Es ist immer schwierig beim Auftakt eines Grand Slams. Man ist etwas nervös, muss erst ins Turnier finden und der Gegner hat mir gestern auch überhaupt keinen Rhythmus gegeben. Ins Spiel Reinarbeiten war nicht möglich, weil er vom ersten Ballwechsel an rumgeschossen hat.
Nach seiner Medical Timeout hat er vielleicht noch etwas mehr Risiko genommen, aber im Grunde hat er von Anfang an die ganze Zeit Hopp oder Trop gespielt. Er wusste, dass er bei langen Ballwechseln nicht viele Chancen hat, also hat er sie im Angriff gesucht. Er hat auch viele schöne Bälle gespielt und Winner geschlagen, aber eben noch mehr Fehler gemacht. Mein Matchplan ist somit gut aufgegangen, ich hab die Aufgabe solide erledigt, Kraft gespart und den Rücken geschont.
Bis auf den dritten Satz, da hab ich ihn nämlich schon wieder deutlich gespürt. Gestern am Abend war's dann auch wirklich schlecht, heute in der Früh aber schon wieder deutlich besser. Einige haben sich gestern vielleicht schon Sorgen gemacht, als ich bei seiner Auszeit gestanden bin, bis der Physio kam. Das lag daran, dass ich keine zehn Minuten sitzen wollte. Das ist für mich nämlich derzeit das Schlimmste. Wenn ich zu lang sitze, habe ich beim Aufstehen Schmerzen.
Als nächstes geht es also gegen Lukas Rosol. Ich hab gestern noch ein bisschen zugeschaut bei seinem Match. Er spielt ähnlich wie Beck, nur mit der anderen Hand. Er gibt bei den Schlägen viel Gas, baut die Punkte mit dem Aufschlag auf und geht früh auf den Punkt. Ich werd's also wieder mit vielen Schnitt- und Tempowechseln versuchen, ähnlich wie gegen Beck.
Grundsätzlich find ich's übrigens dieses Jahr hier eine Spur zu schnell. Die neuen Bälle machen's nicht unbedingt besser, weil sie eher kleiner werden und nicht aufgehen. Dazu sind die Plätze sehr schnell, weil's lange nicht geregnet hat. Für Sandplatz-Tennis ist es schon sehr zügig, man kann das fast mit dem Davis Cup in Wien vergleichen.
Ansonsten verbringe ich weiter viel Zeit mit Therapie, Relaxen und Rumliegen. Die Stimmung ist also klarerweise nicht ganz so euphorisch wie im letzten Jahr. Weit vorzudenken geht sicher nach hinten los, weil ich keine Ahnung hab, wie lang der Rücken hält. Ich schau von Partie zu Partie und versuch, meine ganze Kraft für die Matches zu sparen.
Heute habe ich am späten Nachmittag noch eine Dreiviertelstunde mit Mats Wilander trainiert. Lockeres Schlagtraining, jetzt gilt die ganze Konzentration der Partie morgen.
*five freeze*
JM
BlonderFlieger
Es gibt unterschiedliche Aussagen deinerseits bzw. der Medien, ob du Liga spielen wirst für DW, zuletzt sagtest du ja "eher nicht", bleibt es dabei - zwecks Schonung des Rückens bzw. Vorbereiten auf Rasenturniere?
Allgemein:
44 Matches inkl. Doppel spielte Jürgen bisher (Einladungsturnier Melbourne nicht dabei), im ganzen Vorjahr beachtliche 134 (78 Einzel+56 Doppel).
BlonderFlieger
Ich kann mich nur wiederholen, vielleicht fällt dem Jürgen bald - zB. in paar Wochen - auf den "Kopf" daß er WENIGER Turniere spielt als früher:
- nur 1 Rasenturnier vor Wimbledon (obwohl er früher sagte, wie wichtig im Rasenturniere seien)
- glaub 1000er Dubai ließ er aus, um sich auf Daviscup vorzubereiten
- und Woche vor USA-Tournee lässt er zB Kitzbühel aus:
nicht daß er sich mal beklagt hat, dass Tennis mit Fußball, Skispringen und Ski Alpin nicht mithalten kann, aber mit einer Nicht-Teilnahme in Kitz fördert er eine Verbesserung nicht gerade!
Sein 11.Turnier ist Paris heuer, inkl. Daviscup (aber glaube er spielte ja auch Einladungsturnier in Melbourne, also 12 turniere).
Und ich las mal, man wird vom Reisen auch müde, wenn man nur je 1,2 Matches pro Woche spielt!
Wie gesagt, Rückenprobleme 100% auskurieren wichtiger als Weltranglistenpunkte - Top 10-15 auch toll!
PS: Logisch, dass sein Manager nach 2.Wien-Triumph sagte, Jürgen kann GS-Turnier gewinnen bzw. Top 5 kommen - hat ja noch 2,3 Jährchen.
pkirchb
Das ist eine Rießenchance. Ich wünsch dir so sehr, dass dein Rücken durchhält, denn so eine Auslosung wirst du bei einem Grand Slam wohl nie wieder bekommen.
pkirchb
ich tippe auf beides
moserroland