Starke Auftritte – Viertelfinals für Gerald und Jürgen Melzer

Der Jüngere steht im marokkanischen Mohammedia unter den letzten Acht, der Ältere im belgischen Mons.

von Manuel Wachta
zuletzt bearbeitet: 05.10.2016, 00:00 Uhr

Gerald Melzer

Mit seinem 3:6, 6:2, 7:6 (4) über den zweitgesetzten Deutsch-Jamaikaner Dustin Brown (ATP 65), nach 3:6,-1:2-Rückstand mit Break, hatte er den zweitbesten Sieg seines Comebacksnach seiner Schulteroperation im letzten Herbst gefeiert und ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Am Mittwochnachmittag ist es Jürgen Melzer beim ATP-Challenger in Mons jetzt auch gelungen, nachzusetzen, der Ex-Weltranglisten-Achte ist beim 106.500-Euro+H-Hallen-Hartplatzturnier in Belgien ins Viertelfinale eingezogen. Der 35-jährige Niederösterreicher (ATP 540), der per Protected Ranking im Hauptbewerb steht, besiegte im Achtelfinale im Linkshänder-Duell den Franzosen Kenny de Schepper (ATP 150) mit 6:2, 7:6 (3). Den erfolgreichen Tag beschloss er im Doppel mit dem Vorarlberger Julian Knowle mit einem 6:4, 3:6, 10:6 über die Weißrussen Sergey Betov und Ilya Ivashka. Im Viertelfinale warten Donnerstag die zweitgereihten Brüder Ken und Neal Skupski (Großbritannien), gegen die sie erst vergangene Woche in Orléans 6:4, mit 6:4 gewonnen hatten.

War Melzers Coup am Vortag noch heiß umkämpft gewesen, so lieferte er diesmal über weite Strecken eine sehr souveräne Vorstellung ab. Im ersten Game vergab er drei Breakbälle, nahm de Schepper darauf aber das Service bei 1:1 und zu null bei 4:2 ab und ließ keine Breakchance gegen sich zu. Im zweiten Satz hielt er lange Zeit ein Break aus dem ersten Game, wehrte vier Breakmöglichkeiten ab, doch ausgerechnet beim Ausservieren setzte es den Aufschlagverlust. Aus einem 5:3 wurde ein 5:6 und 0:30, Melzer konnte allerdings den Satzausgleich abwenden und legte schließlich ein starkes Tiebreak nach, in dem er de Schepper nichts schenkte. Damit sind dem Deutsch-Wagramer 25 ATP-Zähler gewiss, mit denen er sich wieder in unmittelbare Nähe der besten 450 schieben wird. Ein weiterer Sieg brächte ihn dicht an die Top 400 heran. Im Einzel steht aber zunächst ein Ruhetag bevor. Freitag geht's weiter, gegen Orléans-Finalist Norbert Gombos (ATP 218) aus der Slowakei oder den Russen Daniil Medvedev (ATP 130).

Gerald Melzer überzeugt, Novak im Pech

Genauso stark wie erfreulich verläuft der Auftritt seines jüngeren Bruders Gerald in Marokko. Der 26-Jährige hat beim ATP-Challenger in Mohammedia am Freitag ebenfalls den Sprung in das Viertelfinale geschafft. Nach einem 6:2, 6:1 über den Chilenen Christian Garin (ATP 260) fertigte der zweitgereihte Niederösterreicher (ATP 87) am Mittwoch zu Mittag dann auch den 17 Jahre alten Norweger Casper Ruud (ATP 259) in nur 55 Minuten mit 6:1, 6:0 ab, dabei ließ er seinem Gegner nur das erste Spiel und verpasste ihm danach quasi die Höchststrafe. So wie in seiner ersten Partie musste er kein einziges Mal seinen Aufschlag abgeben und wehrte auch diesmal alle drei Breakbälle gegen sich ab. Ein bemerkenswert klarer Sieg, hatte der Sohn des Ex-Profis Christian Ruud doch erst vor wenigen Wochen in Sevilla, im noch so jungen Alter, einen ersten ATP-Challenger-Pokal geholt. Für Melzer geht's schon am Donnerstagvormittag gegen den fünftgesetzten Slowaken Andrej Martin (ATP 121) um ein Halbfinal-Ticket. Bitter war das 42.500-Euro+H-Sandplatzturnier für Dennis Novak verlaufen. Der Niederösterreicher (ATP 230), der im Burgenland wohnt, war dem starken Niederländer Thiemo de Bakker (ATP 148) am Montag mit 6:3, 4:6, 6:7 (8) unterlegen gewesen und verspielte dabei drei Matchbälle im Tiebreak - bei einem setzte er einen recht leichten Volley seitlich ins Aus. Damit verpasste der 23-Jährige unglücklich die Revanche für die 1:6,-3:6-Abfuhr der US-Open-Qualifikation.

von Manuel Wachta

Mittwoch
05.10.2016, 00:00 Uhr