Michael Ebert vor Kids Tour Start: 
„Wollen neue Rookies entdecken“ 



Am 30.5 fällt in St. Pölten der Startschuss zur „Kids Tour Austria Summer 2011“. Bei insgesamt neun Turnieren werden Österreichs beste Tennis-Kids um Sachpreise, Pokale und RACE-Punkte kämpfen. Im tennisnet.com-Interview erklärt Veranstalter Michael Ebert für welche Kids die Turniere gedacht sind, wie das „Eltern-Problem“ gelöst werden soll und welches Ziel er mit der Tour verfolgt.

Herr Ebert, in wenigen Tagen startet die Kids Tour Austria. Was dürfen wir uns erwarten?

Michael Ebert: Die Kids Tour ist die einzige zusammenhängende Turnierserie für Kinder in ganz Österreich. Die Termine der einzelnen Turniere überschneiden sich nicht, in jedem Bundesland wird ein Event stattfinden. Es ist zwar klar, dass nicht bei jedem Turnier alle Kinder an den Start gehen, wir wollen aber die Besten motivieren so viel wie möglich zu spielen.

Für welche Spieler ist die Turnierserie gedacht, welches Leistungsniveau ist Voraussetzung?

Man muss klar sagen: Hobby-Turnier-Serie ist das keine. Sie ist für Kids gedacht, die regelmäßig trainieren und bei Turnieren an den Start gehen. Also die Schnittstelle zwischen Breitensport und Leistungstennis.

Insgesamt gibt es neun Turniere in neun verschiedenen Bundesländern. Und das recht knapp hintereinander. Dadurch werden die Kids eine echte „Tour-Atmosphäre“ miterleben...

Einerseits stimmt das, andererseits muss man immer aufpassen, dass der Leistungsgedanken nicht überstrapaziert wird. Ich sehe eher die Einheitlichkeit in den ausgetragenen Bewerben, der Sachpreise, Pokale, Urkunden oder Plakate und Turnierausschreibungen als großes Plus. In jedem Bundesland sollte unser Turnier das absolute Kids-Tennis-Highlight des Jahres sein und die Qualität in der Turnierabwicklung absolut Top sein.

Was stellt für Sie als Veranstalter die größte Herausforderung dar?

Die größte Herausforderung ist sicher die gute Kommunikation mit den Landesverbänden, Vereinen, Trainern und Eltern im Vorfeld. Wir schicken an alle Landesverbände und Turnierveranstalter ausreichend Plakate und Turnierausschreibungen und hoffen, dass diese entsprechend weiterverteilt werden. Die Kinder müssen die Chance haben, bei den Turnieren mit dabei zu sein, sich dort präsentieren zu können. Die in den Landesverbänden verantwortlichen Coaches für diese Altersgruppe, sollen die Turniere unbedingt für das Scouting neuer Talente nutzen. Meine Aufgabe als Veranstalter liegt jetzt vor allem darin, für alle eine gute Atmosphäre zu schaffen und klarzumachen: Hey, das ist etwas Besonderes - da geht‘s um was!

Während sich die Kids fast immer fair verhalten, sind übermotivierte Eltern bei den Turnieren oft ein Problem.

Leider. Aber auch dazu haben wir uns etwas überlegt. Wir wollen die Kids Tour Austria für den Startschuss unserer Kampagne „Stop, it‘s my game“ nutzen. In unserer Turnierausschreibung sprechen wir dieses Problem ganz klar an. Wir werden außerdem alle Turnierveranstalter nochmals darauf hinweisen, die ohnehin bestehenden Richtlinien umzusetzen und dadurch allen Kindern einen fairen Wettkampf zu ermöglichen. Natürlich wollen Eltern stets das Beste für ihr Kind und das ist ja auch legitim. Die Mittel die sie dabei aber oft wählen sind haarsträubend -  es ist und bleibt das Turnier der Kinder!

Wie viele Teilnehmer wird es voraussichtlich pro Veranstaltung geben?

Das ist immer schwierig abzusehen. Man muss davon ausgehen, dass die Turniere, die im Juni stattfinden, wegen der Schule mengenmäßig schwächer besetzt sein werden als die in den Sommerferien.

Alle Turniere sind Events der Kategorie zwei. Was genau ist der Unterschied zu den „Development“-Turnieren (Kat. I)?

Der größte Unterschied ist, dass ich die Kinder zu den Development-Turnieren einlade. Dort kann man sich also nicht anmelden. Während bei Development-Events jeder Spieler garantiert mindestens fünf Matches spielt, ist man bei der Kids-Tour nach zwei Niederlagen ausgeschieden.

Im Rahmen dieser Turnierserie werden auf den orangen und den grünen Courts gespielt. Warum verzichtet ihr auf die kleinsten, die roten Spielfelder?

Bei Turnieren niedrigerer Kategorien spielen die achtjährigen noch auf den kleinen Spielfeldern, den Red Courts. Nur im Rahmen der Kids Tour haben die besten „8er“ die Chance, sich bereits vor der nächsten Saison auf den größeren Courts miteinander zu messen.

Was für ein Gedanke steckt da dahinter?

Wir wollen den Sommer nutzen, um neue Rookies zu entdecken. Die Landesverbände haben im Rahmen der letzten Jugendreferentensitzung zugestimmt, diese Veranstaltungen als wichtigste Talentsichtung im Landesverband zu nutzen und wollen so auf die talentiertesten Kids aufmerksam werden.

Abschließend noch ein kleiner Blick in die Zukunft: Michael Ebert zieht nach der „Kids Tour Austria Summer 2011“ positive Bilanz, wenn...

...wir viel positives Feedback von den Kids und den Eltern bekommen und die Kampagne „Stop! It’s my game" erste Früchte trägt. Außerdem wenn wir es geschafft haben neben einer entsprechend hohen Teilnehmerzahl auch gutes Tennis gesehen haben und wir ein paar Ausnahmeerscheinungen neu entdeckt haben. Und natürlich, wenn auch die Berichterstattung positiv ist und wir dadurch unseren Partner „Robby Bubble“ überzeugen konnten, uns auch weiterhin zu unterstützen.
 

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