Österreichs Chancen erhöht: 
Kanepi sagt für Fed Cup ab 



Die Ausgangslage für das ÖTV-Fed-Cup-Team vor dem Beginn der Euro/Afrika-Zone I (1. bis 4. Februar) im israelischen Eilat hat sich merklich verbessert. Denn Kaia Kanepi wird für Estland, neben Bulgarien auf der Anlage des Municipal Tennis Clubs einer der zwei Gegner Österreichs in der Gruppenphase, nicht teilnehmen. „Der Länderkampf steht nicht auf meinem Plan, weil ich beim WTA-Turnier in Paris antreten will, wo in der Halle gespielt wird“, wird die Weltranglisten-27. in estnischen Medienberichten zitiert.

„Jungen sollen Erfahrung sammeln“

Kanepi erklärte weiters: „Der Fed Cup ist irgendwo abgelegen in Israel und endet einen Tag bevor Paris beginnt. Für mich ist jetzt das Einzel wichtig und mein individuelles Spiel. Ich hab schon viel im Fed Cup gespielt, jetzt sollen die Jungen hier ihre Erfahrungen sammeln.“ Für Estlands Kapitän, Ex-Profi Andrei Luzgin, kam die Absage offenbar nicht überraschend: „Wir haben uns im Voraus schon darauf geeinigt. Es war ihre Entscheidung, und ich verstehe sie.“

Waber: „Natürlich ändert das die Situation“

Kanepi hatte sich im Vorfeld in guter Form gezeigt, in Brisbane zu Saisonbeginn ihren erst zweiten WTA-Titel geholt, bei den Australian Open allerdings überraschend schon in der zweiten Runde gegen die spätere Viertelfinalistin Ekaterina Makarova (Russland) verloren. „Sie hat sich dabei aber ziemlich gut präsentiert“, hatte sich ÖTV-Captain Jürgen Waber vor Ort in Melbourne seine Eindrücke verschafft. Insofern kommt diese Schwächung von einem der Gegner nicht ungelegen. „Natürlich ändert das die Situation“, meinte Waber gegenüber tennisnet.com, „wir sind hier jetzt sicher Favorit, aber jedes Match muss erst mal gewonnen werden. Unsere Spielerinnen haben auch mit anderen Estinnen schon Erfahrung gemacht, teils drei Sätze gespielt. Wir müssen konzentriert an die Sache herangehen.“

Estland: Unterschätzen nicht empfohlen

Estland tritt damit ohne einen einzigen wirklich bekannten Namen an. Nominiert wurden nun Anett Kontaveit (WTA 570), Margit Ruutel (WTA 832), Tatjana Vorobjova (WTA -) und Eva Paalma (WTA -). Doch Vorsicht ist dennoch geboten: Kontaveit ist die aktuelle Nummer fünf der Junioren-Weltrangliste, krönte sich im Dezember mit damals noch 15 Jahren (sie hatte zu Weihnachten ihren 16. Geburtstag) zur Orange-Bowl-U18-Siegerin sowie letzten Sommer mit Vorobjova (Nummer 398 im ITF-U18-Ranking) zur U16-Doppel-Europameisterin. Ruutel war zudem vor mehr als drei Jahren im WTA-Ranking immerhin auf Rang 158 zu finden. Und Paalma (ITF 242) ist amtierende estnische Meisterin. Österreichs Vorteil: „Estland spielt schon am Mittwoch, dem 1. Februar, gegen Bulgarien, da können wir uns unsere Gegnerinnen gleich einmal in aller Ruhe anschauen“, sagte Waber.

