Federer beendet 
Djokovics Siegesserie: 
Viertes French-Open-Finale 
gegen Nadal 



Die unglaubliche Siegesserie von Novak Djokovic ist gerissen! Und das im vielleicht bislang wichtigsten Spiel des Jahres für den Serben. Roger Federer war es vorbehalten die 43 Spiele andauernde Erfolgsserie von Djokovic, der dieses Jahr alle seine 41 Spiele (Walkovers nicht eingerechnet) gewinnen konnte, zu beenden. ( Die längsten Siegesserien im Überblick )

 

Im Halbfinale der French Open schlug Federer den Weltranglisten-Zweiten in einer dramatischen Partie nach 3:40 Stunden mit 7:6 (5), 6:3, 3:6, 7:6 (5) und verhinderte damit auch vorerst, dass der Serbe die Nummer eins der Weltrangliste wird. Bei einem Finaleinzug hätte Djokovic Rafael Nadal als Weltranglisten-Ersten abgelöst. Nun muss Djokovic hoffen, dass Federer auch das Finale gewinnt; denn auch dann wird der Serbe die neue Nummer eins.

 

Hochklassiger erster Satz

 

Der erste Satz war an Hochklassigkeit und Dramatik kaum zu überbieten. Federer nahm Djokovic gleich im ersten Spiel den Aufschlag ab, doch der Serbe konterte mit dem Rebreak. Der Schweizer war der etwas bessere Spieler, konnte dieses aber nicht mit weiteren Breaks bestätigen. Sowohl bei 1:1, als auch bei 2:2 vergab Federer Breakbälle. Dagegen nutzte Djokovic auch seine zweite Chance eiskalt zu einer 4:2-Führung.

 

Doch Federer schaffte den Ausgleich zum 4:4 und befreite sich bei 4:5 mit der Abwehr von zwei Satzbällen aus einer brenzligen Situation. Der Serbe kassierte wenig später bei eigenem Aufschlag eine Verwarnung wegen Zeitüberschreitung und wirkte danach etwas gehemmt. Im Tiebreak leistete sich Djokovic bei einer 5:4-Führung drei recht leichte Fehler in Folge und gab nach 70 Minuten den Satz an Federer ab.

 

Starker dritter Satz von Djokovic

 

In Satz zwei konnte der „Djoker“ zunächst seine Breakchance im ersten Spiel nicht nutzen. Danach spielte fast nur noch Federer, der auf 4:1 davon zog, aber es verpasste den Satz frühzeitig zu beenden. Der Schweizer vergab vier Breakbälle zu einer 5:1-Führung und auch fünf Satzbälle zu einem möglichen 6:2. Federer musste anschließend dann noch zittern und selbst einen Breakball des Serben abwehren, ehe er seinen sechsten Satzball zur 2:0-Satzführung verwerten konnte.

 

Doch so schnell gibt sich Djokovic in diesem Jahr nicht geschlagen. Der Serbe agierte im dritten Satz vor allem bei eigenem Aufschlag extrem sicher und ließ keine Breakchance zu. Das eine Break zum 2:0 transportierte Djokovic zum Satzgewinn und fügte Federer damit den ersten Satzverlust im Turnier zu.

 

Pure Dramatik in Satz vier

 

Im vierten Satz wurde es dann richtig dramatisch und teilweise wieder hochklassig. Bis zum 4:4 hielten beide Spieler ihre Aufschlagspiele souverän. Dann stach der „Djoker“ zu, nahm Federer, der mehrere Spielbälle vergab, den Aufschlag ab und servierte zum Satzausgleich. Doch Federer holte sich ohne Nerven das Rebreak, um danach beinahe erneut seinen Aufschlag zu verlieren. Zwei Breakbälle wehrte Federer mit starken Aufschlägen ab und ging mit 6:5 in Führung.

 

Djokovic glich aus und es ging zum zweiten Mal in den Tiebreak. Dort spielte Federer vor allem mit seinem Aufschlag groß auf und holte sich bei 6:3 drei Matchbälle. Die ersten zwei konnte der Serbe noch mit der Hilfe eines Netzroller und mit einem Ass zunichte machen. Doch den dritten Matchball ließ sich der Schweizer nicht nehmen und beendete mit einem Ass die unglaubliche Siegesserie von Djokovic.

 

Statistik spricht eindeutig für Nadal

 

Federer trifft im Finale auf Rafael Nadal, der im ersten Halbfinale an seinem 25. Geburtstag sich selbst mit einem 6:4, 7:5, 6:4-Sieg gegen Andy Murray beschenkte und in sein sechstes French-Open-Finale einzog. Für Federer und Nadal ist es das achte Grand-Slam-Finale gegeneinander. Zum vierten Mal kommt es dabei zum Endspiel in Paris, wo Nadal alle drei Endspiele siegreich gestalten konnte. Im letzten French-Open-Endspiel im Jahre 2008 überließ Nadal Federer nur vier Spiele. Im direkten Vergleich führt der Spanier auch mit 16:8. (Text: cab; Foto: GEPA pictures)

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