"Das muss man einfach 
schlucken": Jürgen Melzer 
im Audio-Interview 



Obwohl Jürgen Melzer die bisherigen vier Duelle alle ohne Satzverlust entschieden und dabei keinen einzigen Satz abgegeben hat, läuft es bei den Australian Open in Melbourne diesmal nach ausgeglichenem Beginn in Richtung des 2,08 Meter langen Ivo Karlovic, der unterstreicht, dass er an einem guten Tag jeden schlagen kann – was auch schon Djokovic oder Federer zur Kenntnis nehmen mussten. Im Tiebreak vergibt Österreichs Nummer eins ein paar Sitzer am Netz und gerät auch im zweiten Satz bald wieder in Rückstand. Melzer tut das einzig richtige, attackiert seinerseits, doch der Kroate – als Rückschläger zwischendurch eher tollpatschig – lässt phasenweise klasse Returns aufblitzen.

Karlovic wackelt zwischendurch gehörig, kann sich aber immer wieder aus den doch zahlreichen heiklen Situationen befreien, während Melzer weiterhin zu leichtfertig seine Möglichkeiten auslässt. Man hat das Gefühl, der Österreicher wartet auf eine Schwächephase des Aufschlagmonsters, aber selbst wenn sie kommt und Melzer breakt, kann er in der Folge sein Service jeweils nicht halten. Karlovic bringt den zweiten Satz mit 7:5 über die Runden und legt im dritten mit 4:0 vor, Melzer kann auf 4:3 verkürzen, muss aber knapp danach bei 3:5 gegen den Matchverlust servieren. Zwei Matchbälle wehrt er noch ab, den dritten serviert er leider mit Doppelfehler an Karlovic. Besonders bitter, weil der vielseitigere Spieler nicht imstande war, sein zweifellos größeres Potential auszuspielen.

Unterm Strich bleibt das Erstrunden-Aus nach zwei Stunden und vier Minuten sowie ein damit verbundener Rückfall im Ranking aus den Top 40. Wie weit’s exakt nach unten geht, hängt natürlich vom Abschneiden der Konkurrenten ab. Somit hofft Melzer wie zuletzt auf mehr Glück im Doppel an der Seite des Deutschen Philipp Petzschner.

Hier das Original Interview zum Anhören:

 



(Text: Andreas Du-Rieux; Foto: GEPA pictures/ Matthias Hauer)

Diesen Artikel teilen
Rating
Rating
2 gefällt das 0 gefällt das nicht

Sie müssen eingeloggt sein, um bewerten zu können.
Kommentar verfassen
Kommentar verfassen
Kommentare
Kommentare (8)
17.01.2012 18:23:58
nadalfan
Wir haben eines der größten Nachwuchstalente der Welt in unseren Reihen: Dominic Thiem. Wenn man sichs überlegt, dürfte die Zeit, die er braucht, um nach oben zu kommen, ungefähr die Zeit sein, die der Melzer noch in der Weltspitze verweilen wird: 2-3 Jahre. Wir müssen also im Forum nach und nach umsteigen. Außerdem sollten wir viel mehr kommentieren als nur Melzer und Paszek!
17.01.2012 11:32:50
Raphael
Abgesang (?)
Höchst bedauerlich wäre, wenn Melzer in der Bedeutungslosigkeit verschwände. Keiner hat im tennisnet und rundherum derart weitflächige und turbulente Erregungsstürme ausgelöst wie er, nicht einmal die fünf Besten der Weltrangliste. Er wird allen abgehen: Verächtern wie Verfechtern.
Wenn Melzer abtritt hinterlässt er eine staubige Steppe, auf der kaum entwicklungsfähige Pflänzchen gedeihen. Unsere sogenannten Nachwuchsspieler, allen voran Haider-Mauer, müssten längst im Weltzirkus mitmischen, um einiges aufzumischen. Die meisten besitzen kein Ticket für den TGV-Karrierezug. Wir müssen uns somit abfinden, bis auf weiteres wieder drittklassig zu werden.
Ein schwacher Trost, dass das etwa 10x so gewichtige Deutschland ebenfalls mit Platzierungs- und Nachwuchsproblemen (bei den Herren) eingedeckt ist.
17.01.2012 10:56:05
nadalfan
Wir müssen jetzt erstmal abwarten. Seine Superschläge sind weg. Sein Losglück auch. Wenn er sich nicht auf magische Weise gehörig steigert, darf er bald wieder in die Quali. Und dann gute Nacht...
17.01.2012 00:43:21
efti3939
@ smuser ..... TOP 100 kann kein Ziel für einen ehemaligen Top 10 Spieler sein. Wenn das dein Ziel ist, kannst Du gleich die Karriere beenden. Top 100 soll vorerst ein Ziel für einen jungen Spieler sein ( Thiem ). TOP 50 ++ interessiert nur mehr die die Familie und die engsten Freunde , aber nicht die Medien , die Sponsoren und mich, da du Matches mit ihm kaum mehr im TV oder auf LSH sehen wirst.Und wenn ich schon ein Match sehe, dann will ich nicht gleich bei einer Niederlage von ihm dabeisein. In diesem Sinn alles Gute für die Zukunft.
16.01.2012 21:37:19
nadalfan
Ich hab mir gerade das Viertelfinale von Paris gg Djokovic angeschaut. Wohin sind diese Selbstsicherheit, diese Traumschläge? Wo ist das alles hin?
16.01.2012 23:34:26
moserroland
Diese Schlaege snd in der Vergangenheit haengen geblieben. 2010 war halt DAS Jahr des JM wo halt wirklich alles gepasst hat. En Top-10 Speler ist er vom Potential nie wirklich gewesen. Dazu brauchst einen Superschlag, Top-Aufschlag und vor allem Konstanz incl. Laenge und Haerte in den Schlaegen - die hatte er einfach nie in seiner Karriere. Und auch mental war er nie ein Thomas Muster. Aber seien wir ehrlch - atp- tenis ist ein beinharter Job. Nur die Wenigsten koennen sich ueber Jahre in den Top-10 halten. Da muss man auch realistisch sein und dem Juergen seinen Karriereknick ncht zu uebel nehmen.
16.01.2012 21:12:20
nadalfan
Da muss man die leider zustimmen!
16.01.2012 21:11:25
Fearsome Force
wer gegen karlovic (den schlechtesten returnspieler unter den top 200) in 3 sätzen 5 breaks (!!!) kassiert hat in den top 100 und somit bei einem grand slam nichts verloren.