Andreas Du-Rieux

Von Welt-, grünen 
und grauen Stars 

Danke, danke, danke, ihr Lieben, ich freu mich ehrlich, wenn es mir gelingt, Geschehnisse der oft verbissen ernsten Tennisszene unterhaltsam darzubringen und bin vom netten Feedback ergriffen.

@s(ch)muser: Ich möchte dir nicht zu nahe treten, halte aber, wie diversen Blogs zu entnehmen, eher für Nadal die Daumen. Vielleicht aus dem Gefühl heraus, das mich auch an unser aller TOM faszinierte, da rennt, rackert und fightet sich einer dank enormer Willenskraft in Sphären, in die – was die in die Wiege gelegte Begabung betrifft – vorzudringen für ihn einem kleinen Wunder gleich kommt. Ohne die Talent-Diskussion bemühen zu wollen, verfügt er im Vergleich zum Genius Roger vielleicht über ein Bronzehändchen, während es angesichts der Voraussetzungen, die der Schweizer mitbringt, weniger wundert, dass ein derart gesegneter Zauberer gar Unvergleichliches aus dem Ärmel schüttelt und folglich zu Gold werden lässt…
 
Nun gut – aufgrund dieser, deiner Einschätzung ereilt mich schon ein leichter Anflug von Skepsis, der sich durch die Tatsache verschärft, dass du mich (bist sicher, dass’d mi ned verwechselst?) gar freundlich der Spezies des STARS zuordnest…

Grüner – ließe ich schon gelten (bitte mir daraus keine Rapid-Affinität anzudichten – dem Verein, den ich glühend verehrte, ward ein entsetzliches Schicksal zuteil: WACKER – hat nix mit Shakiras WM-Song gemein – WIEN, 1971 zu Grabe getragen durch die Fusion mit Admira, später Admira Wacker Mödling, jedenfalls nicht mehr im Geringsten meiner Begeisterungsstürme würdig. Was vielleicht auf Gegenseitigkeit beruht, denn: Wie man in den (Trenk)WALD(er) ruft, schallt’s ja bekanntlich zurück…

Grauer STAR lasse ich eher gelten, mutieren die Schläfen doch allmählich Richtung Richard Gere.

Ich bitte den Exkurs zu entschuldigen, das hat  nicht mehr wirklich mit meiner über die Jahre zunehmenden Euphorie für Federer zu tun, den ich wesentlich länger und etwas besser kenne als Rafa.

Beim Kommentieren vor Verzückung innezuhalten und mich selbst zu fragen, jemals zuvor derart geniale Ballbehandlung erlebt zu haben, ließ mich über die Jahre mehr und mehr zum Bewunderer Federers werden.

Nun also endlich zum Versuch der Beantwortung deiner Triple-Frage: Wenn überhaupt kann ich mit einem Drittel dienen – jawohl, an Roger Federer missfällt mir schrecklich, dass er (vielleicht ja nicht nur mir?) ständig vermittelt, never ever jemals auch nur annähernd ansatzweise Ähnliches mit dem Racket vollbringen zu können! Dafür kann aber Herr Federer eigentlich nix, fällt mir grad ein.

Entschärfend merke ich an, natürlich nicht so vermessen zu sein, jemals Rafa-Spins oder Djoker-Backhand-Longlines produzieren zu können – aber deren Attribute haben für mich eher den Anschein, Produkte härtester Knochenarbeit zu sein, weshalb ich diese als nachvollziehbarer einzuordnen geneigt bin.

Geschätzter „nadalfan“: Dem Smilie am Ende deiner Ausführungen ordne ich die nicht unbedingte absolute Ernsthaftigkeit deiner geschätzten Frage zu.

Es ist ja durchaus so, dass ich mich Ähnliches auch oft frage, aber dann eingedenk des Selbstversuchs (=weißt du selbst oder ich oder irgendwer noch genau, wann, wo und was du gegessen hast, um es ruhigen Gewissens als die absolut schlechteste Nahrungsaufnahme deines Daseins zu bezeichnen – und zwar spontan gefragt, ohne überlegen zu können? Wenn ja, gratuliere zum Elefanten-Gedächtnis, hoffe aber gleichzeitig, dass deine Beinarbeit nicht mit jener des Rüsseltiers Schritt halten möge!) lieber darauf verzichte, sie zu stellen… comprende?