Gegen Bulgarien auf  dem Papier leichter Favorit

Bulgarien hat indes wie erwartet Tsvetana Pironkova (WTA 47), Dia Evtimova (WTA 155), Elitsa Kostova (WTA 157) und Isabella Shinikova (WTA 342) aufgestellt. Kapitänin Dora Rangelova kann damit bei ihren besten drei Spielerinnen auf eine vergleichbare Stärke mit Österreich vertrauen. Denn für Rot-weiß-rot treten Tamira Paszek (WTA 45), Patricia Mayr-Achleitner (WTA 98), Yvonne Meusburger (WTA 140) sowie Doppelspezialistin Sandra Klemenschits an. Die heimischen Top Drei sind also den nackten Zahlen nach bestenfalls leicht über Bulgarien zu stellen. „Tamira hat einmal gegen Pironkova gespielt, knapp in drei Sätzen gewonnen. Aber die ist unberechenbar und hat an guten Tagen schon viele Starke geschlagen. Im zweiten Einzel sind wir wahrscheinlich zu favorisieren, aber leicht wird auch das nicht. Das Doppel würde ich als ziemliche 50:50-Angelegenheit einschätzen,“ so Waber.

Abreise am Sonntag

Am Sonntag, den 29. Jänner, hebt Österreichs Team um 10:25 Uhr ab in Richtung Tel Aviv. Das Ende der Reise wird Eilat sein, eine Stadt an der Südspitze Israels im Süden der Wüste Negev. Das Ziel für Paszek, Mayr-Achleitner, Meusburger und Klemenschits wird aber auch sein, in der Euro/Afrika-Zone einen Schritt weiter als im Vorjahr zu machen: 2011 konnte man, geschwächt durch eine Viruserkrankung, eine von drei Round-Robin-Partien (gegen Griechenland) sowie das Duell gegen Luxemburg um die Plätze neun bis zwölf gewinnen – das Team von Waber beendete damit die Zone nur auf Platz neun.

Aufstieg „durchaus realistisch“

Für den Aufstieg in die Weltgruppe II wäre der Gruppensieg und danach das Überstehen einer Play-off-Phase nötig. Ein Ziel, das laut Waber, durchaus realistisch ist. „Wir sind auf jeden Fall in Augenhöhe“, meinte der Oberösterreicher in einer ÖTV-Aussendung, „Ich glaube an unsere Spielerinnen und bin überzeugt, dass wir mit der Konkurrenz mithalten können. Man darf aber nicht übersehen, dass in Eilat einige Weltklasse- und viele Top-100-Spielerinnen vor Ort sind. Der Name ‚Euro/Afrika-Zone’ spiegelt nicht wider, welch hohes Spielniveau dort geboten wird. Für Polen spielt zum Beispiel Agnieszka Radwanska (WTA 8), für Gastgeber Israel Shahar Peer (WTA 34).“

Erster Auftritt am Donnerstag

Der Weg Richtung Weltgruppe-II-Aufstieg ist für die nächsten Tage bereits vorgeplant: Anreise am Sonntag (Waber: „Einen ganzen Tag lang, das ist eine Strapaze“), das erste Training am Montag um die Mittagszeit, das erste Match am Donnerstag, dem 2. Februar, gegen Estland. „Bis dahin werden unsere Mädels ihren Australien-Jetlag in den Griff bekommen haben.“ Das zweite Match folgt am Freitag, dem 3. Februar, gegen Bulgarien. Die Play-off- und Platzierungsspiele finden dann am Samstag statt. (Text: MaWa / Presseaussendung; Foto: GEPA pictures/ Matthias Hauer)

 

Die Gruppen-Einteilung

Gruppe A
Österreich
Bulgarien
Estland

Gruppe B
Schweden
Ungarn
Griechenland
Bosnien-Herzegowina

Gruppe C
Niederlande
England
Israel
Portugal
 
Gruppe D
Polen
Rumänien
Kroatien
Luxemburg

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Kommentare
Kommentare (1)
27.01.2012 09:01:58
unbreakbar
Head-to-Heads der Bulgarinnen gegen die Österreicherinnen:

Tsvetana Pironkova (0:1 Bilanz gegen Paszek und gegen Meusburger)
Dia Evtimova (0:3-Bilanz gegen Mayr-Achleitner)
Elitsa Kostova (0:1 Bilanz gegen Meusburger)

Mehr:
http://unbreakbar.blogspot.com/2012/01/mit-katastrophaler-matchbilanz-in-die.html