Auch Jürgen Melzer scheitert am großen Österreicher-Schreck

Das heimische Aushängeschild unterliegt als nunmehrig dritter rot-weiß-roter Vertreter einem polnischen Teenager.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 09.08.2016, 15:21 Uhr

Jürgen Melzer

Es hätte alles nicht passieren müssen. Denn bereits in der ersten Runde der Qualifikation hatte Tristan-Samuel Weissborn (ATP 1008) gegen ihn eine 6:2,-5:3-Führung, vier Matchbälle und im dritten Satz nochmal einen 4:1-Vorsprung gehabt und am Ende doch noch mit 6:2, 6:7 (3), 6:7 (5) verloren. In der dritten und letzten Runde der Vorausscheidung unterlag David Pichler (ATP 703) ihm mit 1:6, 2:6 ebenso. Und jetzt ist auch Jürgen Melzer am großen Österreicher-Schreck von Trnava, Hubert Hurkacz , gescheitert. Der 35 Jahre alte Niederösterreicher (ATP 350), der eine Wildcard erhalten hatte, musste sich dem erst 19-jährigen Polen (ATP 399) am Dienstagnachmittag in der ersten Hauptbewerbsrunde des 42.500-Euro+H-Sandplatzevents in der Slowakei trotz Satzführung letztlich verdient mit 6:4, 1:6, 2:6 geschlagen geben.

Rückschlag bei der Comeback-Tour

Melzer hatte mit seinen überaus imposanten Auftritten im Davis Cup ( Doppel- und Einzelsieg in der Ukraine) und bei den Generali Open Kitzbühel ( Viertelfinale mit Erfolg gegen Dominic Thiem ) eine starke Rückkehr nach langer Zwangspause aufgrund einer Schulteroperation vom Herbst gefeiert. War er letzte Woche beim Liberec-Challenger wenigstens bis ins Achtelfinale gekommen , so musste der Ex-Weltranglisten-Achte diesmal doch einen Rückschlag bei seiner Comeback-Tour hinnehmen. Dabei startete der Linkshänder aus Deutsch-Wagram zuerst noch gut, schaffte im ersten Game ein Break - und verwaltete es gegen den schwach returnierenden Hurkacz locker bis zum Schluss. Im zweiten Satz verlor Melzer danach aber völlig den Faden, der starke, böige Wind tat sein Übriges. Sein Gegner fand trotzdem allmählich den Rhythmus, bis 0:5 kam Österreichs Tennis-Ass nur zu vier Punktgewinnen.

Nur Neuchrist mit Erfolgserlebnis

Melzer konnte die Höchststrafe erst nach Abwehr eines Satzballs bei 0:5 abwenden, doch eine Entscheidung musste im dritten Durchgang fallen - und dieser verlief für ihn wenig glücklich. Nachdem er ganz zu Beginn noch zwei Breakbälle abwehren konnte, kassierte er den letztlich vorentscheidenden Aufschlagverlust zum 2:3. Im Spiel davor verspielte er vier Breakchancen, im Game darauf nochmal zwei, damit hatte er sein Pulver dann verschossen. Während Melzer in der Slowakei punktemäßig leer ausging, durfte sich Max Neuchrist über ein Erfolgserlebnis freuen. Der Wiener, der im Einzel zum Qualifikations-Auftakt an Pichler gescheitert war (3:6, 3:6), schlug im Doppel mit David Pel (Niederlande) die drittgelisteten Ariel Behar (Uruguay) und Dino Marcan (Kroatien) trotz 2:5-Rückstand im Tiebreak des zweiten Satzes mit 7:5, 7:6 (5). Weissborn hat sein erstes Match mit Julian Knowle noch vor sich: Der Niederösterreicher eröffnet mit dem Vorarlberger Routinier gegen Karol Beck (Slowakei) und Artem Dubrivnyy (Russland).

Hier die Ergebnisse aus Trnava: Einzel , Doppel , Einzel-Qualifikation .

Hier der Spielplan.

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09.08.2016, 15:21 Uhr