ATP Köln, St. Petersburg: O Canada - drei Ahornblätter nah am Turniersieg

Mit Milos Raonic, Félix Auger-Aliassime und Denis Shapovalov haben die drei besten kanadischen Spieler die Halbfinali in St. Petersburg bzw. in Köln erreicht.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 16.10.2020, 20:39 Uhr

Félix Auger-Aliassime steht in Köln im Halbfinale
© Getty Images
Félix Auger-Aliassime steht in Köln im Halbfinale

Milos Raonic hatte nicht nur die Ruhe weg im Tiebreak des zweiten Satzes seines Viertelfinal-Matches gegen Karen Khachanov - die langjährige kanadische Nummer eins wusste spätestens nach dem ersten Punkt der Kurzentscheidung, dass an diesem Abend in St. Petersburg alles für ihn laufen würde. Khachanov war ans Netz aufgerückt, Raonic setzte zum Passierball mit der Rückhand an, zu weit außen, wie es schien. Ras Netzband holte die Kugel wieder zurück ins Feld, Raonic verabschiedete den vorletzten verbliebenen Lokalmatador mit 6:1 und 7:6 (1).

Den allerletzten wird in persona Andrey Rublev Raonic´ Landsmann Denis Shapovalov zur Bearbeitung vorgelegt bekommen. Shapovalov drängt von der unteren Seite des Tableaus beim in diesem Jahr ATP-Tour-500-Turnier (in den vergangenen Ausgaben gehörte St. Petersburg zur 250er-Kategorie) ins Endspiel. Der Viertelfinal-Vortrag gegen Stan Wawrinka fiel überzeugend aus, Rublev allerdings bringt das Selbstvertrauen des Erfolges in Hamburg und des Viertelfinals in Roland Garros mit. Eben deshalb aber vielleicht auch etwas Müdigkeit.

Shapovalov musste sich von den French Open früher verabschieden, auf äußerst unglückliche Art und Weise gegen Roberto Carballes Baena. Auf dessen natürlichem Habitat, der Asche. Der Hallenboden in St. Petersburg kommt Shapovalov ebenso entgegen wie Raonic, der am Samstag auf Borna Coric trifft. Ein rein kanadisches Finale wäre also keine Überraschung.

Zverev Favorit in Köln

Der Dritte im Bunde der Ahornblätter ist Félix Auger-Aliassime. Der allerdings spielt in Köln, hielt sich mit Radu Albot beim 6.3 und 6:0 nur 71 Minuten lang auf. Hatte aber immerhin die Gelegenheit, der Soul- und Funkband ausreichend Aufmerksamkeit zu zollen. Das sei genau seine Musik, erklärte Auger-Aliassime nach seinem Sieg. Schade nur, dass keine Zuschauer in der Lanxess Arena zugegen wären.

Die Wahrscheinlichkeit eines kanadischen Titelträgers in der ersten Köln-Woche 2020 ist aber deutlich geringer als in St. Petersburg. Nicht nur, weil dort noch zwei Aspiranten im Rennen sind. In Köln gilt es vielmehr die Nummer eins extrem stark zu beachten: Alexander Zverev hat in München schon bewiesen, dass er Heimsiege kann. Die Halbfinal-Aufgabe gegen Alejandro Davidovich Fokina wird  Zverev ohne Probleme lösen. Zu gut der Aufschlag des gebürtigen Hamburgers, zu stabil sein Spiel von der Grundlinie.

Félix Auger-Aliassime wiederum hat bei seinem bis Köln jüngsten Auftritt in Deutschland das Endspiel erreicht: in Stuttgart beim MercedesCup 2019. Dort verlor er gegen Matteo Berrettini. Und hätte im Halbfinale gegen Milos Raonic spielen sollen. Der aber konnte vor etwas mehr als einem Jahr nicht zum Match gegen seinen Landsmann antreten.

HIer das Einzel-Tableau in St. Petersburg

Hier das Einzel-Tableau in Köln

Hot Meistgelesen

19.10.2020

Roger Federer: "Mehr als zwei Stunden mit dem Racket momentan nicht drin"

18.10.2020

ATP Köln - Finale live: Alexander Zverev vs Felix Auger-Aliassime im TV, Livestream und Liveticker

17.10.2020

Nach Wien-Start: Novak Djokovic dürfte Paris Bercy auslassen

18.10.2020

ATP Köln II: Andy Murray und Roberto Bautista Agut müssen verletzungsbedingt zurückziehen

16.10.2020

Boris Becker über Novak Djokovic Finalniederlage gegen Rafael Nadal: "Hat im Herz weh getan"

von Jens Huiber

Freitag
16.10.2020, 20:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 16.10.2020, 20:39 Uhr