Stan Wawrinka – In großen Momenten oft ein Rätsel

Der Schweizer spielt in Toronto um sein erst viertes ATP-Masters-1000-Finale.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 29.07.2016, 20:30 Uhr

TORONTO, ON - JULY 29: Stan Wawrinka of Switzerland celebrates a point against Kevin Anderson of South Africa during Day 5 of the Rogers Cup at the Aviva Centre on July 29, 2016 in Toronto, Ontario, Canada. (Photo by Vaughn Ridley/Getty Images)

Die Zuversicht war groß vor wenigen Wochen im Schweizerischen Sektor der Pressetribüne auf dem Centre Court von Wimbledon:Stan Wawrinkahatte da gerade den ersten Satz seiner Zweitrunden-Partie gegen Juan Martin del Potro gewonnen, den Argentinier dabei klar beherrscht. Drei Sätze später war das Turnier an der Church Road für Wawrinka beendet, die dritte Enttäuschung bei einem Grand-Slam-Turnier 2016, nachdem der zweifache „Major“-Sieger in Australien in Milos Raonic (Achtelfinale) und in Paris in Andy Murray in der Vorschlussrunde seine Meister gefunden hatte.

Nach Wimbledon hat sich Wawrinka eine Pause gegönnt, die europäische Sommer-Sandplatz-Saison hat sich der Schweizer geschenkt. Im Gegensatz zu Landsmann Roger Federer kann Wawrinka dieser Tage aber in Toronto aufschlagen, und er tut dies höchst beeindruckend: Nach leichten Schwierigkeiten zum Auftakt gegen Mikhail Youzhny mussten Jack Sock und Kevin Anderson letztlich chancenlos die Segel streichen. Nun wartet im HalbfinaleKei Nishikori.

Erfolgreicher als Federer

Tatsächlich weist die Karriere-Bilanz von Stan Wawrinka aber erst drei Finalteilnahmen bei einem Turnier der 1000er-Kategorie aus: 2014 hatte er in Monte Carlo Federer besiegt, in Rom 2008 und Madrid 2013 zog Wawrinka den Kürzeren. Mit ein Grund, warum sich der aktuelle Weltranglisten-Fünfte wohl nicht in einem Atemzug mit den „Großen Vier“ nennen möchte: Murray, Djokovic, Nadal, Federer – sie alle haben zweistellige Triumphe bei der höchsten Kategorie auf der ATP-Tour vorzuweisen.

Auf der anderen Seite: Während der letzten Jahre war Wawrinka bei Grand-Slam-Turnieren am Ende deutlich erfolgreicher gewesen als Roger Federer, der 17. und womöglich letzte Erfolg des „Maestro“ hat sich eben zum vierten Mal gejährt. Stan Wawrinka hat sich derweil die Titel in Australien 2014 und Roland Garros 2015 geholt. Und scheint sich nun für seine letzte Chance im laufenden Jahr einzuspielen, die US Open nämlich.

Nicht genutzte Chancen

Sein Gegner heute in Toronto, Kei Nishikori, hatte mit Grigor Dimitrov alle Hände voll zu tun, im internen Duell mit dem Japaner führt Wawrinka mit 3:1. 2014 waren sich die beiden bei den US Open gegenübergestanden, am Ende brachte die Partie den einzigen Sieg Nishikoris gegen den 31-jährigen Schweizer. Ein Match, das indes genau das große Dilemma des Stan Wawrinka widerspiegelte: Kaum jemand kann schneller spielen als der Davis-Cup-Champion von 2014. Kaum jemand bringt es allerdings auch öfter fertig, Spiele, in denen man eigentlich dominiert, noch herzuschenken. Siehe Wimbledon 2016, Runde zwei.

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29.07.2016, 20:30 Uhr