
Von Christian Albrecht Barschel
Seit dem 1. Februar ist Tennis-Point der offizielle Shop von tennisnet.com. Was ist die Idee dahinter und wie sehr freut euch diese Kooperation?
Wir verfolgen schon immer die Strategie, uns mit starken Partnern zusammenzuschließen. Da tennisnet.com neben Deutschland auch in Österreich sehr populär ist und wir einen starken Partner im Newsbereich gesucht haben, sind wir froh, dass es nun mit tennisnet.com geklappt hat. tennisnet.com hat sich in der Branche einen großen Namen gemacht und ist daher für uns die beste Adresse in diesem Segment.
Was ist an Aktionen für die tennisnet.com-User geplant?
Wir werden einige Aktionen mit tennisnet.com in die Wege leiten, so dass die Leser von tennisnet.com von unserer Kooperation profitieren. Wir werden Schläger- und Produkttests machen und lassen uns das eine oder andere einfallen.
Wann und wie seid Ihr auf die Idee gekommen, einen Tennisversandhandel aufzubauen?
Wir sind entstanden aus einem kleinen Tennisgeschäft in Münster mit 60 Quadratmetern im Jahre 1998. Als Spezialshop haben wir dann guten Kontakt zu den Vereinen und deren Mitgliedern bekommen, die zu uns zum Besaiten kamen. Wir haben mit der Zeit unser Sortiment erweitert und die Sportart Golf aufgenommen. 2003 sind wir das erste Mal innerhalb von Münster in ein größeres Geschäft umgezogen, 2006 ein weiteres Mal. Wir hatten auch die klassischen Sportarten wie Fußball, Running und Skisport in unserem Programm und schon damals über das Internet verkauft. Tennis war immer schon unser wichtigstes und größtes Standbein. Wir haben dann festgestellt, dass, wenn wir die Prozesse optimieren, eine ganze Menge mehr möglich ist. Wir haben uns dann entschlossen, den Versandhandel richtig aufzuziehen, sind von Münster nach Oelde umgezogen und haben 2007 Tennis-Point gegründet. 2009 haben wir dann den ersten Tennis-Point-Shop in Münster eröffnet und konzentrieren uns seitdem auf die Sportart Tennis.
Wie leicht oder schwer ist es Euch gefallen, das alles aufzubauen?
Es steckt viel harte Arbeit dahinter. Viele stellen es sich als einfache Sache vor: man stellt Dinge ins Internet, dann kommen Bestellungen rein, man packt das Paket, schickt es weg und das war es. Aber so ist das bei Weitem nicht. Es finden viele komplexe Prozesse statt, inbesondere wenn man eine gute Qualität bieten will. In der Anfangszeit ist es schon passiert, dass uns die Müdigkeit noch am Schreibtisch übermannt hat, weil wir völlig ausgelaugt waren. Mittlerweile haben wir die Prozesse aber so aufgeteilt, dass jeder genau weiß, was er zu tun hat. Ein Selbstläufer ist so ein Onlineshop aber nie. Wir arbeiten sehr hart für unseren Erfolg und wünschen uns auch manchmal mehr Zeit zum Tennis spielen.
In Zahlen ausgedrückt: In welchen Dimensionen befindet man sich jetzt?
An guten Tagen versenden wir über 1000 Pakete pro Tag.
Es gibt neben dem Online-Handel bereits Geschäfte von Tennis-Point in Berlin, Hamburg und Münster. Sind weitere Geschäfte in Planung?
Am 1. April eröffnen wir ein Geschäft in Graz. Das wird unser erstes Standbein in Österreich sein. Auch ein Standort in Wien ist geplant, auch wenn wir da noch keine konkrete Zeit vor Augen haben. In Deutschland sind ebenfalls weitere Geschäfte, vor allem in den Ballungszentren, in Planung. Für uns sind die Geschäfte sehr wichtig. So bekommen wir unmittelbares Feedback von unseren Kunden, zumal nicht jeder Kunde gerne online einkauft. Wir sind ein Multichannel-Versender. Das bedeutet, dass es mehrere Kanäle gibt, über die wir unsere Ware und unseren Service anbieten. Dabei ist uns die Verknüpfung dieser Kanäle sehr wichtig. Bei uns ist es beispielsweise möglich, online bestellte Ware im Geschäft abzuholen oder im Internet bestellte Ware, die nicht passt, im Geschäft problemlos zum Rückversand abzugeben. Die Preise in den Geschäften sind selbstverständlich identisch zum Online-Shop.
