
Novak Djokovic hat auf seinem Weg zur Titelverteidigung bei den Australian Open den ersten Satzverlust hinnehmen müssen. Der serbische Weltranglisten-Erste gewann sein Achtelfinale gegen Lleyton Hewitt (ATP 181) mit 6:1, 6:3, 4:6, 6:3 und beendete damit die Titelträume der Australier, die seit 1976 auf einen Heimsieg bei den Herren warten.
Mit den Vögeln kommt die Wende
Zweieinhalb Sätze lang führte Djokovic den chancenlosen Hewitt vor. Bis dahin war ein Vogelschwarm, der sich im dritten Satz in die Rod-Laver-Arena verirrte, das Spannendste am Spiel. Bei 3:0-Führung im dritten Satz schien es schon so, als ob Hewitt eine richtige Abfuhr von Djokovic bekommen würde.
Doch dann kämpfte sich der Australier in seiner unnachahmlichen Art und Weise in das Match zurück und fügte dem haushohen Favoriten doch tatsächlich den ersten Satzverlust im Turnier zu. Auch im vierten Satz blieb Hewitt dran und hatte die Breakchance zum 2:1. Djokovic überstand die brenzlige Situation, breakte Hewitt zum 4:2 und transportierte den Vorsprung zum Einzug ins Viertelfinale. „Kompliment an Lleyton, der einfach niemals aufgibt. Er hat mich dazu gebracht, dass ich einige Fehler gemacht habe“, erklärte der Serbe im On-Court-Interview.
Ferrer wartet als gutes Omen
Im Viertelfinale wartet auf Djokovic wie nach der Setzliste erwartet der Spanier David Ferrer. Der Weltranglisten-Fünfte gewann glatt mit 6:4, 6:1, 6:1 gegen den Franzosen Richard Gasquet (ATP 18). Für Djokovic könnte der Achtelfinalsieg gegen Hewitt ein gutes Omen für den Titelgewinn sein. Bei seinem ersten Grand-Slam-Erfolg vor vier Jahren in Melbourne setzte sich der Serbe im Achtelfinale gegen Hewitt durch und gewann anschließend die Australian Open.
Im Viertelfinale traf er 2008 dann auf Ferrer – gegen den er dieses Jahr nun wieder in der Runde der besten Acht ran muss. Den letzten Vergleich hat allerdings Ferrer glatt mit 6:3, 6:1 bei den ATP World Tour Finals in London gewonnen.
Nishikori schlägt Tsonga
Das zweite Viertelfinale der oberen Turnierhälfte bestreiten Andy Murray und Kei Nishikori (ATP 26.). Murray stand nur 49 Minuten auf dem Platz, weil der für Kasachstan spielende Russe Mikhail Kukushkin (ATP 92) bei 6:1, 6:1, 1:0 für den Weltranglisten-Vierten wegen einer Hüftverletzung aufgab.
Nishikori warf den Weltranglisten-Sechsten Jo-Wilfried Tsonga aus dem Turnier. Der Japaner erreichte nach 3:30 Stunden mit einem 2:6,-6:2,-6:1,-3:6,-6:3-Sieg erstmalig das Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. Nishikori ist der erste Japaner seit Shuzo Matsuoka (1995 in Wimbledon), der unter den besten Acht bei einem Major steht. (Text: cab; Foto: GEPA pictures / Matthias Hauer)