Weltklassemerkmal Return – Dominic Thiem ist schon Top 3

Wer als Rückschläger besonders viele Punkte ausspielt, ist im Ranking meist ganz oben mit dabei.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 19.10.2016, 12:49 Uhr

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 05: Dominic Thiem of Austria returns a shot to Juan Martin del Potro of Argentina during his fourth round Men's Singles match on Day Eight of the 2016 US Open at the USTA Billie Jean King National Tennis Center on September ...

Wo liegen die Hauptunterschiede zwischen einem Top-Ten-Spieler und einem Profi, der in der unteren Hälfte der Top 100 gelistet ist? Oft wird die höhere Qualität der Grundschläge sowie die größere Konstanz als Gütesiegel der Bel Etage angeführt. Auch das subjektive Auge des Betrachters erkennt schnell: Die Besten ihres Faches haben meist weniger Probleme beim eigenen Aufschlag als ihre schlechter platzierten Konkurrenten. Im Umkehrschluss sind die Top-Leute beim Return ebenfalls deutlich stärker einzuschätzen. Wem das zu schwammig ist, dürfte an folgender Statistik gefallen finden: ATP-Zahlengenie Craig O'Shannessy hat das Verhältnis zwischen Aufschlagpunkten und Returnpunkten untersucht. Für die Serie „ATP Beyond The Numbers“ sind dafür über eine Million Punkte(seit Beginn der Saison 2015; Anmerkung)unter die Lupe genommen worden.

Der „Maestro“ setzt die Maßstäbe

Die Analyse zeigt, dassNovak Djokovicund Co. oft so effizient bei den eigenen Aufschlagspielen sind, sodass es ihre Gegner besonders schwer haben, ihr Service durchzubringen. Keinem gelingt das besser alsRoger Federer. Der „Maestro“ spielt 52,6 Prozent seiner Punkte als Returnierender. Es folgt der Weltranglisten-Erste aus Serbien (52 Prozent) und Österreichs HimmelsstürmerDominic Thiem(51,6). Innerhalb der Top 10 gibt es keinen Spieler der unter die ominöse 50-Prozent-Marke fällt – dem dreifachen Grand-Slam-SiegerStan Wawrinka(50,1) gelingt dies aber nur um Haaresbreite. Viel deutlicher wird der Qualitätsunterschied, wenn man den Blick in die unteren Gefilde der Weltrangliste schweifen lässt. Während in den Top 20 stattliche 90 Prozent der Spieler mehr Punkte beim Return als beim Aufschlag ausspielen, sind es in den Top 50 nur 72 Prozent. Noch drastischer fällt dieser Wert bei den Spielern zwischen Rang 51 bis 100 in den Keller (44).

Es besteht jedoch nicht nur eine große Differenz zwischen den unterschiedlichen Ranglistenregionen, auch das Alter der Profis hat einen bemerkenswerten Einfluss auf diese Statistik. So gibt es nur zwei Spieler(Stichtag des ATP-Rankings vom 10. Oktober; Anmerkung)innerhalb der Top 20, die mehr Punkte beim Aufschlag ausspielen als beim Return. Es handelt sich um die beiden jüngsten Profis dieses Segments – Nick Kyrgios (21 Jahre; 49,6 Prozent) und Lucas Pouille (22; 49,1). Auch andere #NextGen-Stars, wieAlexander Zverev(19; 49,2) oder Taylor Fritz (18; 47,9) konnten die 50-Prozent-Schallmauer bisher noch nicht knacken. Die junge Generation muss also vor allem an größtmöglicher Effizienz bei eigenem Aufschlag arbeiten, um bei den Returnspielen noch mehr Druck aufbauen zu können. Dominic Thiem hat diese Entwicklung in den letzten 20 Monaten bereits eindrucksvoll durchlebt. Von Position 39 (Januar 2015) ging es in diesem Zeitraum für die aktuelle Nummer 10 der Welt bis auf Rank sieben (Juni 2016) nach oben. Der hohe Punkteanteil bei seinen Rückschlagspielen verdeutlicht, dass für den 23-jährigen Niederösterreicher sogar noch einiges mehr drin ist.

von tennisnet.com

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19.10.2016, 12:49 Uhr