Traum-Halbfinale bei 
den Australian Open: 
Federer und Nadal 
erfüllen ihre Pflicht 



Das Traum-Halbfinale bei den Australian Open zwischen Roger Federer und Rafael Nadal ist perfekt. Federer gewann sein Viertelfinale in Melbourne, das gleichzeitig das 1.000 Match seiner Karriere war, gegen den Argentinier Juan Martin del Potro (ATP 11) souverän mit 6:4, 6:3, 6:2 und stellte im direkten Vergleich auf 8:2-Siege. Im fünften Grand-Slam-Duell der beiden war es der vierte Erfolg für den Schweizer.

 

In der Night Session folgte dann Rafael Nadal mit einem hart umkämpften 6:7-(5),-7:6-(6),-6:4,-6:3-Sieg gegen den Weltranglisten-Siebten Tomas Berdych. Der Spanier brauchte dabei 4:16 Stunden, um in sein drittes Halbfinale in Melbourne einzuziehen. Es war gleichzeitig der zehnte Sieg in Folge gegen den Tschechen.

 

Del Potro kämpft mit der Hitze

 

Der Weltranglisten-Dritte kontrollierte die Partie von Beginn an und kam nur recht selten in Bedrängnis gegen del Potro, der mit den hohen Temperaturen in der Rod Laver Arena (über 35 Grad) zu kämpfen hatte. Nach einer schnellen 3:0-Führung im ersten Satz brachte Federer auch der zwischenzeitliche Ausgleich des Argentiniers zum 4:4 nicht aus der Ruhe. Mit einem Doppelfehler gab del Potro den ersten Satz ab. Im zweiten Satz reichte Federer das Break zum 3:1, das er zum zweiten Satzgewinn transportierte. Der Schweizer hatte aber große Mühe, den Satz zu beenden und musste vier Breakbälle von del Potro abwehren.

 

Nach der verpassten Wende ergab sich der Argentinier seinem Schicksal und hatte im dritten Satz nichts mehr entgegenzusetzen. Nach knapp zwei Stunden nutzte Federer seinen ersten Matchball zum Einzug in Halbfinale. Der Schweizer steht damit zum neunten Mal in Folge in Melbourne in der Vorschlussrunde. "Es war etwas schwierig mit der Sonne auf dem Platz, die ich sehr gut zu meinen Gunsten genutzt habe", sagte Federer im On-Court-Interview.

 

Schiedsrichter steht im Mittelpunkt

 

Zwischen Nadal und Berdych entwickelte sich von Beginn an ein offener Schlagabtausch mit vielen sehenswerten Ballwechseln. Berdych ließ bei 6:5-Führung im ersten Satz vier Satzbälle liegen. Nadal rettete sich in den Tiebreak, in dem eine umstrittene Entscheidung zu Ungusten von Nadal die Entscheidung brachte. Bei 5:5 wähnte der Spanier einen Ball des Tschechen vermeintlich im Aus, spielte aber trotzdem weiter. Schiedsrichter Carlos Bernardes, der eine indiskutable Leistung auf seinem Stuhl bot und mit vielen fragwürdigen Entscheidungen den Spielfluss etwas zerstörte, verweigerte zum Unmut von Nadal die geforderte Challenge. Der Punkt ging an Berdych, der mit einem Ass sich nach 75 Minuten den ersten Satz sicherte.

 

Auch in den zweiten Satz startete Berdych gut, ließ aber die frühe Möglichkeit zum Break ungenutzt. Stattdessen breakte Nadal zum 3:1 und schlug bei 5:3-Führung zum Satzausgleich auf. Berdych gelang die Rückkehr, wehrte bei 5:6 einen Satzball ab und erreichte den Tiebreak. Hier erspielte sich der Tscheche nach 1:4-Rückstand einen Satzball zur komfortablen 2:0-Satzführung. Nadal bewies in der gewohnten Art und Weise seine Nervenstärke, überstand die brenzlige Situation und schaffte den Satzausgleich.

 

Nadal wird immer besser

 

Berdych ließ auch im dritten Satz nicht locker und nahm Nadal sofort den Aufschlag ab. Doch der Spanier fand mit zunehmender Spielzeit seinen Rhythmus, konterte immer wieder mit Zauberschlägen aus der Defensive und gewann vier Spiele in Folge zum 4:2. Den Vorsprung gab er nicht mehr her und stellte auf eine 2:1-Satzführung. Mit dem Break zum 1:0 im vierten Satz sollte die Gegenwehr von Berdych gebrochen sein. Der Tscheche vergab nochmal zwei Chancen zum 3:3-Ausgleich. Aber auch Nadal konnte einige Möglichkeiten zu einer komfortablen Führung mit zwei Breaks nicht nutzen. Schließlich reichte das frühe Break von Nadal, der Berdych nach 4:16 Stunden ein weiteres Mal den Aufschlag zum Einzug ins Halbfinale abnahm.

 

Das Halbfinale Nadal gegen Federer wird der 27. Vergleich zwischen den beiden werden. Nadal führt in der Bilanz deutlich mit 17:9-Siegen. Von den neun Spielen bei Grand-Slam-Turnieren konnte der Spanier sieben für sich entscheiden. Bei den Australian Open setzte sich Nadal vor drei Jahren im Endspiel in fünf Sätzen durch. (Text: cab; Foto: GEPA pictures / Matthais Hauer)

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