Der Wert der Seriensieger

Rafael Nadal schwört auf die großen Rivalitäten im Tennissport.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 29.03.2016, 00:00 Uhr

KEY BISCAYNE, FL - MARCH 26: Rafael Nadal of Spain fields questions from the media after retiring from his match against Damir Dzumhur of Bosnia and Herzegovina after feeling dizzy during the Miami Open presented by Itau at Crandon Park Tennis Cente...

Wie immer ist alles eine Frage des Blickwinkels: Solange Rafael Nadal sich beinahe unbesiegbar wähnte, dies auch auf den Tenniscourts mit entsprechenden Ergebnissen dokumentierte, gab es aus dem Lager des Spaniers naturgemäß keine Beschwerden über eine Phase der Dominanz, die der gesamten Disziplin schadete. Nun, da die Weltrangliste fest in serbischer Hand ist, sieht die Sache eine wenig anders aus, auch wenn sich Nadal bei seinem kurzen Auftritt in Miami wie gewohnt als fairer Sportsmann zeigte. "Seit eineinhalb, zwei Jahren dominiert ein Spieler zu deutlich", erklärte der 14-fache Grand-Slam-Champion. "Aber Djokovic verdient es."

Tatsächlich kann Nadal einer Oligarchie im Welttennis durchaus etwas abgewinnen: Zu viele verschiedene Turniersieger würden das Interesse des Publikums eher verringern, es brauche die großen Rivalitäten. "Man braucht die Stars", sagte Nadal. "Um Stars zu kreieren, braucht man Spieler, die über einen längeren Zeitraum auf der Tour und um alle wichtigen Titel mitspielen." Darüber hinaus helfe es, wenn sich unterschiedliche Spielertypen begegneten. "Es ist gut, wenn man eine Kombination aus Spielstilen hat, wenn man unterschiedliche Spieler hat, die um die wichtigen Titel spielen."

In der Länge liegt die Würze

Ob das indes Profis mit der Spielanlage wie Milos Raonic, John Isner und, bis zu einem gewissen Grad, auch Nick Kyrgios mit einschließt? Bei jenen liegt nach Ansicht der aktuellen Nummer fünf der Welt der Fokus zu sehr auf dem Aufschlag. "Ich glaube, dass die Zuschauer das Drama lieben. Ich kann mich an keine großartigen Matches erinnern, wo es nur darum gegangen ist, dass jemand gut aufschlägt, mit dem ersten Schlag punktet. Die Leute erinnern sich lieber an langsame Matches mit unglaublichen Punkten; und der Applaus und die Emotionen der Zuschauer ergeben sich nicht nur aus dem Aufschlag oder einem Schlag."

von Jens Huiber

Dienstag
29.03.2016, 00:00 Uhr