Andy Murray – Teamspieler mit neuer Motivation

Der Champion von 2014 präsentiert sich entspannt bei seiner Jagd auf die Nummer eins.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 23.10.2016, 00:00 Uhr

VIENNA,AUSTRIA,23.OCT.16 - TENNIS - ATP World Tour, Erste Bank Open, press conference with Andy Murray. Image shows Andy Murray (GBR). Photo: GEPA pictures/ Walter Luger

Andy Murray erledigt seine Verpflichtungen früh an diesem Sonntag. Das offizielle Treffen mit der Presse, eine Routineübung für einen erfahrenen Mann wie den zweimaligen Goldmedaillen-Gewinner bei Olympischen Spielen, ist schon für 10 Uhr anberaumt, der Tag wird für Murray noch weitere Einzelgespräche bringen, auch ein renommiertes Fachblatt aus dem Norden Deutschlands hat seinen Chefreporter nach Wien geschickt. Der Auftritt des Schotten in Wien steht seit Monaten fest, der bis dato einzige war vor zwei Jahren der Not geschuldet, noch ausreichend Punkte für das "Race to London" zu hamstern.

2014 war dies von Erfolg gekrönt, nach den Ergebnissen der letzten Wochen spricht nichts gegen ein Da Capo in der laufenden Ausgabe der Erste Bank Open 500. Martin Klizan wird der Auftaktgegner von Murray sein, erstaunlicherweise haben der Slowake und er noch nie die gegenseitige Ehre gehabt. Dass man sich dennoch kennt, davon darf ausgegangen werden. Wie auch von der Vermutung, dass Murray sich vom Slowaken nicht aufhalten lassen wird auf seinem Marsch durch das Tableau und also hin zu 500 Punkten, die ihn in der Weltrangliste noch näher an Novak Djokovic heranbrächten.

Training mit Ivan

Andy Murray macht am Center Court die Lichter an, die Trainingssession gegen Karen Khachanov findet naturgemäß unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Herwig Straka zählt nicht zur Öffentlichkeit, als Turnierdirektor erkundigt er sich persönlich nach dem Wohlbefinden seines Topstars. Jamie Delgado, ständiger Begleiter von Murray, observiert, die prominente Teilzeit-Kraft Ivan Lendl schenkt sich Veranstaltungen wie jene in der Wiener Stadthalle. "Ivan wird nach London kommen, auch nach Melbourne. Und wir werden im Dezember gemeinsam in Miami trainieren."

Wenn die Würfel in Andy Murrays Richtung fallen, kann es zum Ende des Jahres eine neue Nummer eins der Welt geben. Diese Aussicht habe ihm, Murray, zusätzliche Motivation verliehen, zu einem Zeitpunkt des Jahres, wo andere Spieler sich nur noch durch die Turniere schleppen. Er ist fit, hat von den letzten 20 Sätzen 20 gewonnen, eine historische Leistung aus Sicht des Schotten.

Keine Oper für Andy

Andy Murray ist Teamspieler. Bei der Frage nach den "#NextGen"-Stars auf der ATP-Tour vergisst er nicht auf Landsmann Kyle Edmund, den Kollegen aus dem erfolgreichen Davis-Cup-Team von 2015. "Ich plane auch weiterhin, im Davis Cup zu spielen. Das sind die einzigen Gelegenheiten, wo wir als Team auftreten können." Nicht nur die Spieler, sondern auch Kapitän Leon Smith, der Murray schon in jungen Jahren trainiert hat.

Kyle Edmund kommt aus Antwerpen nach Wien, Bruder Jamie, in der Doppelkonkurrenz mit Bruno Soares an eins gesetzt, ist in der österreichischen Bundeshauptstadt schon angekommen. Wie viel Zeit die Murrays in Wien gemeinsam verbringen werden, wird sich weisen. Andys Ehefrau Kim ist mit am Start, am Samstagabend hat sie sich dem Vernehmen nach "Armide" von Christoph Willibald Gluck in der Staatsoper gegeben. Andy Murray hat sich das Kulturprogramm geschenkt. Er ist in Wien auf 500 Punkte aus.

von Jens Huiber

Sonntag
23.10.2016, 00:00 Uhr