Zittersieg! Wien-Champion Andy Murray bleibt im Nummer-1-Rennen

Nachdem sich Novak Djokovic ins Achtelfinale durchgekämpft hatte, zog der Schotte in Frankreichs Hauptstadt nach.

von Manuel Wachta
zuletzt bearbeitet: 02.11.2016, 00:00 Uhr

VIENNA,AUSTRIA,30.OCT.16 - TENNIS - ATP World Tour, Erste Bank Open, final. Image shows the rejoicing of Andy Murray (GBR). Photo: GEPA pictures/ Walter Luger

Die Ausgangslage war und ist klar: Will Andy Murray nächsten Montag erstmals die Nummer eins in der Welt sein, so muss er beim BNP Paribas Masters ins Endspiel kommen und auf ein Aus von Novak Djokovic vor dem Halbfinale hoffen, oder aber das Turnier gewinnen und auf einen Umfaller des Serben vor dem Finale zählen. Doch fast hätte sich dieser fromme Wunsch bereits am späten Mittwochabend in Luft aufgelöst, denn der derzeitige Weltranglisten-Zweite hat nur mit der größten Mühe eine Auftaktniederlage verhindern können. Der frischgebackene Sieger von den Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle , Murray, rang den Linkshänder Fernando Verdasco (ATP 46) erst nach 2:29-stündigem Kampf nieder und zog dank eines 6:3, 6:7 (5), 7:5 ins Achtelfinale ein. Dort bekommt es der 29-Jährige am Donnerstag nun mit dem 23-jährigen Franzosen Lucas Pouille (ATP 17) zu tun, der ebenfalls einen spanischen "Lefty", Feliciano Lopez (ATP 30), mit 6:7 (1), 6:3, 6:4 eliminierte, inzwischen aber dennoch aus dem Rennen um einen Platz bei den ATP World Tour Finals in London ausgeschieden ist .

Verdascos Risiko geht nicht (ganz) auf

Murray hatte beim ATP-Masters-1000-Hartplatz-Hallenevent in der französischen Hauptstadt im letzten Jahr beim neunten Start erstmals das Endspiel erreicht und im Vorfeld keinen Hehl daraus gemacht, dass ihm andere Turniere besser liegen würden. Warum, zeigte sich gleich in seinem Auftaktmatch, in dem ihm Verdasco mit seiner risikofreudigen Spielweise auf dem so zügigen Platz von Beginn an das Leben schwer machte. Bei 3:2 kam Murray trotz eines 40:30 für den Iberer zur einzigen Breakmöglichkeit im ersten Satz und schlug gleich zu. Im zweiten kämpfte er sich nach 1:4- und 3:5-Rückstand zurück, Verdasco verwertete im Tiebreak jedoch seinen vierten Satzball. In der Entscheidung verspielte Murray eine 2:0-Führung, bei 2:1 zwei und bei 4:3 vier Chancen, um erneut mit Break in Front zu gehen und stand bei 5:5 und 15:40 plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Doch der zweifache Olympiasieger bewahrte die Nerven und breakte Verdasco im nächsten Game zu null zum Sieg. Sein Gegner kam auf über doppelt so viele Winner (47:23), aber auch Eigenfehler wie Murray (60:29), sodass sich das sehr hohe Risiko letztlich nicht bezahlt machte.

Djokovic hat alles unter Kontrolle

Djokovic hatte zuvor weitaus weniger zittern müssen. Der zwölffache Grand-Slam-Champion hatte das Auftaktmatch nach einem Freilos gegen Gilles Müller (ATP 34) über weite Strecken gut im Griff, ohne dabei wirklich zu glänzen. Bei 1:2 und 30:40 im zweiten Durchgang ließ er den einzigen Breakball gegen sich im Spiel zu, breakte den aufschlagstarken luxemburgischen Linkshänder allerdings im Finish nach dessen 30:0-Führung schließlich zum 5:4 und servierte aus. Der erste Schritt in Richtung Titelverteidigung ist dem 29-Jährigen hiermit gelungen. Am Donnerstag geht es für den "Djoker" gegen den an 14 gereihten Bulgaren Grigor Dimitrov um das Viertelfinal-Ticket. Grund zur Freude hatte auch Kei Nishikori : Der fünftgelistete Japaner (ATP 4) eliminierte den Serben Viktor Troicki (ATP 28) mit 6:2, 7:5 und feierte also den 300. Sieg in seiner Karriere (ATP-Hauptfeld- und Davis-Cup-Partien zählen hierbei). Sein nächster Kontrahent ist der elftgereihte französische Lokalmatador Jo-Wilfried Tsonga (ATP 13).

von Manuel Wachta

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