Ernüchterung in "Down 
under": Melzer und Mayr- 
Achleitner schon out 



Angesichts des bisherigen Head-to-heads hatte man von einem guten Los ausgehen können, Jürgen Melzer hatte es hingegen als „das schwerstmögliche“ bezeichnet – und damit Recht behalten: Für Österreichs Nummer eins sind die Australian Open in Melbourne bereits nach der ersten Runde beendet. Der Niederösterreicher (ATP 33) musste sich beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres dem kroatischen Aufschlagriesen Ivo Karlovic (ATP 57) mit 6:7 (3), 5:7, 3:6 geschlagen geben. Patricia Mayr-Achleitner (WTA 98) erging es bei den Damen nicht besser, die Tirolerin unterlag zum Start der Weißrussin Olga Govortsova (WTA 114) 2:6, 4:6. Letzte rot-weiß-rote Hoffnung ist damit Tamira Paszek (WTA 45), die Vorarlbergerin geht allerdings als klare Außenseiterin in die Partie gegen die fünffache Australian-Open- und insgesamt 13-fache Grand-Slam-Siegerin Serena Williams (WTA 12) aus den USA.

Abschied aus den Top 40

Alle fünf bisherigen Duelle mit Karlovic hatte Melzer gewonnen und war trotz des verpatzten Saisonauftakts in Brisbane mit der Niederlage gegen seinen deutschen Doppelpartner Philipp Petzschner als Favorit ins Match gegangen. Doch statt des erhofften Erstrunden-Siegs hieß es für den 30-Jährigen nach 2:04 Stunden Spielzeit Abschied nehmen. Während Melzer nur zwei Asse erzielte, aber acht Doppelfehler servierte, spielte Karlovic seine Aufschlagstärke voll aus und kam auf 24 Asse bei drei Doppelfehlern – ein Hauptgrund für die erste Auftaktniederlage Melzers bei einem Grand Slam seit den Australian Open 2010. Diese hat in der Weltrangliste bittere Auswirkungen: Nach dem Vorjahres-Achtelfinale in Melbourne fallen dem Schützling von Joakim Nyström 180 Punkte raus. Er wird sich damit voraussichtlich auf einem Rang um 43 wiederfinden und wäre dann genauso schlecht klassiert wie zuletzt am 12. Oktober 2009.

 

Mayr-Achleitner vergibt 4:1

Die Enttäuschung saß bei Melzer tief, er zeigte sich via Twitter (O-Ton) „not amused. Das ist hart zu verdauen. Aber das Leben geht weiter!“ Auch bei Mayr-Achleitner war der Frust groß, für sie war es die fünfte Auftaktniederlage in Folge bei den Grand-Slam-Turnieren. Und das gegen eine Gegnerin, gegen die sie sich gute Chancen auf den dritten Zweitrunden-Einzug ihrer Karriere nach den Australian Open und Wimbledon 2009 ausgerechnet hatte. Im zweiten Satz hatte es kurz so ausgesehen, als würde die 25-Jährige in Schlag kommen, doch nach einer 4:1-Führung lief nicht mehr viel zusammen. Die niedergeschlagene heimische Nummer zwei wollte im Audio-Interview mit Andreas Du-Rieux nichts beschönigen:
 



(Text: MaWa; Audio-Interview: Andreas Du-Rieux; Foto: GEPA pictures/ Walter Luger)

 

Die aktuellen Auslosungen und Ergebnisse aus Melbourne gibt es hier.

 

Den aktuellen Spielplan gibt es hier.

