1 Prozent verändert alles – Deshalb ist Dominic Thiem Weltspitze

Hier erfahrt ihr, welche Mikroschritte Österreichs Jungstar in die Top 10 brachten.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 05.08.2016, 14:30 Uhr

STUTTGART, GERMANY - JUNE 12: Dominic Thiem of Austria serves against Philipp Kohlschreiber of Germany during the final on day 9 of Mercedes Cup 2016 on June 12, 2016 in Stuttgart, Germany. (Photo by Daniel Kopatsch/Bongarts/Getty Images)

Dominic Thiemhalbierte in den letzten Jahren konsequent sein ATP-Ranking. 2014 beendete er die Saison auf Rang 39, im Folgejahr schloss der Niederösterreicher mit Position 20 ab und istmomentan Weltranglisten-Zehnter. Dass hinter dieserrasanten Entwicklungenorm viel Trainingsfleiß und Beharrlichkeit steckt, steht außer Frage. Ein Vordringen in die Bel Etage des Tennissports gilt zurecht als Quantensprung. Für diesen großen Schritt musste der Lichtenwörther allerdings „nur“ minimale Verbesserungen in seiner Punktestatistik herbeiführen, wie eine Analyse von „ATP Beyond The Numbers“ eindrücklich zeigt.

Kleine Schritte, große Wirkung

Demnach liegen zwischen einem Top-40-Spieler und der Nummer 20 der Welt weniger als ein Prozent. Deutlicher wird die Rechnung am Beispiel von Thiems Saison 2015. In dieser Spielzeit konnte der Bresnik-Schützling eine Matchbilanz von 36:26 (ohne Davis Cup) vorweisen. Dabei gewann er nur 139 Punkte mehr, als er verlor – daraus folgt eine Punktgewinnquote von 50,7 Prozent. Dieses banal anmutende Plus von 0,7 Prozent machte ihn damals zum Top-20-Mann. In diesem Jahr trat der 22-Jährige das Gaspedal noch weiter durch und hält derzeit bei beeindruckenden 48:15-Siegen. Thiem steigerte sich aber wiederum nur im Detail. DerFrench-Open-Halbfinalistgewann bisher 51 Prozent seiner Punkte und katapultierte sich damit sogar zwischenzeitlich bis auf Rang sieben der Weltrangliste.

Entscheidend für den Aufstieg waren im letzten Jahr vor allem die Aufschlagwerte der rot-weiß-roten Nummer eins. In der Servicestatistik belegte Thiem Platz 31, bei den Returns reichte es nur für Rang 58. Der zweite Aufschlag funktionierte so gut, dass er damit 54,8 Prozent (Platz elf) der Punkte gewann. Dass die Luft an der Spitze der Weltrangliste immer dünner wird und die Unterschiede kaum messbar sind, wird oft betont. Der Blick auf die nackten Zahlen belegt diese Einschätzung. Eine weitere Halbierung seines Endjahresrankings dürfte für Dominic Thiem also fast nur noch mit Verbesserungen im Promillebereich möglich sein.

von tennisnet.com

Freitag
05.08.2016, 14:30 Uhr