Stan Wawrinka gibt den Vermittler

Freundschaft steht für den Schweizer klar über der sportlichen Rivalität.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 28.03.2016, 00:00 Uhr

NEW YORK, NY - MARCH 08: Gael Monfils and Stan Wawrinka react after their match at the BNP Paribas Showdown at Madison Square Garden on March 8, 2016 in New York City. (Photo by Elsa/Getty Images)

Der Zusammenhalt unter den schwedischen Tennisspielern gegen Ende der 1980er-Jahre war legendär - und auch nicht das Produkt historischer Verklärungen, wie etwa Mats Wilander nicht müde wird zu betonen. Joakim Nyström, Stefan Edberg, Anders Jarryd, Wilander selbst, die Erfolge als Team (alleine drei Siege im Davis Cup) und bei den Grand-Slam-Turnieren sind Legende. Kurz vor der Jahrtausendwende war es der Generation um Magnus Norman noch zweimal gelungen, zumindest den wichtigsten Mannschaftswettbewerb im Tennis nach Schweden zu holen. Jener Norman, der seit ein paar Jahren erfolgreich am Spiel von Stan Wawrinka feilt.

Den wiederum verbindet eine herzliche Freundschaft zu Landsmann Roger Federer- aber auch zu den französischen Kollegen Benoit Paire und Gael Monfils. Letzterer, vor Jahresfrist noch unter den Fittichen von Jan de Witt, war bei der Suche nach einem Coach an einen Engpass geraten, aus dem ihm Wawrinka über seine schwedischen Verbindungen heraushalf. "Ich habe Gael gesagt, er soll mir eine Liste von Coaches geben, mit denen er gerne arbeiten möchte", sagte Wawrinka der französischen "L'Équipe". "Er erwähnte, dass er Tillström schon vor Jahren gefragt hatte, aber Mikael hatte Nein gesagt."

Höchstens eine schlechte Woche

Monfils wollte sich keine zweite Abfuhr einholen, aber Wawrinka fragte bei seinem Coach Norman, in dessen Akademie Tillström arbeitet, nach. "Ich habe mich bei Gael gemeldet und ihm gesagt, dass Tillströms Antwort diesmal anders aussehen könnte", sagte der zweifache Major-Sieger. Benoit Paire habe er zu Beginn des Jahres Tipps in vielerlei Hinsicht gegeben - bedingungslos. "Benoit ist ein Freund. Ja, er ist ein potenzieller Gegner, aber zuallererst freut es mich, wenn er sich verbessert. Und wer weiß, wie oft wir wirklich gegeneinander spielen. Und wenn sich Gael wegen Tillström verbessert und mich schlägt, wird das nicht mein Leben ändern. Es ändert nur meine Woche."

von Jens Huiber

Montag
28.03.2016, 00:00 Uhr