„Was ist falsch mit euch?“ – Roger Federer ist genervt von der R-Frage

Der „Maestro” ist verliebt in den Tennissport. Siege am Fließband sind ihm nicht mehr so wichtig.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 21.06.2016, 07:48 Uhr

STUTTGART, GERMANY - JUNE 11: Roger Federer of Switzerland reacts after the semifinals on day 8 of Mercedes Cup 2016 on June 11, 2016 in Stuttgart, Germany. (Photo by Daniel Kopatsch/Bongarts/Getty Images)

Welche Sportlegende kennt es nicht? Umso älter man wird, umso öfter taucht die Frage nach dem Karriereende auf.Roger Federerhat diese Frage seit einigen Jahren tausendfach gestellt bekommen. Der 34-jährige Schweizer spielt immer noch, und das mit voller Hingabe. Dass er bis mindestens 2017 spielt, scheint sicher. Hinter vorgehaltener Hand wurde bereits kommentiert, dass sich Federer mit seinem Ausrüster Nike bereits Gedanken um sein Outfit für die US Open 2018 macht. Im Interview mit dem „Guardian“ wurde Federer mal wieder mit dem Thema Karriereende konfrontiert, zumal er seit vier Jahren kein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte.

„Heute habe ich eine tiefere Liebe zum Spiel”

„Ich höre das Rücktrittsgerede seit 2009, als ich die French Open gewonnen habe und die Leute sich gedacht haben, wofür ich noch spiele. Ich frage mich, was ist falsch mit euch Leuten? Versteht ihr nicht, dass Tennis spielen großer Spaß ist? Ich brauche nicht drei Slams pro Jahr zu gewinnen, um zufrieden zu sein. Wenn der Körper, mein Geist nicht mehr möchte, wenn meine Frau und meine Kinder es nicht mehr möchten, dann höre ich morgen auf. Überhaupt kein Problem. Aber ich liebe Tennis so sehr, dass ich mich nicht darum kümmere, dass ich nicht mehr so viel gewinne. Für mich ist das irrelevant.“

Federer könnte in einigen Jahren auf den Spuren von Jimmy Connors wandeln,der mit voller Hingabe ins hohe Tennisalter spielte und mit 39 Jahren sensationell das Halbfinale bei den US Open erreichte.Und die Doppelkonkurrenz macht es vor, dass man sogar mit über 40 Jahren große Titel gewinnen kann, zum BeispielDaniel NestorundLeander Paes.„Heute habe ich eine tiefere Liebe zum Spiel. Zuvor habe ich einen Traum gejagt. Nun lebe ich den Traum und schätze es, dass ich es noch immer tun kann. Es ist ein wunderbares Gefühl“, erklärte Federer, der derzeit bei 88 Titeln steht. Ob noch weitere dazukommen? Ein Turnier steht für den „Maestro“ über allen: „Wimbledon. Das ist, wo meine Helden Becker, Edberg, Sampras gewonnen haben. 1998 habe ich bei den Junioren meinen ersten Slam gewonnen. Ich habe all diese unglaublichen Matches dort gewonnen. Wimbledon ist der heilige Gral.“

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21.06.2016, 07:48 Uhr