Wie ist Tennis in 20 Jahren?

Roger Federer und Grigor Dimitrov schauen in die Glaskugel und machen sich Gedanken zum Spiel der Zukunft.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 16.06.2016, 13:29 Uhr

Roger Federer, Grigor Dimitrov

Die Zukunft erklärt sich aus der Vergangenheit. Was zunächst etwas hochtrabend klingt, ist eigentlich nur logisch. Den wenigsten ist es wohl vergönnt, verlässliche Aussagen darüber zu machen, was morgen, übermorgen oder in mehreren Jahren passieren wird. Um eine gewisse Entwicklung ableiten zu können, bedienen wir uns gerne dem Rückblick in die Vergangenheit. Diese Methode wandte auch Roger Federer an, als er von „tennis.com“ mit der Frage konfrontiert wurde, wie der Tennissport wohl in 20 Jahren aussieht.

Federer: „Das aggressive Grundlinienspiel bleibt prägend“

Der „Maestro“ drehte die Zeit zehn Jahre zurück und erinnerte sich daran, dass der typische Grundlinienspieler damals vergleichsweise defensiv agierte. In den letzten Jahren verschob sich die Entwicklung jedoch zum immer aggressiveren Grundlinienspiel. „Demnach rücken Spieler wieNovak Djokovicoder sogarRafael Nadalnäher an die Linie heran – das gilt für alle Beläge“, stellte Federer fest. Was heißt das nun für die Zukunft? Der 17-fache Grand-Slam-Sieger ist fest davon überzeugt, dass die Schläge noch härter werden, was sich auch auf das Material auswirken wird. „Es wird neue Schlägermodelle und Saiten geben, die diesen Stil begünstigen.“ Zudem sei es wichtig, was mit der Geschwindigkeit der Bälle und Bodenbeläge passiert, bemerkte der Schweizer. „Davon hängt es ab, ob die Spieler wieder mehr ans Netz kommen oder ob sie weiterhin eher an der Grundlinie stehen.“ In naher Zukunft wird das aggressive Grundlinienspiel weiterhin prägend sein, ist sich der 34-Jährige sicher.

Eine ähnliche Meinung vertritt auch Grigor Dimitrov. Der in der Weltrangliste auf Postion 37 abgerutschte Bulgare glaubt vor allem an den großen Einfluss der jungen Generation: „Die aufstrebenden Spieler beschäftigen sich sehr intensiv mit den technischen Feinheiten des Materials. An den Spin-Effekten sieht man deutlich, wie sich Schläger und Saiten in den letzten zehn Jahren entwickelt haben, das wird sich fortsetzen.“ Wie sich der Sport genau entwickeln wird, kann „Baby-Federer“ nicht vorhersagen. Dass das Spiel in zwei Jahrzehnten aber deutlich anders aussehen wird als heutzutage, ist für Dimitrov klar. Die Rolle des Wahrsager ist allerdings nicht jedem auf den Leib geschneidert, wie der ebenfalls befragte FranzoseGael Monfilsbewies: „Ich habe keine Ahnung was in 20 Jahren ist, ich weiß ja noch nicht einmal was morgen passiert.“

von tennisnet.com

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16.06.2016, 13:29 Uhr