Stan Wawrinka und die besondere Herausforderung Novak Djokovic

Der zweifache Major-Sieger erklärt das Welttennis in einem Gastbeitrag in der "L'Équipe".

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 26.03.2016, 00:00 Uhr

KEY BISCAYNE, FL - MARCH 22: Stan Wawrinka of Switzerland fields questions from the media during the Miami Open presented by Itau at Crandon Park Tennis Center on March 22, 2016 in Key Biscayne, Florida. (Photo by Matthew Stockman/Getty Images)

Stan Wawrinka. Rafael Nadal. Kei Nishikori. Und das war sie auch schon - die Liste jener Männer, die Novak Djokovic seit Beginn 2014 bei einem Grand-Slam-Turnier besiegen konnten. Und der Schweizer, dem dieses Kunststück gleich zweimal (Australian Open 2014, French Open im vergangenen Jahr) gelungen ist, hatte nach seinen Siegen gegen den Weltranglisten-Ersten jeweils den Titel errungen: in Roland Garros direkt, in Melbourne letztendlich im Finale gegen Nadal. In der französischen Zeitung "L'Équipe" hat Wawrinka nun seine Befindlichkeiten dargelegt.

"Besonders der Umstand, dass ich Novak zweimal bei Grand-Slam-Turnieren geschlagen habe, hat mich in anderen Momenten angetrieben, mir Selbstvertrauen gegeben", schreibt Wawrinka. "Von unserem Match 2013 in Melbourne an sind unsere Spiele bei den Majors immer eng gewesen." Nicht immer hatte der Davis-Cup-Sieger von 2014 das bessere Ende für sich, oft ist es aber gar nicht erst zum Clash der Beiden gekommen: Djokovic war immer weit gekommen, Wawrinka hingegen musste schon vor einem möglichen Treffen mit dem Serben die Segel streichen - wie etwa bei der letzten Ausgabe von Wimbledon, als Richard Gasquet eine Wiederholung des French-Open-Finals vereitelte.

Fast unbesiegbar nach Paris

Auch wenn er selbst in direkten Duellen mit Djokovic nah am Branchenführer dran ist - vor allem bei den großen Turnieren - sieht Stan Wawrinka die Nummer eins im Moment als nicht einholbar. "Solange Novak bei 100 Prozent ist und alles läuft wie gerade jetzt, wird ihn niemand einholen", führte die aktuelle Nummer vier der Welt weiter aus. "Es ist unglaublich, was er geschafft hat. Und da wird es über Nacht keine Veränderung geben." Zeugnis dafür sieht Wawrinka in der zweiten Jahreshälfte nach der Niederlage Djokovics im Finale von Paris gegen ihn: "Einfach verrückt, was er nach Roland Garros gespielt hat!" Tatsächlich war der weltbeste Tennisspieler danach im gesamten Jahr nur noch dreimal als Verlierer vom Platz gegangen.

von Jens Huiber

Samstag
26.03.2016, 00:00 Uhr