Bresnik über Thiem: 
„Man sieht, wie schwer es ist“ 



Viertelfinale, erste Runde, erste Runde – so sieht das Abschneiden von Dominic Thiem bei drei 10.000-Dollar-Hardcourt-Futures im israelischen Eilat in nackten Tatsachen aus. Eine Bilanz, mit der der 18-jährige Niederösterreicher keineswegs zufrieden sein kann. Und das ist auch Trainer Günter Bresnik nicht. Der 50-Jährige zog nach den ersten drei Turnierwochen des neuen Jahres mit tennisnet.com-Herausgeber Alex Antonitsch ein kurzes Resümee.

„Künstlerische Pausen kann er nicht mehr einlegen“

„Es hat mit dem Viertelfinale okay begonnen“, meinte Bresnik, „aber für zwei ATP-Punkte für drei Wochen nach Israel zu fahren, das ist viel zu wenig. Er ist bei den Turnieren dort technisch wohl der Beste von Allen gewesen, aber diese künstlerische Pausen wie bei den Jugendturnieren kann er dort einfach nicht mehr einlegen. Kleine gedankliche Auszeiten werden auf diesem Niveau dann regelmäßig bestraft.“

Schrecksekunde mit glimpflichem Ausgang

Freilich konnte man Thiem auch nicht wirklich Losglück bescheinigen: „Er hat in der ersten Woche gegen den späteren Finalisten Gleb Sakharov und dann zweimal gegen den ATP-Top-400-Mann Ruan Roelofse verloren, das waren nicht gerade leichte Gegner.“ Zudem hatte es eine große Schrecksekunde gegeben. Thiem hatte sich nämlich selbst mit dem Schläger auf dem Knie getroffen und gedacht, die Kniescheibe sei gebrochen: „Er hat extra nach Tel Aviv schauen und das untersuchen lassen müssen, aber beim MRI war alles okay, es war nur eine sehr starke Knieprellung. Er hat vier Tage nicht trainieren können und ist dann ohne jegliche Vorbereitung ins zweite Turnier gegangen und hat sich noch nicht so gut bewegen können.“

Nächste Station: Türkei

Den Kopf deswegen in den Sand zu stecken, ist laut Bresnik natürlich nicht angebracht: „Er bleibt positiv, ich auch, das ist wichtig. Man sieht nur an Erfahrungen wie diesen, wie schwer es ist, nach oben zu kommen. Spielerisch ist er schon sehr weit, auch viel weiter als letztes Jahr, körperlich kann und muss er noch zulegen.“ Nach der Rückkehr aus Israel stehen für den heimischen Youngster erst mal zwei Wochen Training in der Südstadt an, dann gibt es in der Türkei – so Bresnik – „den nächsten Versuch“.

Kurz und Novak ohne Punkte

Bresniks weiteren Schützlingen war es in Eilat übrigens ebenfalls nicht gut ergangen. Rudolf Kurz gewann nur ein Match, scheiterte alle drei Male in der Qualifikation, zweimal davon gegen Dennis Novak. Der wiederum kam der Reihe nach in die zweite, die dritte und zugleich letzte Runde, und einmal zum Abschluss in den Hauptbewerb, doch ein ATP-Punkt blieb ihm dabei weiter verwehrt. Nur für Thiem gab’s diese Woche noch ein kleines Trostpflaster: Er erreichte im Doppel mit dem Moldauer Maxime Dubarenco mit Siegen über das Nummer-eins- und Nummer-drei-Duo das Finale am Freitag. (Text: MaWa / AA; Foto: GEPA pictures/ Hans Osterauer)

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