Trotz Strapazen – Toller Jürgen Melzer erkämpft sich Duell mit Dominic Thiem

Ein perfekter Tag für die Melzers: Nach Gerald spielt sich auch Routinier Jürgen beim Heimturnier ins Achtelfinale.

von Manuel Wachta
zuletzt bearbeitet: 19.07.2016, 00:00 Uhr

Jürgen Melzer

In aller Herrgottsfrüh waren Österreichs Davis-Cup-Männer am Montagmorgen in die Heimat zurückgereist, doch trotz der wahrhaftig suboptimalen Vorbereitung aufs bevorstehende ATP-Heimturnier haben nun immerhin zwei der drei am Dienstag bei den Generali Open Kitzbühel die zweite Runde erreicht. Nach dem ersten ATP-Hauptfeld-Matchsieg von Gerald Melzer hat auch sein älterer Bruder Jürgen das Auftaktspiel gewonnen. Der 35-jährige Niederösterreicher (ATP 421) zwang den Japaner Taro Daniel (ATP 113) nach genau 100-minütigem Kampf mit 6:4, 7:6 (4) in die Knie. Hiermit darf sich der Ex-Weltranglisten-Achte und zweitbeste Spieler des Landes aller Zeiten am Mittwoch (nicht vor 17:30 Uhr MESZ, live auf ORF SPORT+ und auf tennisnet.com in den Livescores) auf ein Duell mit dem aktuell Besten Österreichs freuen, dem topgesetzten Shootingstar Dominic Thiem (ATP 9).

Erst Glanz, dann Kampf

Das Publikum auf dem weiterhin sehr gut gefüllten Center Court bereitete Melzer gleich beim Einlauf einen höchst würdigen Empfang. Dem Deutsch-Wagramer war die Freude anzusehen, erstmals seit den US Open im September 2015 wieder einmal vor größerer Bühne auftreten zu dürfen. Dies zeigte sich auch umgehend im Spiel des heimischen Routiniers, der einen extrem starken Start erwischte und dabei fast an alte Zeiten erinnerte. Nahezu alles ging ihm zunächst auf, bis zu einer 4:0-Führung, doch mit Fortdauer der Partie fand Daniel allmählich ins Spiel - und nachdem Melzer bei 4:3 ein 40:15 bei eigenem Aufschlag zu einem weiteren Spielgewinn nicht reichte, war bei 4:4 plötzlich alles wieder offen. Der fünffache ATP-Titelträger reagierte darauf jedoch nicht geschockt, sondern vielmehr bemüht, sich schnell wieder einen Vorteil zu erspielen - was ihm mit dem erneuten Break auch gelang.

Melzer servierte zum Satzgewinn aus, der Zauber der Anfangsphase war allerdings bereits vor diesem Erfolgserlebnis wieder etwas verflogen, und am Anfang des zweiten Durchgangs noch viel mehr. So sah er sich rasch mit einem 0:3- und 0:40-Rückstand konfrontiert, steckte seinen Kopf aber nicht in den Sand, wendete das Doppelbreak knapp ab - und war schließlich bei 3:3 zurück im Geschäft. Die einzige weitere Möglichkeit für die Rückschläger ließ Melzer bei 5:5 aus. Und im Tiebreak roch es schon nach drittem Satz, der aufgrund der Strapazen im Vorfeld wohl das sichere Aus bedeutet hätte, doch mit einem Zwischenspurt von 2:4 weg sicherte sich der Linkshänder, nach seinen zwei Davis-Cup-Siegen, das nächste beachtliche Erfolgserlebnis nach seiner über zehnmonatigen Zwangspause nach seiner Schulteroperation Ende November, dank fünf Punkten in Folge und zur großen Begeisterung der Fans.

von Manuel Wachta

Dienstag
19.07.2016, 00:00 Uhr