Gibt es irgendwelche größeren Kollektionen oder besonders interessante Produkte, die in nächster Zeit in den Shop kommen und die Kunden erwarten?
In erster Linie sind die Produkte interessant, die von den Spitzenspielern getragen oder gespielt werden. Man merkt schon, dass die neuen Kollektionen von Roger Federer und Rafael Nadal immer sehr stark nachgefragt werden. Wir haben aber auch besondere und exklusive Produkte, die nur bei uns erhältlich sind. Wir bieten unter anderem in Kooperation mit Ausrüstern Tennistaschen als Produktlinie in einem eigenen Design an.
Kaufen auch Profis und Prominente bei Euch ein?
Ja, auch einige Profis und einige Prominente kaufen bei uns ein. Die ganz großen Spieler haben natürlich einen Ausrüstungsvertrag. Aber auch bei denen kommt es vor, dass ihnen die Saiten ausgegangen sind oder Ähnliches. Insbesondere bei den deutschen Turnieren ist das schon öfters vorgekommen. Aber ich will gar nicht so routiniert daherreden. Es ist schon ein besonderes und nicht alltägliches Gefühl, wenn man einem Top-Ten-Spieler spontan aus der Patsche helfen kann.
Worin liegt Euer Spezialgebiet? Gibt es etwas, das Tennis-Point ganz besonders auszeichnet?
Da gibt es viele Dinge, über die wir sprechen könnten. Ich denke aber, dass wir uns in erster Linie durch unsere Serviceorientierung und Fairness auszeichnen. Diese wäre wiederum ohne gute Mitarbeiter – einen Dank an dieser Stelle – nicht möglich. Unser Team besteht zu über 80 Prozent aus Tennisverrückten. Da ist alles dabei – vom Bundesligaspieler bis zum Diplom-Tennistrainer. Nun will nicht gleich jeder Kunde den Ra-Wert des neuen Federer-Schlägers am Telefon erfragen, aber für uns ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir jederzeit eine Antwort darauf haben und obendrauf die richtige Besaitungshärte empfehlen können.
Ihr habt mehrere Auszeichnungen für den besten Online-Shop 2011 erhalten. Wie sehr freut Euch das?
Das ist natürlich eine tolle Auszeichnung für uns. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Schritte, die wir unternommen haben, auch richtig waren. Wir werden uns darauf aber nicht ausruhen und weiter hart arbeiten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Shopbetreiber gibt, dessen To-do-Liste auf einem Din-A4-Blatt Platz zu finden wäre. Wir haben jedenfalls noch eine Menge vor.
Viele Menschen schrecken vor Online-Shops wegen der teils undurchsichtigen Bezahlung zurück. Was garantiert bei Tennis-Point die absolute Transparenz?
Es bestehen wirklich keinerlei Risiken, bei uns zu bestellen. Wir sind durch verschiedene Unternehmen wie Trusted Shops geprüft worden. Dort kann jeder Kunde ganz einfach und kostenlos eine Garantie abschließen. Kurz gesagt garantiert Trusted Shops sachgemäße Lieferung oder Geld zurück. Über das Gütesiegel haben wir zudem viele Tausend positive Bewertungen erhalten. Wir bieten viele unterschiedliche und sichere Zahlungsmethoden und ein langes Rückgaberecht an. Es gibt Unternehmen, die verbrannte Erde hinterlassen. Mal abgesehen davon, dass wir das aus moralischen Gesichtspunkten nicht mit uns ausmachen könnten, ist der Tennismarkt dafür auch viel zu klein. Wir sind also vor allem an langfristigen Kundenbindungen interessiert und daher auch äußerst kulant zu unseren Kunden. Wir versuchen unsere Firma so transparent wie möglich darzustellen. Bei uns kann jeder gerne vorbei kommen, um sich die Firma zeigen zu lassen.
Die deutsche Tennis-Bundesliga trägt bereits euren Namen. Sind weitere Engagements und Sponsorings bei deutschen Turnieren oder Spielern geplant?
