ATP Cup: Die erstaunliche Wandlung des Fabio Fognini

Italien steht im Endspiel des ATP Cups in Melbourne. Auch weil Fabio Fogninizu seiner Form gefunden hat.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 06.02.2021, 09:48 Uhr

Fabio Fognini - manchmal auch nervenstark
© Getty Images
Fabio Fognini - manchmal auch nervenstark

Es war gewissermaßen angerichtet für einen Klassiker aus der Feder von Fabio Fognini: Gerade hatte der Italiener beim Stand von 5:3 im dritten Satz gegen Pablo Carreno Busta drei Matchbälle vergeben, jetzt legte er zum Auftakt des zehnten Spiels auch noch einen nicht ganz einfachen, aber doch machbaren Volley ins Netz. Beste Voraussetzungen für eine Wende also? Von wegen. Fognini dominierte die folgenden Ballwechsel mit seiner Vorhand, brachte Italien im Halbfinale des ATP Cups 2021 gegen Spanien mit 1:0 in Führung.

Eine erstaunliche Leistung, nimmt man die maximal lustlose Vorstellung gegen Österreichs Dennis Novak zum Auftakt als Maßstab. Der darauffolgende Sieg gegen Benoit Paire war erfahrungsgemäß mit Vorsicht zu genießen - denn auch der Franzose neigt dazu, Matches manchmal einfach laufen zu lassen. Carreno Busta aber ist ein Gegner, der keine Punkte verschenkt. Fognini musste sich das 6:2, 1:6 und 6:4 hart erarbeiten.

Fognini auf Kurs Nadal

Fognini hat die Corona-Pause im vergangenen Jahr für Operationen an beiden Sprunggelenken genutzt, danach keine rechte Spielfreude mehr entwickeln können. An guten Tagen wie am Samstag in Melbourne zählt der mittlerweile 33-Jährige noch immer zu den flinksten Spielern auf der Tour. An normalen Tagen dagegen bleibt die Rückhand zu oft im Netz hängen, fallen die Dropshots zu kurz aus.

Bei den Australian Open muss Fognini in Runde eins gegen Pierre-Hugues Herbert ran, bei optimalem Turnierverlauf würde ein Achtelfinale gegen Rafael Nadal warten. Der Spanier ist dieser Tage ebenfalls eine Sphinx - beim ATP Cup hat er sich nur als besonders ambitionierter Cheerleader gezeigt. Fognini hat gegen Nadal bei den US Open 2015 einen 0:2-Satzrückstand gedreht - nur um eine Runde später gegen Feliciano Lopez unterzugehen.

Berrettini Chef im Team

Seine Rolle beim ATP Cup kommt Fabio Fognini sicherlich nicht ungelegen: Vorneweg stürmt Matteo Berrettini, der als Nummer eins naturgemäß auch die schwierigeren Kontrahenten zu bespielen hat. Und diese nach der Reihe auf beeindruckende Art und Weise besiegt: Dominic Thiem, Gael Monfils und Roberto Bautista Agut können ein Lied davon singen.

Im Finale des ATP Cups am Sonntag bekommt allerdings auch Fabio Fognini einen Top-Ten-Mann serviert: Andrey Rublev, der bis dato noch kein Match in Melbourne verloren hat.

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Samstag
06.02.2021, 12:05 Uhr
zuletzt bearbeitet: 06.02.2021, 09:48 Uhr