Melzer und Trimmel vor 
dem Davis Cup einig: 
„Das ist eine 50:50-Sache“ 



Am Freitag geht’s los! Drei Tage vor Beginn des Davis Cups gegen Russland hat Österreichs Neo-Kapitän Clemens Trimmel bei einer Pressekonferenz in der Arena Nova eine zufriedene Bilanz seiner ersten Tätigkeiten in seinem Amt und um die heimische Mannschaft gezogen: „Die ersten Trainingstage waren sehr intensiv. Das war aber auch so geplant, weil wir gesagt haben: Wir wollen am Anfang sehr intensive Einheiten am Platz haben und dann in Richtung Wochenende das Programm sukzessive zurücknehmen.“

 

Melzer über Trimmel: „Läuft wie erwartet“

 

Österreichs Team kommt mit dem Tempo des neuen „Chefs“ sehr gut zurecht. „Er erledigt seine Aufgabe sehr gut“, zollte auch Jürgen Melzer Trimmel Respekt. „Er ist der Kapitän, den wir von Anfang an haben wollten. Man kann ihn nicht mit seinem Vorgänger Schilli Schaller vergleichen, die beiden sind zwei vollkommen konträre Typen. Aber es läuft mit Clemens so wie erwartet – also gut.“ Trimmel gab das Kompliment zurück: „Alle in der Mannschaft sind angenehme Charaktere, der Umgang ist von gegenseitigem Respekt geprägt. Es herrscht ein guter Teamgeist, alle ziehen an einem Strang. Wenn’s eng wird, kann das entscheidend sein.“

 

„Wir können das gewinnen“

 

Melzer hat zudem mit seinem Viertelfinale in Zagreb aus der Qualifikation heraus wieder so einiges an Selbstvertrauen getankt: „Das war für mich echt super. Ich hab auch in den engen Situationen wieder das Richtige gemacht.“ Aufgrund des langsamen Untergrunds stellt sich Melzer schon jetzt auf „ziemlich lange Ballwechsel“ ein. Im Training bereitet sich das Team darauf vor, „indem wir intensive Einheiten absolvieren“, so Österreichs Nummer eins. „Am Wochenende werden wir sehen, wer damit am besten zurechtkommt.“ Sollten Österreichs Spieler in der ersten Weltgruppen-Runde des Davis Cups „das Potential ausschöpfen und alle unsere Spieler eine Top-Leistung bringen“, so Melzer, „dann wird es am Wochenende eine 50:50-Geschichte werden. Vielleicht ist es auch eine 60:40-Sache für die Russen, da sie die größere Dichte haben, schwer zu sagen. Aber wenn alles passt, können wir das gewinnen.“

 
Youzhnys Zagreb-Double „ändert nicht viel“

 

Und auch die Tatsache, dass Mikhail Youzhny in der Vorwoche das ATP-Turnier in Zagreb in Einzel und Doppel gewonnen hat, „ändert für mich nicht viel an der Ausgangsposition. Youzhny ist ein sehr gefährlicher Spieler, der sehr, sehr gut und schnell spielt.“ Auch mit Russlands zweitem Top-Spieler konnte Melzer bereits Erfahrungen sammeln: Gegen Alex Bogomolov Jr. hat er „einmal bei einem Junior-Wimbledon-Turnier gespielt – das ist also schon ziemlich lange her.“ 2004 musste er sich in der Qualifikation des ATP-Turniers von Sydney dem eingebürgerten US-Russen mit 7:6 (3), 3:6, 3:6 geschlagen geben. „Er ist ein sehr solider Spieler, der von beiden Seiten sehr gut spielt und sich gut bewegt. Er hat nicht wirklich eine Schwäche, außer seinem zweiten Aufschlag, den man gut attackieren kann.“

 

Jürgen Melzer im Video-Interview mit tennisnet.com:

 

 

Youzhny mit Schulterproblemen

 

