
Die Tenniswelt blickte heute gebannt nach "Down under", als sich zwei der Größten aller Zeiten duellierten. Die Dauerrivalen Roger Federer (ATP 3) und Rafael Nadal (ATP 2) standen sich im ersten Halbfinale der Australian Open in Melbourne gegenüber. Im direkten Vergleich führte Nadal vorher mit 17:9, doch der Spanier selbst betonte vor dem Spiel: "Das sind nur Zahlen, das bedeutet nichts." Allerdings zeigte es allemal, wer mit der Spielweise des Anderen bisher besser zu Recht kam. Und das änderte sich auch an diesem Donnerstag in der dicht gefüllten Rod Laver Arena nicht, Nadal zog nach unglaublich umkämpften 3:42 Stunden mit einem 6:7 (5), 6:2, 7:6 (5), 6:4 ins Finale ein. tennisnet.com-Herausgeber Alex Antonitsch kommentierte das Match im tennisnet.com-Ticker live mit. Sein Tipp „Einfach Roger“ ging nicht auf, dennoch war er nur einerseits enttäuscht...
Alex Antonitsch zieht sein Resümee: „Ich bin noch nie so oft angerufen, teils gestört und angemailt worden während einer Partie wie heute, es dürften so viele gesehen haben. Für mich als bekennenden Federer-Fan ist es natürlich bitter, er hat seine Chancen letztendlich nicht genützt, aber man muss an dieser Stelle auch Nadal Anerkennung geben. Dem Tennis kann gar nichts Schöneres passieren, als wenn solche Gegensätze aufeinanderprallen. Beide haben in dieser irrsinnig spannenden und mitreißenden Partie ihre Chancen gehabt. Am Ende hat Federer noch einmal einen Matchball abgewehrt, selber Möglichkeiten auf das Rebreak vergeben – es war wirklich alles drinnen in diesem Spiel. Federer hatte mit knapp über 60 Prozent ersten Aufschlägen halt fast noch zu wenige drinnen, er ist dabei auch auf zu wenige Freipunkte gekommen. Man muss klar sagen: Er muss am Limit spielen, sonst geht es gegen Nadal einfach nicht. Hut ab vor den beiden, eines haben sie auf jeden Fall erreicht: Die mit Abstand beste Werbung fürs Tennis zu machen, die es nur geben kann.“
Sieger Rafael Nadal im On-Court-Interview mit US-Legende Jim Courier: „Ich hab mir nach dem 6:1 im Tiebreak des dritten Satzes bei 6:5 nur gedacht ‚Bitte gewinn den Punkt‘. Ich war sehr nervös. Es ist richtig taff im Tiebreak, besonders gegen den Größten der Geschichte mit Rod Laver. Es ist immer eine Ehre gegen Roger zu spielen, es war auch dieses Mal wieder ein fantastisches Match. Vor zwei Samstagen, als ich die Probleme mit meinem Knie hatte, da hätte ich nie gedacht, hier und heute im Finale zu stehen. Das ist einfach nur unglaublich.“
7:6 (5), 2:6, 6:7 (5), 4:6 – Unglaubliches Game! Nadal erspielt sich einen Matchball, doch verzieht einen Passierball haarscharf. Federer erspielt sich eine Breakchance, Nadal scheint schon geschlagen, spielt aber einen meterhohen Lob genau auf die Linie, Federer vergibt von der Grundlinie. Und noch einen weiteren Breakball kann Nadal diesmal souverän abwehren, ehe zwei Fehler von Federer das Match beenden. Was für ein Kampf, was für eine epische Schlacht! Nadal steht nach seinem Sieg 2009 zum zweiten Mal im Finale der Australian Open in Melbourne.
7:6 (5), 2:6, 6:7 (5), 4:5 – Break Nadal! Chancen für beide, doch letztendlich nützt Nadal seine Möglichkeit. Federer verzieht eine Vorhand knapp, lässt das Hawk-eye zwar noch die Entscheidung überprüfen, aber vergeblich. Nadal serviert auf den Einzug ins Finale!
7:6 (5), 2:6, 6:7 (5), 4:4 – Da war die Chance für Federer! Doch der Schweizer verzieht bei Breakball eine Vorhand-Inside-out knapp, Nadal bringt mit Mühe sein Aufschlagspiel durch und zieht wieder gleich.
7:6 (5), 2:6, 6:7 (5), 4:3 – Nadal zu null, Federer zu 15. Immer noch kein Break im vierten Satz. Wer holt sich das erste oder gibt es überhaupt ein Break?
7:6 (5), 2:6, 6:7 (5), 3:2 – Das war knapp! Federer packt nach 15/40 einen guten zweiten und einen guten ersten Aufschlag aus. Dennoch muss er bei 30/40 zittern, auf einen schlechten Volley folgt allerdings ein guter, der Einstand und in der Folge das Game.
