Für Toni Nadal zählt nur eine Fähigkeit

Der Onkel von Rafael Nadal verrät, worauf es im Tennis wirklich ankommt.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 02.12.2016, 00:00 Uhr

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - AUGUST 03: (L-R) Toni Nadal and Rafael Nadal of Spain chat during a practice session ahead of the Rio 2016 Olympic Games at the Olympic Tennis Centre on August 3, 2016 in Rio de Janeiro, Brazil. (Photo by Clive Brunskill/Ge...

"Wer stagniert, verliert." Eine schlichte, aber folgerichtige Aussage, in vielen Bereichen des Lebens. Auch auf dem Tennisplatz. Dass ein Top-20-Profi aus den 80er- oder 90er-Jahren mit demselben Trainingsprogramm und womöglich nur einem Aushilfs-Slice auf der Rückhand heute auch nur annähernd unter den Top 500 der Welt stehen könnte? Nicht sehr wahrscheinlich.

Das sieht auch einer der bedeutendsten Trainer der Jetzt-Zeit so: Toni Nadal. Der erfolgreichste Onkel der Tennisgeschichte ist so auch immer noch um jedes kleine Prozent bemüht, seinen Neffen Rafael Nadal besser zu machen, und bezieht bei der immer wieder umstrittenen Talent-Frage eine klare Stellung. "Das größte Talent ist die Fähigkeit zu lernen. Viele Spieler sind unglaublich talentiert, aber kommen nicht sehr weit, weil sie nicht in der Lage dazu sind, jeden Tag hart zu arbeiten", so Nadal im Rahmen eines Motivationsvortrags in Valencia. Er selbst sei keinem speziellen "Handbuch" gefolgt, sondern sei logisch an die Sache herangegangen und habe Statistiken genutzt. Ebenso habe er mehr Wert auf die Charakter-Bildung gelegt als auf technische Belange. "Ich glaube an die tägliche Arbeit und dauerhaftes Engagement. ‚Rafa' ist so erfolgreich, weil wir dementsprechend gearbeitet haben und weil er nie aufgibt. Sowohl im Wettkampf als auch im Training."

Ist für Rafael Nadal noch ein Major-Titel drin?

Natürlich treibt aktuell viele die Frage herum, was noch möglich ist für den 14-maligen Grand-Slam-Turnier-Champ - nach den Nerven-Probleme im Vorjahr und den Verletzungen in diesem. Auch die Familie von Toni. "Meine Söhne fragen fragen mich auch: ‚Wird Rafael noch einen Grand-Slam-Titel gewinnen?' Ich sage ‚Ja', weil ich davon überzeugt bin, dass wir es schaffen werden."

Wie auch immer die Geschichte um Rafael Nadal in ein paar Jahren ausgehen wird - für Toni wird es weitergehen. Denn er will seine Trainer-Laufbahn nicht an die Spieler-Laufbahn seines Neffen koppeln. "Meine Coaching-Karriere wird nicht enden, wenn ,Rafa' zurücktritt. Ich werde in der Akademie weitermachen. Wir haben verschiedene gute Spieler und ich will hier meine Kraft hineinlegen - weil ich Tennis einfach mag."

von Florian Goosmann

Freitag
02.12.2016, 00:00 Uhr