Andy Murray – „Ivan ist kein Umarmer“

Der Schotte spricht über die besondere Beziehung zu seinem zurückgekehrten Coach Ivan Lendl.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 15.06.2016, 15:57 Uhr

LONDON, ENGLAND - JUNE 14: Andy Murray of Great Britain practises as his coaches Ivan Lendl and Jamie Delgado look on during day two of the Aegon Championships at The Queens Club on June 14, 2016 in London, England. (Photo by Patrik Lundin/Getty Im...

Andy Murrayund Ivan Lendl – selten war eine Spieler-Trainer-Beziehung stimmiger. Sie wirken wie zwei Brüder im Geiste, die noch nicht fertig miteinander sind.Bereits vor den French Open deutete Murray an, dass er sich eine erneute Zusammenarbeit mit seinem früheren Erfolgscoach vorstellen könnte– am vergangenen Sonntag war dieReuniondann perfekt. Der Weltranglisten-Zweite kehrt zu dem Trainer zurück, an dessen Seite er Wimbledon (2013), die US Open und Olympia-Gold (beides 2012) gewann. In einer „BBC“-Kolumne sprach der 29-jährige Familienvater nun über die Besonderheiten Lendls sowie seine ambitionierten Ziele mit der früheren Nummer eins der Welt. Hier erfahrt ihr, wie das Gespann tickt.

Andy Murray über…

... den „Handschlag-Typ“ Lendl:

„Ivan ist definitiv eher der Typ, der dir die Hand gibt, anstatt dich zu umarmen. Ich glaube, er hat mich nur ein oder zwei Mal gedrückt – als ich mein erstes Wimbledon-Finale (2012) gegenRoger Federerverlor und als ich die US Open gewann. Beim Wimbledon-Sieg kann ich mich an keine Umarmung erinnern. Also begrüßten wir uns am Dienstag im Queen’s Club auch mit einem einfachen Handschlag – es war das erste Mal seit den letzten US Open im September, dass wir uns gesehen haben.“

... keine Probleme bei Meinungsverschiedenheiten:

„Wir kennen uns sehr gut. Ivan hat sehr klare Ansichten und vertritt seine Meinung konsequent. Das ist wichtig, ich mag das. Wenn ich nicht mit ihm übereinstimme, ist das kein Problem für ihn. Er nimmt es sich nicht zu Herzen. Grundsätzlich ist es einfacher, mit jemanden zu reden, wenn du nicht daran denken musst, ihn eventuell zu verärgern. Ich fühle mich einfach wohl in seiner Gesellschaft und schätze seinen Humor. Ivan kennt sich im Sport bestens aus und hat viele gute Geschichten aus seiner aktiven Zeit auf Lager.“

... das Zusammenspiel mit seinem anderen Trainer Jamie Delgado:

„Es ist wichtig, dass Ivan und Jamie in den nächsten Tagen viel Zeit miteinander verbringen. Ivan kommt zwar mit klaren Ideen, ist aber auch ein sehr guter Teamplayer. Letztendlich verbringe ich 40 Wochen im Jahr mit Jamie, er muss also auch an die Dinge glauben, die Ivan einbringt. Beide werden sich also absprechen, was jetzt vor allem auf Rasen wichtig für mich ist – und dann legen wir gemeinsam los.“

... die Ziele, die er mit seinem neuen Team verwirklichen will:

„Obwohl ich Weltranglisten-Zweiter bin und nicht schlecht spiele kann ich noch einige Dinge verbessern, um ,Majors’ zu gewinnen und die Nummer eins zu werden. Ich glaube daran, dass Ivan und der Rest meines Teams mir dabei helfen können. Ich bin in den letzten Monaten besser geworden und kann in den kommenden Monaten hoffentlich noch einige Prozente oben drauf legen. Der fünfte Titel im Queen’s Club wäre dafür der perfekte Start.“

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Mittwoch
15.06.2016, 15:57 Uhr