7:6 (5), 2:6, 6:7 (5), 2:2 – Über drei Stunden schon gespielt. Nadal zieht zunächst gleich. Alex Antonitsch gibt Eurosport-Kommentator Matthias Stach Recht: „Wie er gesagt hat: Federer nützt die Chancen aus dem Halbfeld nicht. Anfang des dritten Satzes ist er noch einmal von der Schippe gesprungen, aber auch im Tiebreak hat er aus den Bällen im Halbfeld wieder zu wenig gemacht. Die reichen vielleicht gegen del Potro, aber gegen Nadal nicht. Er hat mit Chancen den dritten Satz verloren, das kann jetzt in die andere Richtung laufen. Aber bei Federer weiß man es nie, vielleicht zieht er sich mit ein paar Winnern rasch wieder aus dem Schlamassel heraus und kommt wieder in Fahrt. Das muss man ihm jederzeit zutrauen, wenn dann Jemandem wie ihm. Aber Nadal schenkt ihm so gut wie nichts. Die Phasen, in denen Federer top spielt, sind bisher zu kurz oder er nützt seine Chancen nicht.“
7:6 (5), 2:6, 6:7 (5), 2:1 – Federer wackelt als Erster im vierten Durchgang! Doch die sehr beeindruckende Antwort auf ein 30/40: Service-Winner, Ass, perfekter Netzangriff. Die Führung für den 16-fachen Grand-Slam-Sieger.
7:6 (5), 2:6, 6:7 (5), 1:1 – Solide Aufschlagspiele zu 15 für Federer und Nadal. Jetzt liegt es wieder an Federer, vorzulegen.
7:6 (5), 2:6, 6:7 (5) – Der insgesamt sechste Satzball reicht Nadal! Er serviert bei 6:5 wie erwartet Federers Rückhand an und punktet mit einer umlaufenen Vorhand aus der Rückhand-Ecke heraus. Federer bringt den Ball nicht mehr zurück, Nadal darf über eine 2:1-Satzführung jubeln.
7:6 (5), 2:6, 6:6, 4:6 – Federer verzieht eine weitere Vorhand, fünf Satzbälle für Nadal. Doch der Schweizer kämpft, gewinnt beide Aufschlagpunkte von Nadal und seine eigenen zum 5:6. Geht da noch was?
7:6 (5), 2:6, 6:6, 1:5 – Nadal gewinnt beide Aufschlagpunkte und Federer greift daraufhin zu unpräzise an – Passierschlag Nadal, 5:1 für den Spanier. Die Entscheidung im dritten Satz?
7:6 (5), 2:6, 6:6, 1:2 – Federer vergibt gleich zu Beginn einen leichten Volley – und Nadal holt sich im Anschluss das erste Minibreak mit einem starken Stoppball. Doch der zweite Aufschlagpunkt geht an Federer – 1:2. Der Spanier ist immer noch im Vorteil.
7:6 (5), 2:6, 6:6 – Es geht zum zweiten Mal in diesem Match ins Tiebreak! Nadal hält nach 15/30 seinen Aufschlag, Federer gewinnt sein Pflichtgame erst nach Abwehr eines Satzballs! Wer holt sich jetzt die 2:1-Satzführung?
7:6 (5), 2:6, 5:5 – Die Pflicht ist erledigt, Federer zieht ebenso klar nach, verliert nur einen Punkt. 5:5 im dritten Satz. Gibt’s noch ein Break oder gibt’s zum zweiten Mal ein Tiebreak?
7:6 (5), 2:6, 4:5 – Nadal wieder ganz locker zu 15 bei eigenem Aufschlag. Jetzt muss Federer gegen den 1:2-Satzrückstand servieren. Alex Antonitsch freut sich als eingefleischter Federer-Fan zwar nicht über den Spielstand, ist vom Spiel aber dennoch begeistert: „Dieses Match zieht wieder einmal alle in seinen Bann. Selbst Kim Clijsters ist nach ihrem Halbfinal-Aus noch nicht heimgefahren, sondern sieht sich live in der Rod Laver Arena das Spiel an.“
7:6 (5), 2:6, 4:4 – Und gleich wieder zu 15 das Rebreak für Nadal. Alex Antonitsch meint: „Da hat Roger ihn jetzt ausgelassen. Gleich einen Doppelfehler serviert, nicht mehr zu den Linien gegangen, das darf man nicht gegen ihn. Wenn Federer nicht volles Risiko spielt, ist Nadal eben sofort wieder da.“
7:6 (5), 2:6, 4:3 – Break für Federer! In einem langen, umkämpften Game verwertet er seine vierte Chance zur Führung. Alex Antonitsch glaubt: „Roger ist back im Business! Anfang des dritten Satzes hat er echt Glück gehabt, dass er bei 0:1 nach 0/40 noch den Aufschlag gehalten hat. Jetzt hat er seine vierte Chance genützt. Es wäre alles angerichtet, die Vorentscheidung könnte in diesem Satz gefallen sein, wenn Roger so weiter macht.“
7:6 (5), 2:6, 3:3 – Nadal hält zu 15, Federer muss nach 40/0 noch kurz zittern: Nach einem Doppelfehler und einem Netzroller-Passierball von Nadal steht es 40/30, Federer attackiert mit dem zweiten Aufschlag und spielt Serve-and-Volley. Und Nadal verzieht den Return.
