Was sich auf der Tour ändern muss – Federer und Dimitrov wissen es

Die ATP-Tour ist gut strukturiert, doch nicht alle Traditionen sind auch bei den Spielern beliebt. Ob diese Reformpläne umgesetzt werden?

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 12.05.2016, 12:40 Uhr

NEW YORK - MARCH 10: Roger Federer of Switzerland and Grigor Dimitrov of Bulgaria pose for a photo after the BNP Paribas Showdown at Madison Square Garden on March 10, 2015 in New York City. (Photo by Jeff Zelevansky/Getty Images)

Als Zuschauer stand man am Mittwoch in Rom vor einer kniffligen Entscheidung. Welches Match schaue ich mir bloß an, werden sich viele Fans gefragt haben. Denn im Foro Italico schlugen während eines TagesRoger Federer,Novak Djokovic,Andy MurrayundRafael Nadalauf – teilweise zeitgleich. Für einen Zweitrundentag ist diese Ansetzung sehr ungewöhnlich, kam aber dadurch zustande,da die „Big Three“ erstmals auf der ATP-Tour in dieselbe Tableauhälfte gelost wurden.Dieser Umstand mag eine Ausnahme bleiben, doch das Thema Ansetzungen stellt Roger Federer grundsätzlich nicht zufrieden. Gegenüber dem Portal „Baseline“ sprach sich der „Maestro“ für feste Starttermine aus und zog Vergleiche zu anderen Sportarten: „Ein Marathon-Läufer weiß, dass er in sechs Monaten Sonntag um neun Uhr morgens am Start stehen muss – so kann er sich ideal darauf einstellen.“ Ebenso sei es bei Boxern und im Fußball, wo die Champions-League-Spiele fast immer zur identischen Zeit angestoßen werden, ergänzte der Eidgenosse.

Zum Bedauern des 17-fachen Grand-Slam-Siegers sei das im Tennis aber nicht nachvollziehbar: „Wenn am Sonntag ausgelost wird, weiß ich oft nicht, ob ich Montag oder Dienstag spiele. Und wenn ich am Montag ran muss, ist nicht klar, ob morgens oder abends – auch die Fans wissen das nicht.“ Federer sei es zwar gewohnt, flexibel zu sein – bereits zu Juniorenzeiten spielte er drei Matches an einem Tag. Allerdings fände es der siebenfache Wimbledon-Champion gut, wenn die Topspieler immer zu festen Zeiten an vorher festgelegten Tagen aufschlagen würden – so könnte auch der Ticketverkauf besser zugeordnet werden. Der 34-Jährige ist sich dennoch bewusst, dass Garantien für eine gesamte Turnierwoche schwer realisierbar sind. „In der ersten Runde wäre es aber schön, wenn die Leute frühzeitig wüssten, wann die besten Spieler angesetzt werden“, unterstrich der vierfache Familienvater.

„New Balls please“ – bitte nicht!

Grigor Dimitrov, der aufgrund seiner Spielweise gerne als „Baby-Federer“ bezeichnet wird, hat einen anderen Vorschlag. Für ihn sei alles in Ordnung auf der Tour, nur eine Sache stört den Bulgaren: „Es wäre gut für den Sport, wenn wir jede Woche mit den gleichen Bällen spielen würden. Die ständige Umgewöhnung auf andere Ballmarken setzt uns Spielern enorm zu.“ Bei den meisten europäischen Turnieren wird mit Dunlop-Bällen gespielt, in Roland Garros müssen sich die Spieler aber auf Babolat umstellen, um sich in Wimbledon wiederum mit Slazenger-Bällen anzufreunden. Bei den Australian Open und US Open ist dann Wilson Trumpf –  jede Marke variiert minimal in Gewicht, Größe, Absprung und Spielgefühl.

Bei den Miami Open schummelte sich zuletzt sogar eine WTA-Filzkugel ein.Leidtragender war Andy Murray, der sich trotz seines Sieges gegen Denis Istomin im Nachgang beschwerte: „Die Bälle für die Frauen unterscheiden sich sehr von denen der Männer. Die sind viel schneller, kleiner, lebendiger. Und wenn man bei Breakball gegen sich serviert, möchte man keinen komplett anderen Ball benutzen.“ Ob die Vorschläge von Roger Federer und Grigor Dimitrov zukünftig umgesetzt werden, erscheint momentan wenig wahrscheinlich. Veränderungen beginnen aber immer mit Ideen. Nicht auszuschließen, dass die Reformpläne der beiden „Einhänder“ erst nach dem Ende ihrer Karrieren umgesetzt werden.

von tennisnet.com

Donnerstag
12.05.2016, 12:40 Uhr