Andy Murray muss besser werden, um die Nummer eins zu bleiben

Großbritanniens Davis-Cup-Kapitän Leon Smith ist überzeugt, dass sich der Schotte weiter steigern muss, um die Spitze zu verteidigen.

von Björn Walter
zuletzt bearbeitet: 30.11.2016, 00:00 Uhr

LONDON, ENGLAND - NOVEMBER 20: Andy Murray of Great Britain celebrates with the ATP Tour Trophy following his victory during the Singles Final against Novak Djokovic of Serbia at the O2 Arena on November 20, 2016 in London, England. (Photo by Julia...

"Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein", sagte einst die berühmte österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach. Diese Weisheit mag mehr als 100 Jahre alt sein, für Andy Murray ist sie jedoch aktueller denn je. Der beharrliche Schotte hat einen langen Atem bewiesen, um die 122 Wochen andauernde Regentschaft von Novak Djokovic an der Weltranglistenspitze zu beenden. Dass Murray den Platz an der Sonne nicht schon nach kurzer Zeit wieder räumen will, dürfte selbstredend sein.

Die Chancen, die Nummer-eins-Position bis mindestens in den kommenden Sommer zu verteidigen, stehen recht günstig für den 29-jährigen "ATP-Weltmeister". Der Brachenprimus startet zwar nur mit einem kleinen 630-Punkte-Polster auf den "Djoker" in die neue Saison, hat dafür aber deutlich weniger zu verteidigen als der Serbe. Dieser gewann in den ersten sechs Monaten 2016 die Titel bei den Australian Open, in Indian Wells, Miami, Madrid und Roland Garros - was ihm einen zwischenzeitlichen Vorsprung von über 8000 Punkten auf Murray einbrachte. In der zweiten Jahreshälfte drehte sich das Bild. Der dreifache Grand-Slam- und zweifache Einzel-Olympiasieger löste Djokovic in Paris-Bercy von der Pole Position ab. Ausschlaggebend war die laufende Serie von 24 Siegen in Folge sowie fünf Titel am Stück.

"Immer weiter", bis die Socken qualmen

Damit im Januar der Erfolgsfaden nicht reißt, "wird sich Andy in der Vorbereitung die Füße wund laufen", sagte Leon Smith gegenüber der schottischen Tageszeitung "The Herald". Der britische Davis-Cup-Kapitän weiß, dass Murray nun den nächsten Schritt gehen muss, um seinen Platz zu verteidigen: "Jetzt ist er die Nummer eins, um da zu bleiben, muss er sich weiter verbessern - es hört nie auf, es geht immer weiter." Der letzte Schritt von Rang zwei nach ganz oben sei unglaublich aufwendig gewesen, betonte Smith. Doch Murray habe immer gewusst, was es braucht, um besser zu werden: "Auf und neben dem Platz - er hat alles getan, was nötig war, um das Beste aus sich herauszuholen."

von Björn Walter

Mittwoch
30.11.2016, 00:00 Uhr