7:6 (5), 2:6, 2:2 – Blitz-Aufschlagspiel von Federer: Auch der „Maestro“ hält zu null.
7:6 (5), 2:6, 1:2 – Das war knapp für Federer! Er zieht nach 0/40 noch einmal den Kopf aus der Schlinge, Nadal gewinnt aber anschließend wieder mühelos zu null sein Servicegame.
7:6 (5), 2:6, 0:1 – Nichts zu holen für Federer, Nadal hält zu null seinen Aufschlag. Alex Antonitsch registriert: „Die Körpersprache und Spannung vom ersten Satz sind bei Federer weg, das ist nicht der Roger, den ich kenne, auch wenn ich ihn auch schon so spielen gesehen hab. Es fängt alles derzeit wieder bei null an, aber das Momentum ist klar bei Nadal.“
7:6 (5), 2:6 – Es geht weiter – und zwar wieder mit einem weiteren Break zu null in diesem Satz: Nadal stellt mit seinem dritten Break in Federers letzten vier Aufschlagspielen auf 1:1 in Sätzen. Alex Antonitsch analysiert: „Federer ist derzeit gerade komplett von der Rolle. Ob das Feuerwerk ihn auch ein bisserl aus dem Rhythmus gebracht hat, weiß ich zwar nicht, aber ich finde es ziemlich schräg, ein so wichtiges Match durch so etwas zu unterbrechen.“
7:6 (5), 2:4 – Von 0:1 mit Break auf 4:2: Jetzt hat Nadal den zweiten Satz völlig gedreht. Ein unglaublicher Passierschlag bringt dem Mallorquiner drei Breakchancen. Die dritte nützt er – mit einem ebenso unfassbaren Passierschlag. Alex Antonitsch: „Leider hat Roger diese Chance vorhin ausgelassen – und sofort das Break kassiert.“
7:6 (5), 2:3 – Die Chance war da. Doch Federer trifft beim Breakball eine Vorhand-Longline unsauber, der Ball fliegt ins Aus – und Nadal holt sich das Game noch.
7:6 (5), 1:1 - Mitnichten! Auch Nadal breakt zu null, alles wieder offen im zweiten Satz.
7:6 (5), 1:0 - Federer legt nach, schafft nach beeindruckendem Spiel gleich zu null das Break. Läuft das Spiel jetzt in seine Richtung?
7:6 (5) - Der dritte Satzball sitzt! Ein Rückhand-Fehler von Nadal sichert Federer den ersten Durchgang. Alex Antonitsch weiß: "Das war enorm wichtig für Roger. Man hat gesehen, was für ein Stein ihm vom Herzen gefallen ist und was für eine Bedeutung das hatte. Wenn er den Satz nach der Führung noch verloren hätte, wäre das ganz rauf ins Oberstübchen vorgedrungen. Bis 4:1 musste Nadal ja froh sein, dass es nicht 5:0 steht, das war beeindruckendes Tennis von Roger. Aber wenn man kurz nachlässt, fängt Nadal gleich zum Aufräumen an und sitzt einem sofort wieder im Genick."
6:6, 6:3 - Federer transportiert das Minibreak bis hierher - bedeutet drei Satzbälle für den Schweizer.
6:6, 2:0 - Federer holt das erste Minibreak. Aber von einer Vorentscheidung sind wir wohl noch weit weg.
6:6 - Beide halten erneut souverän ihren Aufschlag, geben jeweils nur einen Punkt ab. Das Tiebreak muss den ersten Satz entscheiden.
5:5 - Drei Aufschlagspiele in Folge zu null - Nadal und Federer lassen beide nichts anbrennen.
4:3 - Da ist das Rebreak! Federer muss seinen Aufschlag abgeben. Alles wieder in der Reihe. "Bitter für Roger, er war bis dahin völlig unantastbar", sagt Alex Antonitsch.
4:2 - Nadal verkürzt neuerlich, liegt aber immer noch ein Break zurück.
4:1 - Wieder gibt sich Federer keine Blöße, er bleibt bei eigenem Service unangetastet.
3:1 - Jetzt steht auch er auf der Anzeigetafel: Nadal verkürzt.
3:0 - Wieder keine Probleme für Federer bei eigenem Aufschlag, er verliert nur einen Punkt. "Ein perfekter Start für Roger", meint Alex Antonitsch. Wann schreibt Nadal das erste Mal an?
2:0 - Und da ist schon das erste Break! Nadal hat die Chance zum Ausgleich, doch Federer sichert sich über Einstand das Game.
1:0 - Ein Auftakt nach Maß: Federer hält zu null seinen Aufschlag.
(Text: MaWa; Fotos: GEPA pictures/ Matthias Hauer; Fotocollage: Christian Albrecht Barschel)
Die aktuellen Auslosungen und Ergebnisse aus Melbourne gibt es hier.
Den aktuellen Spielplan gibt es hier.
Schmidolin
Fearsome Force
melbourner
stronzo