Ich melde mich ziemlich genau vom anderen Ende der Welt, aus Auckland, aus der Lounge am Flughafen. Ich bin ja „hintenrum“ nach Neuseeland geflogen, jetzt flieg ich dieselbe komplizierte Strecke wieder zurück, über Los Angeles und London. Ich hab es mir ehrlich gesagt erspart nachzurechnen, wie lange ich unterwegs bin … aber der Deal ist gut, ich kann im Flieger liegen und schlafen, das ist schon wirklich viel wert.
Viele Leute fragen mich, wie wir Spieler das mit dem Fliegen machen. Die Antwort ist einfach: Genauso wie jeder andere. Wer's sich leisten kann, fliegt Langstrecke business. Wer sich's nicht leisten kann, fliegt economy. Und alle dazwischen wägen bei jedem Flug ab. Ich bin zum Beispiel letztes Jahr economy nach Australien geflogen – man kann's ja auch so sehen, dass man in 24 Stunden gleich einmal 4000 oder 5000 Euro verdient, indem man sie einfach nicht ausgibt. ;) Heuer hab ich's anders gemacht, business zu einem guten Angebot, aber eben mit kleinem „Umweg“.
Meine letzten Tage in Melbourne hab ich ein bisschen gespielt, zum Beispiel hab ich Jürgen und Petzsche vor ihren ersten Partien eingeschlagen, vor allem aber hab ich Daumen gedrückt. Und da muss ich sagen, dass ich offenbar kein wirklich begnadeter Daumendrücker bin: Ich hab mir die Sybille Bammer angeschaut, die Tamira Paszek, die Patricia Mayr, dann noch den Petzsche … und zum Glück auch den Jürgen. Der hat mich sozusagen rausgerissen …
Unsere Mädels haben alle wirklich brav gefightet, da kann man keiner einen Vorwurf machen. Sybille hatte einen eher nicht so vorteilhaften Mix aus wirklich starker Gegnerin und schwarzem Tag, bei Mimi und Patricia waren Chancen da. Jürgen hat eine wirklich solide Leistung gebracht. Dieser Millot ist kein Schlechter, der kann schon Tennis spielen, aber Jürgen war ihm in jeder Hinsicht überlegen. Das ist schon eindrucksvoll, wie er sich hier als Gesetzter präsentiert, Hut ab.
Echt weh getan hat mir, dass Petzsche die Partie gegen Tsonga noch aus der Hand gegeben hat. Petzsche ist ein supernetter Kerl, ihm hätte ich die Überraschung wirklich vergönnt. Ich schaue ja normalerweise nicht so wahnsinnig viel Tennis, aber bei ihm macht's wirklich Spaß, einfach weil er sowas von unglaublich talentiert ist. Tsonga hat offenbar vor seiner Partie ein bissl im Buch von Brad Gilbert nachgelesen, weil da waren schon grenzwertige Mätzchen dabei, zum Beispiel zwischen erstem und zweitem Aufschlag. Und trotzdem hat er Glück gebraucht oder um es genau zu sagen Pech von Petzsche, um da noch den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
So, genug geplaudert, ich mach mich dann wieder auf Richtung Gate zur nächsten Etappe meiner kleinen Weltreise. Als nächstes hab ich mir übrigens die Quali von Zagreb vorgenommen … vorausgesetzt, ich schaff es rechtzeitig nach Europa. ;)
cu auf tennisnet.com!