In Wimbledon soll sich Roger Federers Saison zum Guten wenden

Der „Maestro“ reist nach dem Aus in Halle ohne Saisontitel nach Wimbledon. Er selbst verbreitet Optimismus, doch Zweifel sind angebracht.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 19.06.2016, 09:17 Uhr

Roger Federer

Unrasiert, die Stimme brüchig, der Oberkörper gebeugt: Auf den ersten Blick gabRoger Federernach seinemAus beim Rasenturnier im ostwestfälischen Halleein Bild des Jammers ab. Doch alles halb so wild, kein Grund zur Sorge, versicherte der „Maestro“ aus der Schweiz: „Das Wimbledon-Finale ist in drei Wochen. Bis dahin ist noch viel Zeit.“ Eine Woche vor Beginn seines Saisonhöhepunkts an der Church Road sind Zweifel an Federers Konkurrenzfähigkeit im Konzert der Großen jedoch angebracht. In der Form seiner Halbfinal-Niederlage bei den Gerry Weber Open gegen den Hamburger TeenagerAlexander Zverevgehört der siebenmalige Champion nicht zum Favoritenkreis. Zumal er zum ersten Mal seit 16 Jahren ohne einen einzigen Saisontitel nach London reist.

„Mir fehlen Kleinigkeiten“

Federer selbst versucht, Optimismus zu verbreiten. „Mir fehlen Kleinigkeiten, ich weiß, woran ich in den kommenden Tagen arbeiten muss“, sagte der 34-Jährige. An der Grundlinie fehle ihm die Sicherheit, weil er sich nicht optimal bewege. Seine Returns müsse er verbessern, um den Druck bei den eigenen Aufschlagspielen zu reduzieren. Federer analysiert so präzise wie er bis zu seinem Badezimmer-Unfall nach den Australian Open gespielt hat.Dem Ausrutscher folgte eine Knieoperation,der Pause Rückenschmerzen. „Wir“, sagte Federer und meinte damit sein gesamtes Team, „sind Verletzungen nicht gewohnt.“ In Stuttgart und Halle spielte er zum ersten Mal seit acht Monaten zwei Turniere in zwei aufeinanderfolgenden Wochen.

„Wenn ich vor drei Wochen gewusst hätte, dass ich sieben Matches in zehn Tagen spielen kann, hätte ich gesagt: ‚Wow. Das ist ein Traum-Szenario’“, meinte Federer. Die beiden Halbfinal-Niederlagen, so schmerzhaft sie für ihn sind, seien „wahrscheinlich am besten für Wimbledon und den Rest der Saison“, sagte Federer. Mehr Tennis stecke noch nicht in seinem Körper – oder wie er es zuvor ausdrückte: „Der Rost ist noch da.“ Nach ein paar Tagen Ruhe bei seiner Familie in der Schweiz fliegt Federer Anfang der Woche nach London, um sich den Feinschliff zu holen. Erst am kommenden Samstag, bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im All England Lawn Tennis and Croquet Club, könne er endgültig sagen, wo er stehe.

Federer vor ersten Runden gewarnt

Die Zeit wird knapp, und nicht immer warten auf dem „Heiligen Rasen“ in Wimbledon in der ersten Woche dankbare Gegner, um sich für die entscheidenden Matches einzuspielen. „Ich weiß, wie gefährlich die ersten Runden bei einem Grand Slam sein können“, sagte Federer. Er weiß aber auch, was Wimbledon bewirken kann.Novak Djokovicund Co. sollten den Grand-Slam-Rekordsieger nicht abschreiben, wenn er frisch rasiert und besser vorbereitet an die Stätte seiner größten Triumphe zurückkehrt.

von tennisnet.com

Sonntag
19.06.2016, 09:17 Uhr