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Kommentare (16)
17.01.2012 01:12:32
doppelfehler
Natürlich kann man Federer mit Melzer vergleichen und zwar vom A L T E R.Logisch hat Fed mehr Talent und Klasse und spielt in anderen Sphären.Trotzdem gehört er noch zu den besten 3 Spielern der Welt,während Melzer sich strecken wird müssen um die Top 50 zu halten,statt die top20 nochmal anzugreifen.
Wobei einige ganz Gescheite hier Roger schon in die Alterspension schicken wollten,da er nicht mehr Nummer 1 ist....
Und zur Karlovic Partie.Es ist sicher kein Unglückslos gegen einen anzutreten,gg den man noch keinen Satz verloren hat.Jetzt auf einmal war er ein ganz unangenehmer Gegner gegen den man nicht zum Spielen kommt?War das in den vorhergehenden Partien anders?Hat Karlovic da noch nicht sevieren können?8 Doppelfehler leichte Volleyfehler usw.Kein Vorwurf nur für mich wieder eine Bestätigung,das es mental und noch immer am Selbstvertrauen mangelt...leider wie letztes Jahr
17.01.2012 01:15:44
doppelfehler
Achja und wer einen anderen Vergleich braucht.Nieminen hat nach vielen Jahren der Sieglosigkeit nun wieder ein Turnier gewonnen.Und nun ratet mal wie alt der ist.......
16.01.2012 20:41:57
Raphael
Zeiten gab es, da habe ich – gegen bessere Einsicht -–- gehofft, Melzer möge dazulernen und sein hochgerechnet bescheidenes Arsenal vor allem an Cleverness und Taktikverständnis erweitern oder wenigstens ummodeln. Nichts davon. Der Circuit wird immer härter, die Gegner durch Melzers Platzierung immer unangenehmer und stärker. Nach menschlichem Ermessen scheint unser Gladiator immer mehr Sand zu schmecken als Höhenluft. Den Altersdruck nicht zu vergessen! Was bleibt übrig?
Ein schadhaftes Auslaufmodel. Leider!
16.01.2012 19:33:36
smuser
@nadalfan
Du wirst doch nicht ernsthaft einen Melzer mit einem Federer vergleichen wollen, oder? Wenn ja, dann müsst ich dich fragen, was DEIN Problem ist. Jetzt mal ernsthaft: blende mal das Jahr 2010 aus und resümiere Jürgen Melzers Tenniskarriere (gewonnene Spiele, Ranking,...), was ist deine Conclusio?
16.01.2012 18:45:04
nadalfan
Der Federer ist auch 30 und spielt trotzdem wie ein Gott. Ich verstehe nicht, was eigentlich das Problem mit dem Jürgen ist. Spielerisch, mental und ausdauertechnisch sollte doch alles passen. Was ist also das Problem?
16.01.2012 18:31:00
moserroland
Aber Spaß beiseite: Der Zug scheint endgültig abgefahren. Gott sei Dank habe ich das Match nicht gesehen, aber seit Juli 2011 hat Melzer ein einziges Mal (!!!!!!!!) zwei Matches hintereinander gewonnen. Das sagt wohl alles, oder? Melzer ist total am absteigenden Ast, der Abflug in die Bedeutungslosigkeit im Tenniszirkus steht vor der Tür!!! Aufgrund seines Alters glaube ich auch nicht mehr, daß er noch mal zurück kommt.
16.01.2012 18:21:03
moserroland
Karlovic im Interview nach dem Match gegen Melzer: Das war das Spiel meines Lebens.....
16.01.2012 18:04:25
nadalfan
@Raphael Glaubst du nicht, dass er das Zeug hat, wieder zurückzukommen?
16.01.2012 17:19:59
Raphael
Melzer müsste sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf ziehen, was einem Wunder gleichkäme.
An die Glaubensgemeinde: Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.
Geheimrezept für Melzer:
1) Sich nicht selbst und von Besseren abschreiben, damit er wieder anschreibt.
2) Kein Glücksauslosungen mehr.
16.01.2012 16:19:23
nadalfan
Ich würde ihn noch nicht abschreiben. Vielleicht liegt ihm die Underdog-Rolle einfach mehr. Er hat seine größten Erfolge ja meistens völlig überraschend gefeiert. Es kann gut sein, dass ihm das wieder gelingt, wenn kein Druck mehr auf ihm lastet!
16.01.2012 13:28:23
Raphael
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, und das Theaterstück nicht vor der Premiere verreißen. Deshalb habe ich mich zurückgelehnt und abgewartet, wie sich der Melzerexpress oder (Ver-) Bummelzug den Hang aufwärts oder abwärts quält.
Bruchlos hat unser Champion an seine laxen Leistungen des Vorjahres angeschlossen, gekrönt durch die unfreundliche Behandlung seines Doppel-Pets, dann zwei scheinbare High-lights in einem nicht sehr prominent besetzten Einladungsturnier, bei dem es nicht einmal um die Ehre ging – der unterlegene Tsonga ließ sich gleich darauf auch von Nishikori vermöbeln – und nachher hätte Melzer die dornige Durststrecke eines Grand Slams zu durchqueren, bei dem er bereits im Hinterland stolperte und zwar gegen einen sogenannten Lieblingsgegner namens Karlovic, gegen den er noch nie verloren hatte und der sich mit Jürgen einen Karl machte. Übrigens Karl: Karl Kraus, der schonungslose Satiriker, meinte einst, der Österreicher werde durch Schaden dümmer, nicht klüger. Hatte er dabei Melzer im Visier?
Ein Lichtblick: Melzer verwertete den ultimativen Matchball gegen sich durch einen unannehmbaren Doppelfehler.
Analysen haben seine Stärken und zunehmenden Schwächen vollkommen ausgelutscht. Neues kann nur von Melzer selbst kommen. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Es beunruhigt mich außerordentlich, dass ich nichts zurücknehmen muss, sondern Melzer mir aufgrund seiner Fehltritte verständig und insgeheim zuprostet.
Voraussagen zu seiner Berg- und Talfahrt werden immer wahrscheinlicher. Melzer scheint vom Weltklassespieler zum Glücksspieler mit dem meisten Pech zu verkommen. Wie hieß es doch wohlgemut in der Vorschau? LOSGLÜCK FÜR MELZER! Fast eine Garantie, dass er rausfliegt.
Seine vorhersagbaren Niederlagen-Quoten steigen rasant an wie die Haushaltsdefizite, womit er sich leider und willig und völlig dem Zeitgeist beugt.
Wer an Melzer noch glaubt, möge sich vorsorglich den Wahlspruch des Tertullian ans Tennisleibchen heften: Credo, quia absurdum est.
16.01.2012 15:14:05
Tennisfritz
nachdem sich melzer ja laut interview zu den besseren tennisspielern in melbourne zählt, hat er natürlich auch ein pech gehabt, dass er mit karlovic auch einen der "besseren" zugelost bekommen hat.

