
Eine Stadt im Süden des Landes präferieren Spaniens Spieler als Austragungsort des Davis-Cup-Viertelfinales gegen Österreich. Diese scheint man nun mit Murcia gefunden zu haben. Die Hauptstadt der gleichnamigen autonomen Region gilt laut spanischen Medienberichten nun als wahrscheinlichster Kandidat, um die Begegnung zu veranstalten. Die Gegend liegt in einer Halbwüste und ist eine der heißesten und trockensten Regionen Europas. Somit wäre es dort auch ohne Probleme möglich, den vom 6. bis 8. April stattfindenden Länderkampf wie von den Gastgebern geplant im Freien auf Sand auszutragen.
Alle Voraussetzungen erfüllt
Bereits während der Auftaktpartie gegen Kasachstan soll Nicolas Almagro, der als Spaniens Nummer drei durch die Absage von David Ferrer für 2012 einen Fixplatz haben sollte, die Mannschaft gefragt und von Murcia überzeugt haben. Die Stadt soll alle Voraussetzungen erfüllen: die geographische Lage (auf Meereshöhe), die nötigen Hotel-Kapazitäten und eine gute Infrastruktur. Dazu kommen mit Rafael Nadal (Balearische Inseln), Almagro (Murcia) und Juan Carlos Ferrero (Valencia) drei der zuletzt im Kader stehenden Spieler aus oder aus der Nähe der Region – was sich auch auf die Zuschauerzahlen positiv auswirken sollte.
Finanzierung fraglich: „Nicht um jeden Preis“
Noch ungeklärt ist bisher jedoch die Frage der Finanzierung. Mit Kosten von rund 500.000 bis 600.000 Euro ist bei der Ausrichtung einer Davis-Cup-Begegnung zu rechnen. Eine Investition, die bei der prekären Situation vieler spanischen Gemeinden nicht ganz so leicht zu tätigen ist. Der allgemeine Tenor der Verantwortlichen aus der Region Murcia: Alle wollen den Davis Cup zwar ausrichten – aber „nicht um jeden Preis“. Ende der letzten Woche wollte man sich offiziell um die Austragung bewerben, was allerdings nicht heißen soll, dass man die gesamten Ausgaben auch übernehmen würde.
„Wirtschaftliches Risiko sehr klein“
Alle Hebel in den Gang gesetzt hat besonders Antonio Estaca, um den Ländervergleich in der Stadt abzuhalten. Der Präsident des Tennis Clubs Murcia glaubt, „dass das wirtschaftliche Risiko, das der Davis Cup mit sich bringt, sehr klein ist.“ Sollte es schlecht laufen, riskiere man zwar Verluste von über 60.000 Euro, aber im Bewusstsein, dass diese durch die große Werbung für die Region mehr als wettgemacht würden. Und so übt sich Estaca auf die Frage, wie die Chancen stünden, dass der Länderkampf in Murcia stattfinden wird, in Optimismus: „Wenn ich einen Prozentsatz nennen müsste, würde ich sagen, zu 70 oder 80 Prozent.“
ÖTV will 1750 Karten
Als Austragungsort kommt übrigens nicht nur der Murcia Tennis Club in Frage, sondern etwa auch die Stierkampfarena „Plaza de Toros“, die alle Voraussetzungen erfüllen soll: „Sie bietet die optimalen Bedingungen. Es ist kreisförmige Arena mit perfekter Sicht, und sie ist nicht zu groß“, meinte Estaca. Unabhängig davon, für welche Austragungsstätte die Entscheidung nun fallen wird, hat der ÖTV bereits eine Anforderung an Spaniens Verband gestellt, man möchte 1750 Karten für die eigenen Fans. Dass Almagro sein luxuriöses Anwesen in Murcia verkauft, könnte für diese höchst gelegen kommen. tennisnet.com-Herausgeber Alex Antonitsch scherzt bereits: „Wenn der Davis Cup wirklich in Murcia ist, könnten wir Führungen organisieren…“ (Text: MaWa; Foto: tennisnet.com/ Manuel Wachta)
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