Roger Federer – „Novaks Sieg ist gut für das gesamte Tennis“

Der Schweizer schlägt erstmals beim MercedesCup in Stuttgart auf.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 06.06.2016, 00:00 Uhr

MONTE-CARLO, MONACO - APRIL 10: Roger Federer of Switzerland speaks with journalist during media day during day One of the ATP Monte Carlo Masters, at the Monte-Carlo Country Club on April 10, 2016 in Monte-Carlo, Monaco. (Photo by Valerio Pennicin...

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Wenn Engel reisen... Nun, das erstaunlich sonnige Wetter alleine auf die Präsenz von Roger Federer beim MercedesCup 2016 zurückzuführen, ginge wohl ein wenig zu weit. Dass sich der Schweizer beim TC Weissenhof in Stuttgart für das nächste Saison-Highlight in Wimbledon einspielt, hat das Interesse der Fans in jedem Fall beflügelt. Und Sonnenschein wird ob des sensiblen Untergrunds nicht nur von den Zuschauern goutiert, sondern ist letztlich zwingende Voraussetzung für die Durchführung der Wettbewerbsspiele.

Roger Federer hat sich an diesem Montag für Mittag im Pressezentrum angekündigt, ein Pressezentrum, das aus gegebenem Anlass auch von Schweizer Journalisten frequentiert wird. Seit dem ATP-Masters-1000-Turnier in Rom hat sich der "Maestro" aus dem Turniergeschehen zurückgezogen, der Verzicht auf Roland Garros mag ihm aus sentimentalen Gründen schwer gefallen sein, mit Blick auf die Entwicklungen der Veranstaltung in Paris hat sich der Schmerz aber in überschaubarem Rahmen gehalten.

Belohnung für harte Arbeit

"Ich habe vom Finale gar nichts gesehen, weil ich im Auto gesessen bin, danach Medien-Termine gehabt habe", erklärte der 17-fache Grand-Slam-Champion. "Aber es ist gut für das Tennis ganz allgemein, dass Novak in Paris gewonnen hat. Vor allem auch nach den unschönen Schlagzeilen zu Beginn des Jahres." Djokovic habe sich den Erfolg durch harte Arbeit redlich verdient, die Jagd des Serben auf seine Rekordmarken verfolgt Federer so interessiert wie emotionslos. "Ich habe meine großen Erfolgsmomente gehabt, Sampras hat sie gehabt." Und im Moment sei eben Djokovic dran.

Das Tennisjahr 2016 soll für Roger Federer in Stuttgart so richtig losgehen. "Ich habe dieses Jahr erst ein Turnier gespielt, bei dem ich fit war: die Australian Open", erklärte der Turnierfavorit. Aber selbst da hätten ihn noch die Nachwirkungen einer Erkältung aus Brisbane zu schaffen gemacht. All das sei jetzt aber Makulatur, die letzten drei Wochen hat Federer zur intensiven Vorbereitung nutzen können, auch wenn er erst zweimal auf Rasen trainiert habe.

Erster Trainingspartner: die deutsche Nummer 1

Zum Auftakt in Stuttgart könnte Roger Federer auf den jungen US-Amerikaner Taylor Fritz treffen. "Ich habe mit ihm schon in Wimbledon trainiert - und war nur mittelmäßig beeindruckt", saget Federer. "Wie gut jemand wirklich ist und werden kann, lässt sich heutzutage viel schwieriger sagen als etwa zu Zeiten eines Michael Chang." Der große Test käme immer erst in den Matches, dann würde sich zeigen, wer das Tempo der Besten der Wellt mitgehen könne.

Eine Viertelstunde nimmt sich der "Maestro" Zeit für die deutschsprachige Presse, danach noch ein paar Fragen auf Englisch und Schweizerdeutsch, dann zieht es Federer hinaus auf die Plätze. Die Sonne scheint immer noch, sein erster Trainingspartner beim TC Weissenhof ist ein alter Bekannter: Philipp Kohlschreiber. Von dem hat der Schweizer eine hohe Meinung, die deutsche Nummer eins würde er allerdings frühestens im Endspiel treffen.

von Jens Huiber

Montag
06.06.2016, 00:00 Uhr