
Wie britische Medien übereinstimmend berichten, könnte sich demnächst eine spektakuläre Zusammenarbeit im Herren-Tennis ergeben. Ivan Lendl, zwischen 1984 und 1990 achtfacher Grand-Slam-Sieger und in den 80er-Jahren langjährige Nummer eins der Welt, soll beim Management von Andy Murray informell über die Möglichkeit eines Engagements als Trainer des Schotten angefragt haben.
Veränderung im Trainerstab nach Pleiten-Serie?
Der Australian-Open-Finalist war nach starkem Saisonstart zuletzt kaum wiederzuerkennen, verlor nach der überraschenden Auftakt-Niederlage in Rotterdam gegen Marcos Baghdatis bei den beiden amerikanischen Masters-Turnieren gegen zwei Lokalmatadoren, die gegen einen Murray in Normalform nicht einmal in die Nähe eines Satzgewinns kommen sollten.
Gegen Donald Young (ATP 128) in Indian Wells und Alex Bogomolov Jr. (ATP 118) in Miami war es aber Murray, der ohne Satzgewinn blieb. Grund genug, um an eine Veränderung im Trainerstab nachzudenken. Derzeit ist Murray mit seinem engen Freund Dani Vallverdu auf der Tour unterwegs, dazu begleitet ihn Mutter Judy. Am Dienstag wurde bekannt, dass sich Murray von seinem Teilzeit-Berater Alex Corretja getrennt hat.
Wie die britische Tageszeitung "Daily Mail" berichtet, sei Murrays größtes Karriere-Hindernis bisher seine Tendenz zum Ignorieren von Trainer-Ratschlägen gewesen. Für einen Mann vom Kaliber eines Ivan Lendl könnte er aber eine Ausnahme machen.
Rückkehr auf die Tour als Trainer?
Wie Murray, der trotz dreier Finalteilnahmen bei den US Open 2008 und den Australian Open 2010 und 2011 noch ohne Grand-Slam-Titel ist, musste auch Lendl lang für den ersten Major-Titel kämpfen. Der heute 51-Jährige verlor sogar seine ersten vier Grand-Slam-Endspiele, avancierte im Verlauf seiner Karriere aber noch zum achtfachen Champion und 270 Wochen lang zur Nummer eins.
Seit seinem Rücktritt vom aktiven Sport 1994 hat sich Lendl vom Tennis zurückgezogen, um sich verstärkt seiner Familie (fünf Töchter) und dem Golf zu widmen. Im Vorjahr griff der tschechisch-amerikanische Doppelstaatsbürger aber wieder auf der Champions Tour zum Schläger. Eine Zusammenarbeit zwischen Lendl und Murray wäre wohl die spektakulärste Trainer-Verpflichtung seit der nicht ganz zweijährigen Kooperation zwischen Andy Roddick und Jimmy Connors. (Text: sp, Foto: Jürgen Hasenkopf)