
Im Vorjahr hatte Novak Djokovic
seine ersten 41 Saisonmatches gewonnen, alle bis zum Halbfinale der French Open. Dass der Serbe auch dieses Jahr wieder zu dieser Form ansetzen könnte, hat er in der ersten Runde der Australian Open eindrucksvoll bewiesen: Der 24-Jährige gewann am Dienstag sein Auftaktmatch in Melbourne gegen den routinierten 30-jährigen italienischen Sandplatz-Spezialisten Paolo Lorenzi (ATP 109) in nur 92 Minuten mit 6:2, 6:0, 6:0 und lieferte dabei eine wahre Gala ab.
17 Spiele in Folge
Djokovic lag zunächst gar 1:2 mit Break zurück, doch danach spielte er seine ganze Klasse erbarmungslos aus und holte sich 17 Spiele in Folge. Er brachte 73 Prozent erste Aufschläge ins Feld, gewann 21 seiner 26 Netzangriffe und verbuchte letztendlich doppelt so viele Punkte wie Lorenzi (82:41). „Natürlich wollte ich einen guten Start in mein erstes offizielles Match der Saison“, sagte Djokovic. „Ich bin mit meiner heutigen Leistung insgesamt zufrieden. Ich glaube, es war wirklich der heißeste Tag, seit ich hier bin.“ Der nächste Gegner ist mit dem Kolumbianer Santiago Giraldo
(ATP 56) schon ein wesentlich härterer Brocken.
Hier die Highlights des Spiels zwischen Djokovic und Lorenzi.
Hier das Interview mit Djokovic nach dem Spiel.
Murray plagt sich mit Harrison
Weniger relaxt hatte es Andy Murray
in seiner Auftaktpartie. Der Finalist der letzten beiden Jahre hatte mit dem aufstrebenden US-Youngster Ryan Harrison
lange Zeit seine Mühe. Am Ende setzte sich der an vier gesetzte Brite aber mit 4:6, 6:3, 6:4, 6:2 durch. „Er hat richtig stark begonnen, ist auf den Punkt gegangen und hat viel riskiert“, sagte Murray. „Dieser Platz ist taff, er hat sehr wenig Schatten. Wir hatten einige lange Rallyes und er hat mich viel laufen lassen. Ich werde in meinem nächsten Match darauf achten müssen, näher an die Grundlinie zu spielen. Aber gegen Ende hab ich immer besser gespielt“ Für Harrison, der alles probierte und auch mit Trickshots begeisterte, hatte er viel Lob über: „Er ist schon sehr gut und wird immer besser.“ Murray trifft nun auf den Franzosen Edouard Roger-Vasselin
(ATP 101).
Tipsarevic gewinnt Thriller
David Ferrer
hat indes die letzte Woche bei der Titelverteidigung in Auckland gezeigte Form nach Australien transportiert. Der Spanier (ATP 5) hatte mit dem Portugiesen Rui Machado
(ATP 70) beim 6:1, 6:4, 6:2 wie erwartet keine Probleme. Die hatte Jo-Wilfried Tsonga
(ATP 6) schon, der Franzose setzte sich gegen den Usbeken Denis Istomin
(ATP 60) aber 6:4, 3:6, 6:2, 7:5 durch. Einen Thriller hatte hingegen Serbiens Nummer zwei Janko Tipsarevic
zu überstehen: Der an neun gesetzte letztjährige Masters-Einspringer rang den Russen Dmitry Tursunov
(ATP 43) mit 5:7, 7:6 (12), 6:3, 6:4 nieder. Das Tiebreak des zweiten Satzes, in dem Tipsarevic mehrmals nur knapp einen Zweisatz-Rückstand verhindern konnte, endete dabei 14:12, der ganze Durchgang dauerte 82 Minuten.
Schlager Roddick - Hewitt
Auch alle weiteren Gesetzten kamen Dienstag weiter, als bisher einziger schied der auf 29 gereihte tschechische Routinier Radek Stepanek (ATP 31) gegen den Franzosen Nicolas Mahut (ATP 81) aus. Nur zwei Punkte vorm Aus stand die Nummer 19 Viktor Troicki (ATP 23) bei 5:6 im vierten Satz, der Serbe rang den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Juan Carlos Ferrero (ATP 48) aus Spanien nach 0:2 Sätzen noch mit 4:6, 6:7 (3), 6:2, 7:6 (3), 6:2 nieder. Sehr souverän war im Gegensatz dazu Andy Roddick (ATP 16), der an 15 gesetzte US-Amerikaner fertigte den Niederländer Robin Haase (ATP 53) überraschend deutlich mit 6:3, 6:4, 6:2 ab. In der zweiten Runde darf er sich auf einen harten Kampf gefasst machen: Es kommt zum Schlager der Ex-Weltranglisten-Leader gegen Stebe -Bezwinger Lleyton Hewitt (Australien).
Hier die Highlights der Day Session des zweiten Tages.
Hier die Highlights der Night Session des zweiten Tages.
Hier das Interview mit Tsonga nach dem Spiel.
(Text: MaWa; Foto: GEPA pictures/ Matthias Hauer)
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