Nur 2 Games – Dennis Novak beim Heimspiel farb- und chancenlos

Für Österreichs neue Nummer drei kommt in der Gamsstadt dieses Mal gleich in Runde eins das Aus.

von Manuel Wachta
zuletzt bearbeitet: 19.07.2016, 00:00 Uhr

Dennis Novak

So erfreulich der rot-weiß-rote Großkampf-Tag mit demersten ATP-Hauptfeld-Matchsieg für Gerald Melzer begonnen hatte, so wenig lobenswert ist im Anschluss der zweite Auftritt eines Österreichers bei den Generali Open Kitzbühel verlaufen. Denn Dennis Novak konnte sein im letzten Jahr erreichtes erstes ATP-Tour-Achtelfinale nicht verteidigen, und dies deutlich nicht. Der im Burgenland wohnende Niederösterreicher (ATP 198) hielt sich gerade mal 58 Minuten auf dem Center Court auf und geriet in Runde eins des ATP-World-Tour-250-Sandplatzevents in Tirol gegen den spanischen Sandplatz-Spezialisten Roberto Carballes-Baena (ATP 106) gar mit 0:6, 2:6 unter die Räder. Dieser erspielte sich damit einen Zweitrunden-Vergleich mit dem viertgesetzten italienischen Routinier Paolo Lorenzi (ATP 48).

Wenige Lichtblicke, viele Fehler

Trotz der begeisterten Unterstützung durch die Zuschauer im weiterhin toll besuchten Stadion lief das Spiel dieses Mal komplett an Novak vorbei, ganz besonders im ersten Satz. Carballes-Baena präsentierte sich von der Grundlinie als stärkerer und vor allem ballsichererer Spieler - und wusste seine Vorteile exzellent auszuspielen. Auch wenn der Iberer alle Games des ersten Satzes nur mit dem Minimalabstand von zwei Punkten gewann, war die Höchststrafe dennoch nicht wirklich unverdient, denn Novak kam zu keiner einzigen Chance auf ein Ehrengame. Im zweiten Durchgang konnte er wenigstens ab und an sein Können aufblitzen lassen, zeigte sich in Summe aber viel zu fehlerhaft, farb- und nach zwei vergebenen Breakbällen bei 1:0 wieder chancenlos. Das 2:1 holte er noch, danach aber kein Spiel mehr.

"Tut mir echt leid für die Zuschauer"

23 unerzwungene Fehler leistete sich Novak in der kurzen Spielzeit alleine von der Grundlinie - viel zu viele an diesem Tag. Ob er bereits eine Erklärung für seine Vorstellung habe? "Nein, ich habe keine Ahnung. Ich habe mich nicht gut gefühlt. Ich weiß es nicht, ob es jetzt von der gestrigen Anreise herrührt oder noch wegen dem Match am Sonntag (beim Davis Cup in der Ukraine; Anmerkung) - keine Ahnung. Ich bin jetzt einfach nur richtig enttäuscht. Es tut mir echt leid für die Zuschauer, dass sie so eine Leistung sehen haben müssen", zeigte sich Novak gegenüber "ORF SPORT+" zerknirscht. Klar sei die Vorbereitung wegen des Länderkampfes suboptimal ideal gewesen, "da kann man nichts dran ändern. Gerald (Melzer; Anmerkung) hat genau dasselbe gehabt und er hat die Partie rausgefightet", wollte er da keine Ausreden gelten lassen. "Er hat sich wahrscheinlich besser umstellen können, bei mir hat es nicht geklappt. Da muss ich einfach schauen, was ich da in Zukunft ändern kann und es dann besser machen."

Der Davis Cup hängt mental nicht nach

Auch in seiner Pressekonferenz nach der Partie machte Novak keinen Hehl aus seiner großen Enttäuschung "Das war heute keine Glanzleistung, das hat man gesehen. Es war einfach sehr, sehr schlecht. Egal ob Aufschlag, Rückhand, Vorhand, es waren einfach zu viele Fehler. Und dann kommt halt so ein Ergebnis raus", meinte der Pottendorfer. Ob ihm der Davis Cup, nach seiner bitteren Niederlage im Entscheidungsmatch , mental vielleicht noch nachhänge? "Nein, das nicht. Wir haben, da wir ein super Team sind, danach noch ein bisschen darüber geredet. Ich habe das eigentlich gut weggesteckt, daran ist es also sicher nicht gelegen." Novak werde in den nächsten Wochen bei den ATP-Challengern in Prag, Liberec und Portoroz aufschlagen - ehe es zur US-Open-Qualifikation gehe. Die Future-Knochenmühle wolle er nun möglichst hinter sich lassen. "Natürlich ist das Niveau bei den Challengern auch ganz anders. Natürlich will ich so schnell wie möglich nach vorne kommen und dabei so viele Matches wie möglich auf diesem Niveau bestreiten. Dann, glaube ich, werde ich besser damit zurechtkommen, und hoffentlich geht es dann weiter bergauf."

Bresnik: "Carballes-Baena ist auch kein Weltmeister"

"Dennis hat zweifelsohne sehr, sehr schlecht gespielt. Erklärungen kann man dafür Tausende suchen. Gerald hat davor gezeigt, wie man auch nach einer Davis-Cup-Woche in der Ukraine und mit wenig Schlaf in der Nacht davor gut spielen kann", urteilte Trainer Günter Bresnik im "ORF SPORT+"-Interview - Novak sei dies "nicht gelungen. Er ist körperlich platt gewesen, hat meines Erachtens sehr, sehr schlecht serviert und schlecht returniert, weil Carballes-Baena ist auch kein Weltmeister. Dennis hat weit unter seinen Möglichkeiten gespielt, das ist für ihn sehr, sehr bitter. Damit muss man umgehen lernen, auch nach einer harten Woche oder einem harten Wochenende davor, dass man nächste Woche prinzipiell imstande ist, seine Leistung zu liefern, und die hat er nicht gebracht." Wie er Novak aufbauen denn nun will? "Er soll sich selber aufbauen. Er geht ja seinem Vergnügen hier nach. Tennis ist seine größte Leidenschaft, er braucht da keine Cheerleader, sondern er soll sich zusammenreißen. Ich werde mit ihm die nächsten jetzt Wochen trainieren, spielen tut er meines Erachtens nicht schlecht."

von Manuel Wachta

Dienstag
19.07.2016, 00:00 Uhr