Mit einigen deutschen Tennisspielern haben wir bereits eine Kooperation. Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber tragen unser Logo auf ihrer Kleidung. Seit diesem Jahr haben wir auch eine offizielle Partnerschaft mit Sabine Lisicki. Vor kurzem haben wir mit ihr zwei Werbespots gedreht, die derzeit im Fernsehen laufen. Sie ist ein cooler Typ und genau so sympathisch, wie sie im Fernsehen rüberkommt. Darüber hinaus wird es auch in Zukunft Engagements geben. An gleicher Stelle werden wir schon bald bekannt geben, was wir als Nächstes vorhaben. Darauf freue ich mich schon.
Wie verliefen die Dreharbeiten zu den Spots mit Sabine Lisicki?
Es war auf jeden Fall saukalt. Die Kälte war das Anstrengendste am gesamten Drehtag. Es hat dennoch sehr viel Spaß gemacht, weil es einfach spannend war. Alles war perfekt vorbereitet, aber du weißt nie, wie es am Ende dann läuft und ob alles so klappt, wie du dir das vorstellst. Die Dreharbeiten fanden auf der Teststrecke und mit dem Stuntteam von "Alarm für Cobra" 11 statt. Da war schon eine Menge los. Sabine hat es auch sehr viel Spaß gemacht. Auch für sie war es der erste Helikopterflug ihres Lebens.
Sind weitere Werbespots mit Lisicki in Planung?
Wir werden die Spots auf jeden Fall noch eine Weile lang ausstrahlen. Unsere Zusammenarbeit mit Sabine Lisicki wird aber auch darüber hinaus weitergehen. Wir sind immer an langfristigen Partnerschaften interessiert. Das betrifft neben unseren Kunden auch unsere Werbepartner. Mit Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer wird es demnächst auch einen gemeinsamen Werbespot geben und mit Patrik Kühnen haben wir auch noch Einiges vor.
Ihr seid nicht nur Geschäftsleute, sondern auch selbst Tennisfans. Woher kommt Eure Begeisterung für den Tennissport?
Wir haben alle als Kind mit dem Tennisspielen begonnen und sind auch dabei geblieben. Wir sind leidenschaftliche Tennisspieler und stellen uns auch wie z.B. bei den Australian Open den Wecker, um die spannenden Spiele in der Nacht zu sehen. Für uns ist das noch immer ein Traum. Wir sind jetzt mitten drin im Tennisgeschehen und haben unsere Leidenschaft zum Beruf gemacht.
Bei solcher Begeisterung fürs Tennis habt Ihr sicher auch beim Australian-Open-Finale zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal mitgefiebert. Wie habt Ihr das Match erlebt?
Das Match war wirklich sensationell und ein irres Hin und Her. Die Emotionen, die auf den Platz vorherrschten, waren schon gewaltig. Besonders beeindruckt hat mich, mit welchem Kampfgeist Nadal den vierten Satz gewinnen konnte, obwohl er 3:5 im Tiebreak hinten lag. Er hat zu Ende des Satzes jeden Punkt gefeiert, wie andere einen Grand-Slam-Titel. Djokovic hat dann im Fünften aber gezeigt, warum er die aktuelle Nummer eins der Welt ist. Wie er sich nach über fünf Stunden Spielzeit und dem harten Kampf gegen Murray in der Runde zuvor beim Stande von 2:4 das Rebreak geholt hat - das war mental, wie physisch absolut an der Grenze des Machbaren. Eine solche Anspannung wie in den Gesichtern dieser Akteure kann man sonst vielleicht nur noch im Boxen sehen. Hätte Don King das Match gesehen, wären ihm vermutlich legendär klingende Namen wie „Burn in Melbourne“ im Kopf herumgespukt.
Seid Ihr für einen möglichen bevorstehenden Ansturm auf Djokovic- und Nadal-Artikel gerüstet?
Es ist wirklich beeindruckend, wie sich die besten vier Spieler im Herrentennis vom Rest abheben. Das Outfit dieser Spieler ist dementsprechend stark nachgefragt, insbesondere die neuen Kollektionen. Selbstverständlich sind wir darauf sehr gut vorbereitet.