wobei ich aber nicht glaube, dass er die besseren 64 in der weltrangliste gemeint hat, die in melbourne im raster sind, sondern im moment sich der realität ein bisschen zu entziehen versucht...

keine frage - karlovic ist ungut zu spielen - so gut dürfte ers dann laut berichten aber eh nicht getroffen haben, vor allem beim return.

und von mir aus tut sich melzer gegen petzschner einfach auch schwer, der ist ja auch ungut zu spielen.

aber man kann davon ausgehen, dass von den top100 sehr viele "ungut" zu spielen sind.

kunitsyn war ja angeblich "angenehm" zu spielen und "malisse" auch bei den letzten 2 grand slams - komisch, dass es da auch nicht gereicht hat.

aber: ich glaube ja noch immer, dass es nur mehr besser werden kann - jetzt hat melzer zumindest mal bis monte carlo zeit, sich ein paar punkte rauszuspielen bevor er die 360 punkte dort auch noch verliert. 3 monate sollten für einen der "besseren" spieler eh reichen, um zumindest so viele punkte sammeln zu können.
16.01.2012 10:45:09
nadalfan
Das Head to Head spielt ja im Kopf eine Rolle. Dass er aber nicht mal einen Satzgewinn verbuchen kann, ist sehr ernüchternd. Ich hoffe, dass er das halbwegs gut wegsteckt und wieder angreift.
16.01.2012 10:04:58
smuser
Wie bereits letzte Woche gepostet: Top 100 muss das Jahresziel sein! Alles Gute!
16.01.2012 09:27:44
Tennischief
Echt schade!!

Hätte gerne das Match Melzer-Federer gesehen in der 3. Runde.
16.01.2012 09:00:28
KarliKreuzer
Vielleicht sollte in Zukunft der Berichterstatter das Ganze nicht immer nach HEAD TO HEAD sehen. Auch wenn Melzer da führt. Karlovic ist so ziemlich das schlimmste Erstrundenlos das man sich wünschen kann.


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