Novak Djokovic – „Der Kalender-Grand-Slam ist mein Ziel“

Der Serbe spricht in einem Interview mit der „Marca“ über Unbesiegbarkeit, Rivale Rafael Nadal und den Glauben an den ganz großen Wurf.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 03.05.2016, 15:20 Uhr

MONTE-CARLO, MONACO - APRIL 10: Novak Djokovic of Serbia speaks with journalist during media day during day One of the ATP Monte Carlo Masters, at the Monte-Carlo Country Club on April 10, 2016 in Monte-Carlo, Monaco. (Photo by Valerio Pennicino/Ge...

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dassNovak Djokovicmit einem Fragezeichen hinter seinem Namen in ein großes Tennisturnier startete.Doch seit seiner überraschenden Auftaktniederlage beim Monte-Carlo Rolex Mastersgegen den TschechenJiri Veselytritt der 28 Jahre alte Weltranglisten-Erste in Madrid nicht mit den üblichen Vorzeichen an. Ob das Selbstvertrauen des Dominators Schaden genommen hat, bleibt abzuwarten. Zumindest stehen vor Djokovics Zweitrunden-Partie am Mittwoch gegenBorna Coriceinige Fragen im Raum: War das frühe Aus im Fürstentum nur ein Ausrutscher? Wie steht es um die Sandplatzform des Branchenprimus? Ist der „Djoker“ müde vom Dauersiegen?

Die Antworten des elffachen Grand-Slam-Siegers werden in der spanischen Hauptstadt mit Spannung erwartet, wo er erstmals seit 2013 wieder um den Titel kämpft. Bevor er den Schläger sprechen lässt, stand Djokovic der „Marca“ Rede und Antwort. Hier lest ihr einige Auszüge aus dem Interview.

Novak Djokovic über…

… das Gefühl der Unbesiegbarkeit:

„Wenn du ein Match nach dem anderen gewinnst, wächst dein Selbstvertrauen enorm, aber ich habe mich nie unbesiegbar gefühlt. Natürlich stärken Siege den Glauben an dich selbst, wenn du auf den Platz gehst. Dennoch: Ich versuche mich immer so vorzubereiten, dass ich in einem Match keine Höhen und Tiefen habe.“

… die Rivalität mit Rafael Nadal:

„Er hat mich oft geschlagen und ich habe ihn oft geschlagen, vor allem in den letzten anderthalb Jahren ist mir das immer gelungen – was aber nicht heißt, dass ich mir sicher bin, ihn weiterhin zu besiegen. Gegen ,Rafa’ spiele ich grundsätzlich konzentrierter und intensiver. Es ist eine Ehre, so oft gegen ihn spielen zu dürfen, da er eine Legende des Tennissports ist. Unsere Rivalität hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin.“

… den Druck bei den French Open und die Hürde Nadal:

„Ich habe ,Rafa’ zwar im letzten Jahr in drei Sätzen dort besiegt, aber in dieser Saison ist er ein komplett anderer Spieler. Da ich ihn in Paris bereits geschlagen habe, bin ich zuversichtlich, es erneut zu schaffen. Wenn von Roland Garros gesprochen wird, geht es immer um Druck. Ich empfinde diesen Druck aber positiv, da er zeigt, dass ich in einer guten Ausgangssituation bin. Natürlich will ich da gewinnen, aber wenn ich es nicht in diesem oder im Jahr darauf schaffe und vielleicht meine Karriere ohne French-Open-Titel beende, hatte ich trotzdem keine schreckliche Laufbahn.“

… die Wertigkeit seiner Erfolge:

„Meine größte Errungenschaft in meinem Privatleben war es, Vater zu werden. Als Tennisspieler sind ‚Masters-1000-Turniere’ am schwierigsten zu gewinnen. Die Auslosung kann sehr kompliziert sein. Zudem muss man innerhalb von zwei Wochen zehn Matches spielen, wie jetzt in Madrid und Rom, um die direkt aufeinanderfolgenden Events zu gewinnen. Bei den Grand-Slam-Turnieren hat man mehr Zeit, sich zu erholen – da sind es sieben Matches in 15 Tagen.“

… seine Chance auf den Kalender-Grand-Slam:

„Ich glaube nicht, dass ich der Einzige bin, der so etwas erreichen kann. Natürlich denke ich, dass es möglich ist, alle vier ,Slams’ in einem Jahr zu gewinnen – und ich werde es versuchen, das ist mein Ziel. Selbst wenn es heute sehr weit weg erscheint, muss ich ruhig bleiben, um im richtigen Moment zur Stelle zu sein.“

von tennisnet.com

Dienstag
03.05.2016, 15:20 Uhr