Gerald Melzer – „Ich hätte lieber gegen wen anderen gespielt“

Mit dem Österreicher-Duell gegen Dominic Thiem haben wohl beide keine große Freude - Gerald Melzer jedenfalls nicht.

von Manuel Wachta
zuletzt bearbeitet: 25.10.2016, 00:00 Uhr

Gerald Melzer

An diesem Dienstagabend stehen sich Österreichs Nummern eins und zwei beim ATP-World-Tour-500-Heimturnier in der Wiener Stadthalle gegenüber. Ihre rechte Freude daran, gleich in der ersten Runde der Erste Bank Open 500 gegeneinander antreten zu müssen, haben Dominic Thiem und Gerald Melzer gewiss beide nicht. Letzterer machte daraus auch keinen Hehl: "Ich hätte jetzt lieber gegen wen anderen gespielt als ein Österreicher-Duell, das ist, glaube ich, für beide Seiten nie so lustig", gab Melzer nach der Auslosung am Wochenende, im Gespräch mit tennisnet.com, recht unumwunden zu. "Ich kann eh nur mein Bestes geben und dann schauen, was dabei herauskommt."

Doch auch wenn die Nummer neun auf die Nummer 74 der Welt trifft: Dass Letztere, Melzer, dabei chancenlos ist, dies dürfte deshalb keineswegs zu erwarten sein. Nicht umsonst führt der 26-jährige Deutsch-Wagramer im Head-to-head mit 2:1, nach einem 1:1 auf Challenger-Level in Marokko 2013 und dem 7:6 (5), 3:6, 6:3 in München 2015. "Die ersten zwei Male, die wir gespielt haben, war das noch eine ganz andere Situation. Das war vor drei Jahren. Letztes Jahr war der Druck auch schon ganz bei ihm, ich habe locker spielen können", ist Melzer bewusst. "Wir haben uns als Spieler beide weiterentwickelt. Er ist mittlerweile ein Top-Ten-Mann, also ich sage jetzt mal, die Favoritenrolle liegt auf seiner Seite", schmunzelte er und möchte an die Möglichkeit zu einer Überraschung glauben: "Ich werde rausgehen, werde mein Bestes geben, habe sicher eine kleine Chance und werde versuchen, sie zu nützen."

Melzer "gesund, fit" und in Form

Hatten alle drei bisherigen Vergleiche auf Sand gestanden, so wartet diesmal ein recht zügiger Hartplatz in der Halle - nicht gerade Melzers Lieblingsbelag. "Ich habe immer nur ein Match pro Jahr in dieser Halle gespielt. Also ist es schwer, sich daran zu gewöhnen. Aber es war gut, dass ich in der letzten Woche in Moskau gespielt habe - und das eigentlich sogar ganz gut, bis die Partie gekippt ist, als ich auf den Satz serviert habe -, und ich habe nun eine ganze Woche indoors gespielt", sagte der Schützling von Werner Eschauer und zeigte sich guter Dinge. "Im Training ist's auch ganz gut gegangen. Ich bin gesund, ich bin fit, ich habe die Wochen davor auch gut gespielt." Und trotzdem dürfte es zur Überraschung sicherlich eine außergewöhnlich starke Leistung brauchen.

von Manuel Wachta

Dienstag
25.10.2016, 00:00 Uhr