
Manuel Wachta berichtet live aus Wiener Neustadt
Zehn Minuten war es schon her, dass Andreas Haider-Maurer mit seinem Vier-Satz-Sieg über Alex Bogomolov Jr. im Davis Cup auf 2:0 für Österreich gegen Russland gestellt hatte. Doch die Freude, die war immer noch allgegenwärtig: Auf dem Weg in den Interviewraum ballte Kapitän Clemens Trimmel noch einmal die Faust in Richtung Haider-Maurer. Man weiß, was man an diesem ersten Tag in Wiener Neustadt Tolles geleistet hat und wie nahe man damit dem ersten Viertelfinale in der Davis-Cup-Weltgruppe seit 17 Jahren gekommen ist.
Jubelstimmung herrschte besonders bei Haider-Maurer nach seinem zweiten Sieg im dritten Davis-Cup-Auftritt: „Das ist einer meiner größten Siege – wenn nicht der größte. Wir reden hier vom Davis Cup, der Weltgruppe, das erste Mal für mich im eigenen Land, das ist echt großartig.“ Beeindruckend war die Vorstellung des Niederösterreichers über weite Strecken gewesen: „Die ersten eineinhalb Sätze waren mein bestes Tennis. Im dritten Satz bin ich dann beim Zumachen ein bisschen passiver geworden und hab ein schlechtes Tiebreak gespielt.“
Aber das konnte den heimischen Aufschlagriesen an diesem Tag nicht am Triumph hindern: „Ich hab im vierten Satz dann wieder aktiver gespielt, ihm gleich zu Beginn den Aufschlag weggenommen. Ich hab gewusst, dass ich der bessere Spieler bin.“ Geholfen hat freilich auch die Vorarbeit von Jürgen Melzer, der zuvor den so erhofften Auftaktsieg gegen Igor Kunitsyn eingefahren hatte: „Das war natürlich wichtig, damit hat es sich – vor allem nach der langen Wartezeit – schon leichter spielen lassen.“ Und das merkte man dem 24-Jährigen am Platz an.
Andreas Haider-Maurer im Video-Interview mit tennisnet.com:
Trimmel trat im Interviewraum hingegen ein wenig auf die Euphoriebremse: „Alle haben sehr gut gearbeitet, Jürgen und Andi vor allem mental hervorragende Leistungen geboten, auch die richtige Körpersprache gehabt, obwohl es einige brenzlige Situationen gab. Der erste Tag ist mal super gelaufen, aber wir sind noch lange nicht durch.“ Das hat der rot-weiß-rote Captain nach diesem so starken Auftakt auch dem ganzen Team kommuniziert: „Ich hab ihnen gesagt ‚Freut’s euch zehn Minuten, dann liegt der Fokus auf morgen. Volle Konzentration darauf. ’“
Wie Trimmel selbst sein Debüt auf der Trainerbank erlebt hat? „Ich war davor angespannt, aber im positiven Sinn. Ich hab einen sehr guten Draht zu den Spielern, wir haben auch im Vorfeld schon übers Coaching gesprochen, vereinbart, wie es bei jedem einzelnen aussehen soll. Und das hat am Platz dann prima geklappt. Es macht einfach riesigen Spaß, mit allen zu arbeiten.“ Überrascht war der Wiener vom 2:0 nicht als einziger: „Ja, natürlich bin ich das. Einen schöneren Start gibt’s nicht“ – um noch einmal zu betonen: „Aber jetzt gilt es, die Emotionen runterzufahren. Wir brauchen noch einen Punkt…“
Clemens Trimmel im Video-Interview mit tennisnet.com:
(Foto: GEPA pictures/ Matthias Hauer)
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