Im zweiten Einzel wird für Österreich wohl Andreas Haider-Maurer zum Einsatz kommen. Sollte er auf Youzhny treffen, „würde ich gegen ihn locker hineingehen. Der Druck liegt bei ihm. Ich fühle mich gut, der Boden kommt mir entgegen. Das ist eine Partie, in der ich nur gewinnen kann, diese Rolle liegt mir. Ich hab sicher Chancen gegen ihn.“ Die Tatsache, dass Youzhny als Turniersieger nach Wr. Neustadt gekommen ist, spielt für den Russen selber mittlerweile keine Rolle mehr: „Für mich ist das schon wieder Vergangenheit.“ Allerdings könnte ihn eine leichte Verletzung im Training beeinträchtigen. „Ich hab Schulterprobleme. Man wird sehen, was die nächsten Tage bringen.“ Für Nikolay Davydenko, der erstmals seit Juli 2010 (Viertelfinale gegen Argentinien) von Teamkapitän Shamil Tarpischev einberufen wurde, würde es „kein Rolle spielen, wer am Freitag und Sonntag die Einzel tatsächlich spielt. Unser Team ist sehr routiniert und stark.“ In Summe gaben sich die Russen wortkarg, nur bei Bogomolov drang nach seinem Nationalitätenwechsel bereits die Vorfreude durch: „Es fühlt sich großartig an. Es war immer ein Traum von mir, Davis Cup und für Russland zu spielen.“

 

Kein Aufstellungspoker

 

Während die Aufstellung bei den Russen noch recht offen ist, ist diese bei den Österreichern ziemlich leicht zu durchschauen. „Ich hätte gerne 15 Top-100-Spieler, aus denen ich vier wählen kann“, lächelte Trimmel, „und dazu noch 20 Top-Doppelspieler. Wer starten wird, ist bei uns relativ offensichtlich.“ Die Chancenverteilung sieht Trimmel ebenfalls bei 50:50. Was da das Ziel der nächsten Tage und für den Länderkampf sei? „Ich bin nicht zum technischen Weiterentwickeln da. Das Ziel muss es einfach sein, sich am Sonntagabend sagen zu können, ‚wir haben alles probiert‘. Ob das dann reichen wird, das werden wir ja sehen…“ (Text: Presseaussendung / MaWa; Foto: GEPA pictures/ Mario Kneisl; Videos: tennisnet.com/ Manuel Wachta)

 

Clemens Trimmel im Video-Interview mit tennisnet.com:

 

 

Info für die Fans: Ab sofort gibt es auch Einzeltickets für jeden Spieltag! Infos: www.tennisaustria.at, www.wien-ticket.at sowie unter der Telefonnummer 01/58885.

 

DAVIS CUP, WELTGRUPPE,
1. RUNDE, ÖSTERREICH – RUSSLAND


Mittwoch, 8.2.2012

19:30 Uhr: Official Dinner, Theresianische Militärakademie Wr. Neustadt, Festsaal

Donnerstag, 9.2.2012

12:00 Uhr: Auslosung, Arena Nova (VIP-Bereich)


Freitag, 10.2.2012
Offizielle Eröffnung, Einzel. Beginn: ab 14:00 Uhr

Samstag, 11.2.2012
Doppel. Beginn: ab 14:00 Uhr

Sonntag, 12.2.2012
Einzel. Beginn: ab 13:00 Uhr

 

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Hier die Fotos von den Pressekonferenzen und dem Training der Russen am Dienstag:

 

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Die Russen bei der Pressekonferenz: Co-Trainer Andrei Olhovski und die Spieler Nikolay Davydenko, Mikhail Youzhny, Alex Bogomolov Jr., Igor Kunitsyn (von links nach rechts).
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Und hier die Russen am Dienstag beim anschließenden Training.
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Konzentriert schon vor den Journalisten: Trimmel, Melzer, Haider-Maurer, Peya, Marach.
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Zeit für einen Schluck Wasser muss trotzdem immer sein.
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Rot-weiß-roter Zusammenhalt: Der Teamspirit ist da.
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Kommentare
Kommentare (2)
09.02.2012 12:05:16
unbreakbar
Wird auf jeden Fall eine harte Nuss...

Für mich ist es schwer, optimistisch zu bleiben.
http://unbreakbar.blogspot.com/2012/02/es-ist-schwer-optimistisch-zu-bleiben.html
08.02.2012 12:32:22
Fearsome Force
ich rechne mit davydenko und bogomolov am freitag, youzhny kunitsyn am samstag und am sonntag wird youzhny dann vielleicht auch einzel spielen, wenn es noch notwendig ist.