Christopher Kas steht im Doppel-Viertelfinale der Australian Open. Der Trostberger setzte sich im Achtelfinale mit seinem mexikanischen Partner Santiago Gonzalez gegen die zweifachen Grand-Slam-Sieger Jürgen Melzer/Philipp Petzschner mit 7:6 (1), 7:5 durch.
So richtig freuen über seinen Sieg gegen Kumpel Petzschner konnte Kas sich aber nicht. "Ich mochte nach dem Sieg aber auch nicht so richtig jubeln, ich hätte das irgendwie respektlos gefunden. Ich habe Petzsche viel zu verdanken und wegen ihm eigentlich mit dem Doppel begonnen. Wir wollten beiden den Sieg, und ich denke, in zwei Tagen freut er sich dann für mich. Jetzt ist die Enttäuschung natürlich groß, die spielten hier um den Titel mit“, erklärte der 31-Jährige.
Kas: „Wir haben einen unglaublichen Tiebreak gespielt“
Das neue formierte Duo Kas/Gonzalez holte sich den intensiven ersten Satz im Tiebreak und nutzte im zweiten Satz beide Breakchancen konsequent. „Ich weiß, wenn ich auf den Platz gehe und alle ihr bestes Tennis spielen, müssten Petzschner und Melzer im Normalfall gewinnen. Das ist einem bewusst, aber man versucht es dann, es taktisch clever zu spielen, das Match eng zu halten und sich so vielleicht Chancen zu erarbeiten. Das ist uns heute gelungen. Im Endeffekt ist heute alles so aufgegangen, wie wir es uns vorgenommen haben.
Wir haben einen unglaublich guten Tiebreak gespielt, vom ersten Punkt weg. Aber wir wussten, das bedeutet gar nichts. Für mich sind Melzer/Petzschner neben den Bryans das gefährlichste Doppel bei Grand Slams. Es hat sich dann im zweiten Satz nach dem Break auch nicht so angefühlt, als wären wir schon durch. Mir war bewusst, dass da jederzeit ein Rebreak kommen kann. Das Rebreak war daher kein Beinbruch. Aber am Ende des zweiten Satzes haben wir dann an die Chance geglaubt. Als ich mich heute Morgen eingespielt habe, bin ich viele Szenarien durchgegangen, aber nicht, dass wir bei 7:6, 6:5 zum Match servieren“, sagte Kas.
Mit Risiko ins Halbfinale?
Für Kas ist es das dritte Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. Dort spielen Kas/Gonzalez gegen die Nummer zwei der Setzliste, Max Mirnyi und Daniel Nestor. "Wir werden in der nächsten Runde wieder versuchen, unsere Sachen so gut wie möglich zu machen. Es ist klar, dass wir Mirnyi/Nestor nicht 6:2, 6:3 schlagen. Wir haben eine Chance, wenn wir lange dran bleiben, vielleicht wieder einen Tiebreak spielen, dann sind wir gefährlich. Wir spielen druckvoll und riskieren viel und dann kann es für ein Team, das zu den Favoriten zählt, auch mal unangenehm werden“, blickt Kas voraus.