Schwer, angesichts solcher Satzkonstrukte, aber du machst es mir ja auch nicht einfach mit dieser Idee und ich finde ehrlich nicht, dass sie schlecht ist, denn mich interessiert ja auch wirklich Wissenswerteres als Vorhand, Rückhand, Aufschlag, Rückschlag etc., und ich würd ganz gern von Rafa wissen, ob sich beim heißen Videodreh mit Shakira nicht womöglich eine schwer unterdrückbare männliche Regung in der Leistengegend bemerkbar gemacht hat und so weiter und so fort. Aber sowas fragt man eben nicht, und wenn doch dann wohl zum ersten und zum letzten Mal im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit – und so oder so wohl doch leider ohne Aussicht auf ehrliche Antwort des bulligen Matadors.

Womit der geschätzte Kollege „Markus S.“ mit einer Frage auftaucht, die ich – und das kann Jürgen Melzer bezeugen – bereits vor dem Erscheinen meines letzten Blogs an ihn mit der Bitte herangetragen habe, darüber in Ruhe ein paar Tage nachzudenken, nämlich: Welche Frage wurde dir im Laufe deiner Karriere noch nie von einem Journalisten gestellt…

Na ja, eine hab ich ja für Rafa grad ausführlicher behandelt, und da fielen mir wie gesagt noch ein paar „spannende“ ein – und um einigermaßen ernst zu bleiben, das ist ja unheimlich schwierig – denn was würdest du in deinem Fall antworten?

Wooss waaass iiii, irgendan Blödsinn hoiiit – aber eigentlich bin i froh, dass mi des no niemand g’fragt hat, oisso denk söba nach, du Koffer?

Ich könnte eine derartige Annäherung an dieses Thema keinem der WeltSTARS verdenken und… uns grünen oder grauen schon gar nicht.
 
@Gottschalk: Werter Wetten-dass-Abgänger, thanks for the flowers, aber ich bin froh, einen „Compi“ aufdrehen zu können, also wage ich nicht einmal davon zu träumen, Programme zu schreiben. Eher liebäugle ich, wenn mir sehr fad ist, mit dem Gedanken, Lesungen abzuhalten, bin mir aber noch nicht ganz sicher, welchen Inhalts… Vielleicht darf ich dich, liebes Vorbild, höflich bitten, mir diesbezüglich auf die Sprünge zu helfen?!

Eigentlich war’s das, damit aber niemand glaubt, ich wär auf Urlaub hier, zumindest ein kleiner Gegenbeweis: Das Interview mit dem sympathischen, bescheidenen Jürgen Waber, der sich leider auch schon Richtung Heimat verabschiedet hat.

Und abschließend wieder:

What to oversit…


Highattentionfull,

Andy Dändy

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Kommentare
Kommentare (1)
22.01.2012 00:06:19
nadalfan
Ich werde in Zukunft die Smileys weglassen, um ernsthafter zu erscheinen... ;) (Wie gesagt, in Zukunft) Da mein hochgeschätzter Nadal beinah sämtliche Fragen rund um seine Person beantwortet hat (außer ebenmeine) war dieser Vorschlag durchaus ernst gemeint. Wahrscheinlich würde es mir als Topstar auch auf die Nerven gehen, wenn man mir so eine Frage stellt, darum bleiben wir lieber beim Altgedienten: "Wie haben Sie sich auf dem Platz gefühlt...?" etc.


Als kritisch-kompetenter Journalist und vielseitiger Moderator zeigt sich Andreas Du-Rieux beim ORF seit einem Vierteljahrhundert von der seriösen Seite. Als "der große Schwede on Tour" polarisiert er, auf der ÖTV-Seniorentour ist er der Schrecken der Hallendächer, als regierender Bronzemedaillengewinner der Journalisten-EM beweist er praktische Tennis-Kompetenz