nur der Auftakt einer über weite Strecken fulminanten Darbietung der Weltranglisten-Siebenten sein sollte. Die Chinesin ließ das taktisch kluge, trickreiche Spiel Schiavones überhaupt nicht zur Geltung kommen, spielte aggressiv und diktierte die Ballwechsel.
Li lange Zeit klar überlegen
Zwar hielt Schiavone den ersten Satz noch bis zum Stand von 4:5 und 30:30 spannend, dann holte sich Na Li aber standesgemäß mit einem ihrer 15 direkten Gewinnschlägen im diesem Satz die Möglichkeit auf die Satz-Führung. Ein Vorhandfehler der Italienerin beendete den Satz nach 39 Minuten.
Auch im zweiten Satz zeigte sich vorerst ein klarer Unterschied zwischen den beiden Finalistinnen: Die Chinesin ließ nicht locker, begeisterte die Zuschauer im Stadion Philippe Chatrier mit einer Reihe von schön herausgespielten Punkten und holte sich das Break zum 1:0. Danach kam Schiavone zwar zu ihrem ersten Breakball in dieser Begegnung, aufkeimende Hoffnungen ließ Na Li vorerst aber mit einem Ass und dem Spielgewinn zum 2:0 verstummen.
Schiavone bäumt sich auf
Dann bäumte sich Schiavone aber doch noch einmal auf, wehrte eine Breakchance zum 2:5 - was wohl die Vorentscheidung gewesen wäre - ab und brachte ihrer Gegnerin damit offensichtlich zum Nachdenken. Prompt folgte nämlich der erste Aufschlagverlust Na Lis, die nun nicht mehr so befreit aufspielte wie in der ersten Stunde der Begegnung.
Mit gehörigem Zittern brachte die Australian-Open-Finalistin, die dort im Finale Kim Clijsters unterlegen war, zwar ihre Aufschlagspiele zum 5:5 und 6:6 durch, das Blatt schien sich dennoch immer mehr zu Gunsten der immer selbstbewusster auftretenden Schiavone zu wenden - einzig gebrochen durch eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung bei einem Ball an oder neben die Linie von Na Li, die zu Gunsten der Chinesin ausfiel und einen Satzball Schiavones verhinderte.
Tiebreak bringt historischen Erfolg
Dadurch schien Na Li wieder Oberwasser bekommen zu haben. Sie startete besser ins Tiebreak, gewann Punkt um Punkt gewann und das Tiebreak am Ende sogar sogar mit 7:0. Nach 1:48 Stunden stand Na Li als erste chinesiche Grand-Slam-Siegerin fest und durfte in den Pariser Sand sinken. Francesca Schiavone war erstmals nach 13 Siegen in Folge in Paris geschlagen und damit als Titelträgerin entthront.
Der Erfolg hat für die Triumphatorin auch erfreuliche Konsequenzen in der Weltranglisten, dort wird Na Li nämlich ab Montag auf Platz vier geführt werden. So gut war die 29-Jährige noch nie zuvor in ihrer Karriere klassiert. (Text: sp, Foto: GEPA pictures / Matthias Hauer)